Aktuelles

Lichtmess in Oberderdingen nächstes Jahr am 5. Februar

Lichtmess in Glinde an der Elbe 2015
Lichtmess in Glinde an der Elbe 2015

Wir treffen uns am Donnerstag, den 15. November 2018 im alten

Flehinger Bahnhof, zur letzten Zusammenkunft im Turnus dieses Jahres. Blicken wir auf dieses zurück, so erinnern wir uns an die Exkursionen

nach Stuttgart -zur Ausstellung über die wilden 68 er- oder nach Blaubeuren, zum berühmten Hochaltar des Klosters, auch an die Fahrt nach Karlsruhe zum ZKM. Wichtig für den Zusammenhalt unseres Vereins sind aber vor allem regelmäßige Treffen, um sich alte Fotos anzusehen die neu beim Verein eingingen. Dies ist unsere Kernkompetenz, die wir nicht aufgeben sondern eher aus- dehnen möchten. In diese Richtung geht auch die Überlegung ein „Lichtmessarchiv“ einzu-richten, mit dem wir ja auf digitaler Basis schon begonnen haben. D.h. wir sammeln Licht-messbelege, die wir einscannen. Wir möchten uns am 15. November 2018 auch über dieses Thema unterhalten. Konkret geht es darum eine Fahrt nach Glinde vorzubereiten, die wir für nächstes Frühjahr planen. Sie kommt dann zustande, wenn ein Omnibus voll Teilnehmer mit-fährt. Daher sollten wir jetzt schon mit der Werbung beginnen. Geplant ist eine dreitägige Fahrt, möglichst um Lichtmess. Aber so, dass wir am Dienstag, den 5. Februar 2019, wieder zu Hause sind, denn da begeht Derdingen seinen Nationalfeiertag. Glinde, ein Dorf wie Großvillars, liegt an der Elbe und hat ein „Lichtmess-Museum“, übrigens das einzige in ganz Deutschland. Und Lichtmess feiern sie dort auch mit einem Anklang eines Faschingsum-zuges. Wir werden an einem Tag in den Norden hochfahren, fast bis Magdeburg. Dort das Lichtmess-Museum besuchen und am dritten Tag wieder zurückfahren. Kosten 250 – 300 € pro Teilnehmer für die Fahrt und zwei Übernachtungen. Was wir sonst noch machen? Das sollten wir am 15. November besprechen, denn dann haben wir zur Vorbereitung der Fahrt und sein Programm noch genügend Zeit. Z.B. ein Besuch der Ottostadt Magdeburg, der Lutherstadt Eisleben oder des Naumburger Doms. 

(4518)

Kirchweih

Sickinger Kerweburschen und ihre Mädchen beim Gasthaus zum Bahnhof ca. 1956. In der Mitte Kurt Sauter mit Kerwekuchen und Reiner Banghard mit Krug
Sickinger Kerweburschen und ihre Mädchen beim Gasthaus zum Bahnhof ca. 1956. In der Mitte Kurt Sauter mit Kerwekuchen und Reiner Banghard mit Krug

In Flehingen feiert man die „badische Landeskerwe“ am letzten Oktober-wochenende. In Derdingen ist Kerwe und Kerwemarkt um Martini, eigentlich be-zieht sich die württem-bergische „Saukerwe“ auf Michaelis (29. Sept.) Aber die beiden fränkischen Kirchenheilige hängen ja sonst auch zusammen. Man kann darauf gehen, dass bei einer dem Hl.

Michael geweihten Kirche oder Kapelle sich im Nachbardorf eine Martinskirche befindet. Das eigentliche Kirchweihbrauchtum unterscheidet sich bei uns nur unwesentlich. In Flehingen

und Derdingen besuchte man im vorigen Jahrhundert an Kirchweih die Wirtshäuser. Dort gab es Wildgerichte und zum Nachtisch ein kostenloses Stück Kuchen. Die Hausfrau hat auf Kirchweih gebacken – oft unsinnig viele Kuchen – und Verwandte aus der Stadt kamen zu Besuch. Es gab Kirchweihtanz, und um oder auf Kirchweih wurde früher geschlachtet. In Flehingen oder Sickingen zogen „Kerweburschen“ von Wirtschaft zu Wirtschaft.

Im Wortsinn ist Kirchweih ein Fest des frommen Gedächtnisses an die Einweihung der Kirche und oft zugleich auch an deren Schutzheilige. Deshalb konnte früher Kirchweih im Sommer liegen, der Termin wechselte von Ort zu Ort. Die Kurpfalz (in deren Gebiet Flehingen und

Sickingen einst lagen) verbot 1582 die Kirchweihfeiern zwar gänzlich, aber dies setzte sich nicht durch. Im 19. Jahrhundert ging die Obrigkeit klüger vor. Sie legte die Kirchweihfeiern sowohl in Baden als auch in Württemberg landesweit auf den Herbst zusammen. Aber Derdingen war deshalb davon ausgenommen, weil die Gemeinde auf Martini das Marktrecht besaß, und schon immer im Herbst feierte. An Martini war die Ernte vorbei. Auch ein Grund für die Obrigkeit die Landeskirchweih als Erntefest auszugeben. 

(4418)

Im Frühjahr erscheint der nächste Rundbrief

Großvillars: Kartoffel-Dämpfkolonne bei Karl Rostan, Anfang der 1940 er Jahre
Großvillars: Kartoffel-Dämpfkolonne bei Karl Rostan, Anfang der 1940 er Jahre

Rundbrief 56 wird in den nächsten Tagen unseren

Mitgliedern zugestellt. Mit einem Aufsatz zur Vorgeschichte, die sich ja nicht aus schriftlichen Quellen, sondern aus Sachfunden erschließt. Aus Grabbeilagen,

Keramik, Hausgrund-rissen, aber auch aus Rückschlüssen und Auswertung von

Sekundärquellen wie Flora Fauna oder Klima beginnt das nun vorliegende Heft. Ebenso sind Aufsätze zur Volkskunde enthalten, z.B. über die ehemaligen Derdinger Steinbrüche. Auch Großvillarser Themen werden in diesem 60 Seiten starken Rundbrief angesprochen. Von dort stammte ja der erste „Württembergische Waldenserpfarrer“. Unser Verein versucht „ausgewogen“ zu sein. D.h. nach Möglichkeit werden Geschichten aus allen Ortsteilen erzählt. Aus Sickingen beispiels-weise über den Wasen. Und noch vieles mehr. Übrigens hat auch jeder Rundbrief einen

„Bilderanhang“. Auf 12 Seiten kann man im jetzt vorliegenden Rundbrief 22 historische Fotos aus allen Ortsteilen sehen. Zusätzlich fünf Bilder, die Einträge im Sickinger Ortsfamilienbuch ergänzen. Möchten Sie mehr über die Vergangenheit unserer Gemeinde und ihre Ortsteile Flehingen, Sickingen oder Großvillars erfahren, sind sie bei uns in guter Gesellschaft. Mit 10 € Jahresbeitrag erhalten Sie Interessantes aus Ihrer Lebensumgebung erzählt, wie es früher war und wie es damals aussah. Unsere Mitglieder möchten wir auch für den Rundbrief 57 zum Mitmachen animieren, d.h. wir suchen Leute, die sich an die wilden 1970 er oder 1980 er

Jahre erinnern und ihre Erlebnisse aufschreiben. Der nächste Rundbrief wird im Frühjahr, wohl auf Ostern erscheinen. Vorher jedoch noch die Sonderveröffentlichung „Großvillars, das Dorf und seine Bürger“. Geplant ist diesen zweiten Teil des Ortsfamilienbuches an der Großvillarser Kirchweih zusammen mit einer Bilderausstellung der Öffentlichkeit zu übergeben.  

(4318)

Herbst

Derdinger Herbst vor 70 Jahren
Derdinger Herbst vor 70 Jahren

Der Sommer war groß, der Herbst prächtig, niemand

erinnert sich an einen so frühen Lesebeginn. Es gab viele gesunde Trauben, die Weingärtner hoffen auf einen sehr guten Jahr-gang. Die Älteren schwärmen noch vom 1947er oder 1967er, auch der 2003er geriet nicht schlecht. Wir hatten

dieses Jahr  Mittelmeerklima, mit einem trockenen sehr heißen Sommer. Geht man in die Periode vor der kleinen Eiszeit ins 16. Jahrhundert zurück, liest man in den Chroniken „1536 war ein heißer Sommer, dass Bronnen und Bäche versiegten, daher große Not um Wasser gewesen: Man konnte deswegen nicht mahlen, und die Mühlen standen leer und müßig.“ Oder von 1540: „ist ein sehr dürr- und heißer Sommer gewesen, desgleichen man in langer Zeit nicht gehabt, und darinn ein Überfluss und Ausbund an Frucht und Wein gewachsen; doch sind von der Hitze viele Trauben eingedorrt: Um Bartholomä (24. August!) hat man die frischen Trauben abgelesen“, so steht es in der Steinhofer’schen württembergischen Chronik. Im August begann dieses Jahr der Herbst bei uns doch noch nicht, und wie der Wein wird, kann man nur ahnen. Wahrscheinlich fehlt es ihm an Säure. Wenn der Spruch der „Alten“ noch gilt „je säurer, je teurer“ müssten eigentlich die Weinverkaufspreise nächstes Jahr sinken. „Herbst“ war in der Weinbaugemeinde Derdingen eine Ausnahmejahreszeit, denn der Verkauf des Traubenmostes brachte den hiesigen Kleinbauern das sonst rare Bargeld. Sie wirtschafteten ja auf ihren Kleinparzellen, hauptsächlich um Lebensmittel für den Eigenbedarf zu erzeugen. Viel – außer den Trauben im Herbst – gab es nicht zu verkaufen. Auch die Handwerker bewirtschafteten zwei, drei Wengert-Parzellen die in verschiedenen Gewannen lagen, damit bei Frost oder Hagel das Schadensrisiko gestreut blieb. Man kann dem Jahr 1540 nachfühlen, denn auch heuer gab es Nüsse, Äpfel und Birnen im Überfluss, draußen in der Flur verfault viel Obst. Vor dem Krieg hätte es so etwas nicht gegeben. Nicht Wein oder Bier war der

Haustrunk der Derdinger, sondern Apfel- und Birnenmost. Würde man die Öchslegrade von heuer gekelterten Bratbirnen mit den Öchslegraden schlechter Weinjahrgänge vergleichen, man käme ins Grübeln. Wir treffen uns am Donnerstag, den 18. Oktober 2018, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof zu unserer nächsten reguläre Sitzung.

 (4218)

Im Internet: Gemarkungspläne von Flehingen und Sickingen

Gemarkungsplan von Sickingen; Druck von 1867, GLA Karlsruhe H-1 Nr. 1752?
Gemarkungsplan von Sickingen; Druck von 1867, GLA Karlsruhe H-1 Nr. 1752?

Vor gut 100 Jahren waren bei uns die Dörfer im

Verhältnis zu heute nicht einmal zu einem Drittel so volkreich, die bebaute

Fläche etwa ein Viertel des heutigen Maßes. Wer vergleichen will, kann dies bei den ehemals  

selbständigen Gemeinden Flehingen und Sickingen problemlos im

Internet tun. Denn die badischen Gemarkungsübersichtspläne im Maßstab 1:10.00 sind im Internet einsehbar:

https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/start.php?bestand=14217

Auf ihnen findet man Gewannbezeichnungen, die heute nicht mehr gang und gäbe sind, und wenn man die Ortslage hochzoomt, kann man die einzelnen Gehöftzuschnitte erkennen.

Für württembergische Gemeinden, also für Derdingen oder Großvillars gibt es dieses Angebot nicht. Dort wurde die Landesvermessung ein paar Jahrzehnte früher organisiert und den

Gemeinden keine farbigen Markungskarten angeboten, sondern ein parzellenscharfer Flurkartenatlas. Das gab es in Baden auch fürs Grundbuchamt. Solche Gemarkungspläne sind Geschichtsquellen. Sie zeigen mit welchen Wegen die Markung erschlossen war, und auch im Groben die Flächennutzung. Was war Wiese was Wald, was Acker. Viel anders als auf den etwa 100 Jahre alten badischen Gemarkungsübersichtsplänen war auch 300 und mehr Jahre zurück die Wirtschaftsweise nicht organisiert.

Übrigens: Die nächste Zusammenkunft ist am Donnerstag, den 18. Oktober 2018, um19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Dort wird der Rundbrief 56 vorgestellt, der Aufsätze zur Volkskunde und Lokalgeschichte enthält. Unsere Mitglieder erhalten das 60 Seiten starke Heft in den kommenden Wochen.

 (4118)

Was man nicht hat, kann man schlecht zeigen!

Wer erkennt die Personen auf dem Bild?
Wer erkennt die Personen auf dem Bild?

In der Jubiläumschronik von 2010 des SV Oberderdingen kann man lesen, dass über die

ersten Anfänge des Fußballs in Derdingen nur wenige Unter-lagen vorliegen. Und so wie dort wird es auch anderen Vereinen ergehen. Unterlagen und Fotos zum Kleinkaliberverein Flehingen fehlen vollständig, auch vom Vorgängerverein des Derdinger Schützenvereins hat sich nicht viel Greifbares erhalten. Dem „vergessen werden“ will sich der Heimatkreis mit dem „Lichtmessarchiv“ entgegenstemmen. Weshalb auch ausdrücklich Vereinsunterlagen ins Lichtmessarchiv aufgenommen werden sollen. Besonders will man Dokumente von solchen Vereinen sichern, die heute nicht mehr existieren. Darüber werden wir in den Rundbriefen berichten. Wir wollen die Erinnerung an Lokalgeschichte pflegen, entsprechende Dokumente und Bilder bewahren und so aufbereiten, dass man sie „wieder findet“, wenn z.B. wegen einer Vereinschronik recherchiert wird. Dazu nutzen wir das Programm GenHisto, in das die uns überlassenen Bilder eingepflegt werden. Aus Hamburg erhielt der Heimatkreis ein Foto, das wohl zwischen 1920 und 1928 aufgenommen wurde. Bislang ist auf ihm Rudolf Danneberg, der 1928 nach Argentinien auswanderte, sicher identifiziert. Ihn erkennt man vorne sitzend links. Die junge Frau neben ihm könnte Luise Schuler sein. Mehr ist bis jetzt zu diesem Foto nicht bekannt. Nur dass auch Derdinger Fußballer auf ihm zu sehen sind. Rudolf Danneberg ist der Sohn von Frisör Danneberg, beide sind in dem Buch von Heinrich Wild „Die Spee war mein Schicksal“ erwähnt. Rudolf Danneberg half dem Obermechanikermat Wild bei seiner Flucht aus der Internierung in Buenos Aires. Man käme dem Aufnahmedatum des Bildes näher, wenn man auch die anderen Personen identifizieren könnte, und auch den Anlass

weswegen es gemacht wurde. Denn zu sehen ist ja die gesamte Vorgängermannschaft

der „Kickers Derdingen“.

(3918)

Erste Schritte für ein Lichtmessarchiv

Beiratsitzung am 20.09.2018
Beiratsitzung am 20.09.2018

Unser Verein will in Oberderdingen ein

„Lichtmessarchiv“ aufbauen. Beginnen wollen wir mit dem Zusammenführen unserer

bislang eingescannten Fotos, die auf verschiedenen privaten Computern und bei der Gemeinde gespeichert sind. Deshalb haben Vorstand und Beirat beschlossen, einen Laptop anzuschaffen, der im Aschingerhaus stehen wird. Auf ihm läuft offline das Archivprogramm GenHisto. In einem ersten Schritt werden etwa 4.000 Bilder auf seine Fest-platte geladen. Ins „Lichtmessarchiv“ soll auch das Archiv des Heimatkreises integriert werden. Ebenso ist es als Depotplatz für Privatarchivalien gedacht, oder um örtliche Vereinsarchive zu sichern. Aber dies erst dann, wenn eigene Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stehen. Das Einpflegen der vielen Bilder in den Laptop wird wohl den ganzen Winter über dauern, weil es ja mit den Bildern allein nicht getan ist. Sie müssen auch beschriftet werden, damit man sie wieder finden kann. Geplant ist nächstes Jahr nach Glinde (an der Elbe, südlich von Magdeburg) zu fahren, dort existiert bereits ein „Lichtmessmuseum“, das wir uns ansehen möchten. Bei diesem mehrtägigen Ausflug könnten wir auch einen Abstecher auf die Wartburg oder zum Weltkulturerbe Naumburger Dom machen. Der Vereinsvorstand legte fest, dass im Oktober der nächste Rundbrief erscheinen und das Ortsfamilienalbum Großvillars am 25.11. 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Dazu bietet unser Verein im Großvillarser Feuerwehrhaus dann auch eine Fotoausstellung.

Der Heimatkreis sammelt nicht nur Fotografien, sondern bemüht sich auch, Super-8-Filme

zu sichern. Wir würden solche privaten Filmaufnahmen bzw. Aufnahmen mit dem Camcorder, gerne ins Archiv nehmen. Wenn gewünscht, auch mit Sperrvermerk. Dazu wollen wir über die Wintermonate Leute ansprechen, bei denen wir vermuten, dass sie solche Filmerinnerungen besitzen.

(3818)

Vorstandsitzung am 20. September 2018

Sickinger Jugend vor dem Tor zum Schlossgarten gegen Ende der 1930 er Jahre. Wenn wir das Bild letztes Jahr gehabt hätten, es wäre im Ortsfamilienalbum Sickingen aufgenommen worden.
Sickinger Jugend vor dem Tor zum Schlossgarten gegen Ende der 1930 er Jahre. Wenn wir das Bild letztes Jahr gehabt hätten, es wäre im Ortsfamilienalbum Sickingen aufgenommen worden.

 Vorstandsitzung am 20. September 2018Sie müssen nicht befürchten, dass Sie ein Amtbekommen, wenn Sie die öffentliche Vorstandsitzungunseres Heimatvereins am 20.09.18 um 19.30 Uhr im Bahnhof Flehingen besuchen! Zwar sind Mitarbeiter für alle von unserem Verein betreuten Themenfelder immer höchst willkommen, aber Druck üben

wir keineswegs aus. Formale Dinge sollen in dieser Sitzung besprochen werden, wie Veröf-fentlichungsterrmine, oder der Kauf eines Computers zum Speichern der vielen von uns bislang gesammelten Bilder aus Derdingen, Flehingen Sickingen oder Großvillars. Es geht um den Aufbau eines „Lichtmes-sarchivs“ und um Aktivitäten im Winterhalbjahr. Um in ein neues Sammelgebiet einzusteigen, zeigen wir den ein oder anderen Super-8-Film aus den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der uns digitalisiert vorliegt (die Firma „Derfo Meier“ hat damals in Derdingen gefilmt). Solche Dokumente einer vergangenen Zeit gehen verloren, wenn sich niemand um ihre Sammlung kümmert. Wir können auch über die Dokumentation der Kleindenkmale reden. Unser Verein hat gegenüber dem Landratsamt Karlsruhe zugesagt, sich um das Thema zu kümmern. Nach dessen Vorstellungen sollte die Erfassung der Kleindenkmale auf den Gemarkungen Oberderdingen mit Großvillars und Flehingen bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Sie können sich bei diesem Thema noch einbringen. Wir fassen es als den Kernbereich unserer Vereinsarbeit auf, alte Fotos zu sammeln. Herr Oskar Combe befasst sich mit Großvillars und arbeitet an einem entsprechenden Ortsfamilienalbum. Herr Heinrich Kowarsch sammelt Bilder für ein Ortsfamilienalbum Flehingen, das 2019  herauskommen soll, und Frau Helga Riedling ist Ansprechpartnerin für alte Derdinger Fotos. Wir konnten beobachten, dass nach der Publikation der Ortsfamilienalben weitere Fotos dem Verein mit dem Bemerken angeboten wurden – „da hätten wir auch noch Bilder gehabt“. Gerne nehmen wir diese auch weiterhin an. Also überlassen Sie uns z.B. auch Sickinger Fotos, wir sichern sie für Ihre Nachfahren und werden, wenn genügend Material vorhanden ist, wieder eine Fotoausstellung organisieren.

(3718)

Termine nach den Ferien

Schloss Eltschowitz im Böhmerwald, einst im Besitz der Sickinger
Schloss Eltschowitz im Böhmerwald, einst im Besitz der Sickinger

Wir treffen uns am Donnerstag, den 20. September 2018, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof und sehen einen Film aus den 1950 er Jahren im Rahmen einer öffentlichen Vorstand-sitzung an. Bei dieser geht es um das neue Ortsfamilienalbum für Großvillars und den Kauf eines Laptops für den Verein.

Jetzt nach den Ferien häufen sich die Termine. Vom 14. bis 16. September 2018 findet im Flehinger Bahnhof ein Workshop für Genealogie statt. Der Programmentwickler Gisbert Berwe stellt eine Weiterentwicklung seines Datenbank-programms Gen Plus vor. Wer sich dafür interessiert kann am Freitagabend um 18 Uhr kostenlos zum „schnuppern“ kommen und sich informieren, was das Computer-Genealogieprogramm kann. Die Teilnahme an allen drei Tagen kostet 20 €. Anmeldung ist erwünscht. Am 10. Oktober 2018 trifft sich der Arbeitskreis Genealogie des Heimatvereins Kraichgau um 19 Uhr ebenfalls imFlehinger Bahnhof. Dort wird Bernd Röcker einen Vortrag über den Sulzfelder Auswanderer Gottlieb Krüger halten, der es in Amerika als Bierbrauer zu  etwas brachte.

Wir organisieren in den nächsten Wochen einen Ausflug zu den „Sickingerbelegen“ in Würzburg.Der genaue Termin wird  Sickingen von 1720 – 1728 Domherr. In gleicher Funktion sein Bruder Ferdinand Christoph Peter, dessen Grabstein im Würzburger Kapitelmuseum zu sehen ist. Ebenso eine Generation vorher Heinrich Wilhelm Josef von Sickingen. Diese Würzburger Domherren gehören dem Zweig der Sickingen zu Sickingen an. Sie haben nach Böhmen hinein Verbindung, deren Verästelungen bei uns bisher nicht so geläufig sind. Von dem Sickingen-Schloss Eltschowitz im Böhmerwald existiert seit Kurzem eine Vorkriegsaufnahme in unserem Archiv.

(3718)

Datenschutz und Ortsfamilienalbum

Bei der Zusammenkunft im Waldenserhäusle wurde über die Eckdaten zum Ortsfotoalbum Großvillars entschieden.
Bei der Zusammenkunft im Waldenserhäusle wurde über die Eckdaten zum Ortsfotoalbum Großvillars entschieden.

Der Verein plant auf die diesjährige Großvillarser

Kirchweih ein Ortsfamilienalbum aufzulegen und hat dafür schon über zweihundert Bilder ge-scannt. Mehr als die Hälfte zu einer Zeit, da die Datenschutz-grundverordnung noch nicht galt. Wir möchten keine Probleme bekommen wo keine sind. Man kann unterstellen, dass diejenigen, die Fotos fürs Ortsfamilienalbum abgaben, auch mit deren Veröffentlichung einverstanden sind. Man hat sie ja gefragt. Aber im Archiv sind auch schöne Vorkriegsaufnahmen und da könnte es ja sein, dass jemand gezeigt wird, der noch lebt und ausdrücklich wünscht, dass sein Bild nicht in einem Buch oder im Blättle veröffentlicht wird. Es sind Aufnahmen im Archiv, die vor 30 und mehr Jahren abge-geben wurden, die Bildeigentümer wollten seinerzeit Bilderinnungen dauerhaft für die Nachwelt sichern. Bei vielen Fotos kennen wir nicht alle abgebildeten Personen. Man kann unterstellen, wer sich für eine Hochzeitsgruppenaufnahme z.B. 1950 abfotografieren ließ, ist in aller Regel damit einverstanden gewesen, dass diese gezeigt werden darf. Auch in diesen Fällen wollen wir aber das Risiko vermindern, jemand durch das Zeigen einer Person zu verletzen. Deshalb führen wir beim Verein eine Negativliste, in der die Personen eingetragen werden, die man auf Fotos weder im Blättle noch in einem Ortsfamilienalbum abbilden darf. Dieser Aufruf gilt für alle Ortsteile. Konkret steht für dieses Jahr die Veröffentlichung des Ortsfamilienalbums Großvillars und für nächstes Jahr ist das Ortsfamilienalbum für Flehingen in Vorbereitung. Wenn Sie also mit der Veröffentlichung eines Bildes von Ihnen nicht einverstanden sind, bitte teilen Sie uns dies mit. Ansprechpartner: Oskar Combe für Großvillars, Heinrich Kowarsch für Flehingen, Helga Riedling und Erwin Breitinger für Oberderdingen. Das Ortsfamilienalbum Großvillars Teil II wird etwa 300 Bilder enthalten und die Anekdoten von Sigi Klein. Eben einen Querschnitt von „Großvillars und seine Menschen“ in den ersten 60 Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts zeigen. Die Eckpunkte dafür wurden unlängst im Waldenserhäusle festgelegt. Geplant ist auch eine Fotoausstellung am 25.11.2018, dem Kirchweihsonntag von Großvillars.

(3618)

Das Land fördert unseren Verein!

Turnhalle in Großvillars 1963
Turnhalle in Großvillars 1963

Das Land Baden-Württemberg fördert auch dieses Jahr unseren Verein mit einem Zuschuss von 2.500 € zu den Druckkosten für die Rundbriefe und die geplante Sonder-veröffentlichung. Dafür be-danken wir uns sehr herzlich, denn es ist der Höchstbetrag, den die Förderrichtlinien

vorsehen; „bei Veröffent-lichungen ist der Druck-kostenzuschuss und Reprokosten sowie für neue Medien auf 2.500 € begrenzt“. Damit ist die Finanzierung für „Großvillars das Dorf und seine Bewohner“ gesichert. Es wird die Anekdoten von Sigi Klein aus den 50 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und einen Bildanhang enthalten. Die Fotos dazu sammelt Herr Oskar Combe. Geplant ist, dass die Broschüre im Spätherbst -so im November- erscheinen wird. Auf Weihnachten geben wir dann noch den Rundbrief Nr. 56 heraus, mit Informationen zur Regionalgeschichte und Volkskunde. Voraussichtlich werden die Gesamtkosten für unsere Veröffentlichungen bei 9.500 € liegen. Unsere Mitglieder erhalten für ihren Mitgliedsbeitrag von 10 € pro Jahr zwei Rundbriefe mit etwa 120 Seiten,

dazu in unregelmäßigen Abständen noch Sonderveröffentlichungen. Letztes Jahr das

Ortsfamilienalbum Sickingen. Es umfasst 140 Seiten und enthält Fotografien zu Persön-lichkeiten und Ereignissen in Sickingen. Eine geringe Restauflage ist noch vorhanden. Nichtmitglieder können dieses informative Heft zum Preis von 15,- € auf dem Rathaus oder bei Herrn Heinrich Kowarsch in Sickingen erwerben. Wir können diese „Sozialpreise“ nur halten, wenn unser Verein weiter wächst, und unsere Sonderveröffentlichungen auch von Nichtmitgliedern gekauft werden, werben Sie also für unseren Verein. Herzlich willkommen sind bei uns „Mitmacher“. Für nächstes Jahr bereiten wir das Ortsfamilienalbum Flehingen vor. Dazu sammelt Herr Kowarsch weiterhin alte Fotos.

(3518)

Exkursion nach Blaubeuren

Getreideernte in Derdingen – ca. 1930
Getreideernte in Derdingen – ca. 1930

Wir konservieren „Erinnerungen“

Alltagsszenen wurden früher eher selten foto--grafiert, weil der Film Geld kostete und man das Besondere und nicht das

täglich überall ähnliche Einerlei festhalten wollte. Vielleicht entstand ein

Foto noch, wenn jemand aus der Stadt kam und die Arbeit auf dem Land

interessant fand. Jedenfalls gleichen sich die Motive in den meisten Familienalben: Porträt-aufnahmen von der Verwandtschaft, Hochzeitsfotos, Konfirmations- oder Kommunionsbilder, dann Fotos von Ausflügen oder von Arbeitskollegen oder Bilder von der Weinlese, Vereins-aufnahmen. In der Nachkriegszeit wurden auch Erntewagen fotografiert. Da war die Lebens- mittelversorgung wichtig, heute gibt es (fast) keine Ernteaufnahmen mehr. Wer fotografiert schon einen Mähdrescher oder einen schweren Schlepper der unförmige Anhänger voll mit Getreide zur Mühle fährt. Die heutige Agrarindustrie ist nicht sehr fotogen.

Übrigens sind auch Fotoalben etwas aus der Mode gekommen. Die vielen Digitalbilder werden auf der Festplatte gespeichert und vergessen. Sie verschwinden oft auf Nimmer-wiedersehen, wenn man sich einen neuen Computer kauft. Eigentlich schade. Ähnliches ist schon mit den Filmaufnahmen passiert, die vor 30 oder 40 Jahren gemacht wurden. Damals war Filmen schick, denn nur wenige hatten eine Super 8 Kamera. Heute gibt es die Filme zwar zumeist noch, aber Vorführgeräte sind rar. Unser Verein will sich im kommenden

Halbjahr dieser „Zeitzeugen“ annehmen. Wir machen das Angebot, Ihre alte Super 8 Filme einem - wie Sie wünschen – engeren oder weiteren Kreis vorzuführen, und würden auch gerne für unser Archiv und die Nachwelt Kopien erstellen. Das haben wir uns für eine Auftaktveranstaltung im September vorgenommen. Jetzt im August machen wir aber Sommerpause.

(3218)

Exkursion nach Blaubeuren

Vorbei am Kloster Blaubeuren auf dem Weg zum Blautopf
Vorbei am Kloster Blaubeuren auf dem Weg zum Blautopf

Ist man lange und auf wechselnden Strecken mit dem Zug unterwegs, findet man immer neue interes-sante Gesprächspartner und Themen. Man wird auch auf Phänomene aufmerksam, die einem sonst vielleicht gar nicht (mehr) auffallen. Unser Ausflug nach Blaubeuren verließ schon schnell das dafür vorgesehene Zeitkonzept. Zunächst brachte der wegen einer Baustelle bei Mühlacker gebotene Schienenersatzverkehr nicht nur eine Routenänderung, sondern auch die Verschiebung der Umsteigeplätze und Anschluss-zeiten, die dann gänzlich durcheinandergerieten, als auch noch der Stuttgarter Bahnhof wegen „Menschen auf den Gleisen“ für fast eine halbe Stunde gesperrt war. Die Bahn sorgte für weitere unvorhersehbare „Unterhaltung“, als sie die im Kursbuch und im Internet ausge-wiesenen Bahnsteigzuordnungen der Züge durcheinandermixte. Jedenfalls dauerte die Hin- fahrt nach Blaubeuren anderthalb Stunden länger als vorgeplant. Wir mussten dort straffen und einige geplante Besichtigungen fallen lassen. Aber der Gastwirt war mit der  Mittages-senszeit flexibel. Jedenfalls der Blautopf, eine Naturschönheit, eine mystisch tiefe Quelle, lag da wie seit Jahrhunderten, und daneben der abgegrenzte Bereich eines mittelalterlichen Benediktinerklosters. Für unsere Gruppe war der geometrische Klostergarten mit seinen Heil- und Würzpflanzen – viele davon wachsen auch bei uns in Hausgärten – sehr anregend. Die

Ruhe im Kreuzgang, dann der Blaubeurer Hochaltar, eines der bedeutendsten Kunstwerke der Spätgotik in Deutschland. Er erzählt die Geschichte von Johannes dem Täufer, er ist der Klosterpatron. Der berühmte Altar passt mittels seiner vier aufklappbaren Altarflügel sein Bildprogramm den Zeiten des Kirchenjahres an. Er stand im Mönchschor, die Laien sahen ihn in der benediktinischen Zeit des Klosters nicht. Am späten Nachmittag ging es durch die historische Altstadt von Baubeuren zurück zum Bahnhof. Ab da gab es dann keine Über-raschungen zum Fahrplan mehr.

Die mehr als zwei Dutzend Fahrtteilnehmer waren zufrieden, die befürchte drückende Hitze blieb zum Glück aus. Unsere Gruppe erlebte einen abwechslungsreichen langen Samstag mit Kunstgenuss und Spaß, es gab Vereinseintritte und Anmeldungen zur nächsten Exkursion, aber das sonst übliche Gruppenfoto vergaß man. 

(3118)

Aufs Machbare konzentrieren!

Das Sickinger Kriegerdenkmal stand ursprünglich an der Kreuzung Kürnbacher- und Franz von Sickingen-Straße. Das Foto zeigt die Glockenweihe von 1927.
Das Sickinger Kriegerdenkmal stand ursprünglich an der Kreuzung Kürnbacher- und Franz von Sickingen-Straße. Das Foto zeigt die Glockenweihe von 1927.

Unser Verein kommt der Aufforderung des Land-kreises nach, die „Kleindenkmale“ zu erfassen und zu beschreiben. Für die markanten Grenzsteine auf Derdinger Gemarkung macht dies in vorbildlicher Weise Herr Ewald

Schneider. Bei unserer letzten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof zeigte er die „Dreimärker“ an der Sternenfelser / Diefenbacher Grenze und die Besonderheiten am grenzüberschreitenden Steinbruch Sternenfels, den man von der Landesstraße aus fast gar nicht wahrnimmt. Aber auf Flehinger Markung oder bei Großvillars ist die Erfassung der Grenzsteine noch nicht ganz so weit gediehen. Hier steht dem Verein noch ein weites Arbeitsfeld bevor, das man in der Ferienzeit beackern könnte. Vielleicht interessieren sich dafür auch „Jüngere“. Da geht es ja

um die Entdeckung halbvergessener spannender Geschichten. Zum Beispiel zum Sickinger Kriegerdenkmal, das ja ursprünglich nicht oben hinter der Kirche, sondern unten im Orts- zentrum stand – wie heut noch das Flehinger mit den dort namentlich aufgelisteten Toten des

ersten Weltkriegs. Die Toten des Zweiten Weltkriegs sind alle auf dem Friedhof dokumentiert. Auch in Derdingen hat das Kriegerdenkmal eine Wanderung hinter sich. Es stand bis vor 50 Jahren am Eingang zum Unterdorf an der Kreuzung Flehinger- und Haustraße. Weswegen versetzte man Ende der 1960 er anfangs der 1970 er Jahre Kriegerdenkmale? In Großvillars erinnerte man an die Toten der beiden Weltkriege erst in den 1980 er Jahren durch ein ent-sprechendes Denkmal auf dem dortigen Friedhof. Bei der Erfassung der Kleindenkmale geht  es auch um die  Geschichten hinter den Steinen – Wer hat Lust auf diese Detektivarbeit? Auch Jüngere sind recht herzlich zum Mitmachen eingeladen.

Ein weiteres Thema unserer letzten Zusammenkunft vor der Sommerpause war, was machen wir im Winterhalbjahr, auf was bereiten wir uns jetzt vor? Hier kam der Vorschlag, wir könnten doch unseren Mitbürgern anbieten, ihre alten Super 8 Filme zu zeigen. Wenn der Enkel vom Opa Filme geerbt hat, die er gerne sehen würde – die technischen Mittel kann der  Heimat-kreis bieten. Wir hätten auch ein interessiertes Publikum für lebendige Erinnerungen an die Zeit vor der digitalen Filmerei. So lange ist es gar nicht her, auch frühe Camcorder-Auf-nahmen sind interessant. Es hat sich so viel in der Gesellschaft und in der Gemeinde

geändert, nicht nur in der Kleidermode, und man kommt oft ins Staunen bei der Betrachtung solcher früheren Filme. Fazit unserer Zusammenkunft am vergangene Donnerstag: Wir sollten uns auf Naheliegendes konzentrieren und für den Herbst ein Programm anbieten, das auch „Jüngere“ zum Mitmachen anregt. Wir werden im September nach Würzburg fahren, um dort einen „Sickinger – Wirkungskreis“ zu erkunden. Jetzt aber, am Samstag den 28. Juli, geht es nach Blaubeuren. Bisher haben sich dafür ca. 30 Interessierte zur Mitfahrt ange-meldet. Sie kostet samt Eintritt und Führung zum Hochaltar im ehemaligen Benediktiner-kloster 18 €. Um 7.30 Uhr treffen wir uns in Flehingen am Stadtbahnhalt Industriegebiet.

(3018)

Bloßein paar Scherben…

Jungsteinzeitlicher Fund in Oberderdingen – Tongefäß aus der Michelsberger Kultur ©Foto:Landesdekmalamt
Jungsteinzeitlicher Fund in Oberderdingen – Tongefäß aus der Michelsberger Kultur ©Foto:Landesdekmalamt

Dieses Frühjahr entdeckte bei einer  Straßenbau-maßnahme in Ober-derdingen ein Vereins-mitglied in gut anderthalb Meter unter dem heutigen Bodenniveau alte  Scherben und meldete dies dem Denkmalamt. Alte Keramik gibt es bei uns immer wieder, ist ja der fruchtbare Kraichgau uraltes Siedlungsland und seit der Jungsteinzeit intensiv landwirtschaftlich genutzt. Oft findet man bei uns archäologische Relikte auch oberflächennäher. Dies hängt mit dem Klima und der Bodennutzung zusammen. Die Erosion trägt Erde ab und füllt Mulden auf. Menschen siedeln nicht an willkürlichen Plätzen, sondern achten auf ihre Bedürfnisse. Sie brauchen Wasser in Siedlungsnähe. Wenn das Wetter eher nasskalt und zugig ist, siedelt man an geschützten, sonnigen Stellen, ist es heiß bevorzugt man nördlichere Lagen. Findet man heute Siedlungs-relikte aus vorgeschichtlicher Zeit, so lassen sich dann Rückschlüsse zum seinerzeitigen Klima und seiner Entwicklung ziehen. Nicht nur das, man hat mit immer ausgefeilteren Untersuchungsmethoden die Möglichkeit, Ernährungsgewohnheiten, ja sogar Wanderungs-bewegungen und Abstammungsfolgen zu rekonstruieren. Wenn man Skelettreste findet, sind auch Untersuchungen anhand der DNA möglich. Was hat man davon- brotlose Kunst, sonst

nichts? Nicht ganz, denn historische Siedlungsentwicklung gibt Hinweise auf kommende Trends. Wanderungsuntersuchungen weisen auf Risiken, Zusammenhänge zwischen Ernähr-ungsgrundlagen und Bevölkerungsentwicklung, auf Siedlungsdichte und Schichtigkeit und auf Konfliktpotentiale hin. Insofern ist Archäologie auch menschliche Grundlagenforschung.

Unter den im Frühjahr bei uns gefundenen Keramikresten war auch ein großes Tongefäß, das umgekehrt in der Erde steckte. Sein Topfboden fehlte oder war zerbrochen und zerbröselt. Es

stammte aus einer Zeit, in der es noch keine Töpferscheibe gab. Die Verzierungen und seine Gestalt legen nahe, dass es der „Michelsberger Kultur“ zuzuordnen ist. Grob geschätzt entstand es zwischen 4.000 und 3.000 vor Christus. Da es im Block geborgen werden konnte, gibt es nun die Möglichkeit im Labor zu untersuchen, was es wohl ursprünglich enthielt. Damit lässt sich dann auch abschätzen, zu was es seinerzeit diente. Ein fast gleiches Gefäß wurde vor gut 20 Jahren in Großvillars beim Friedhof gefunden. Daraus kann man ableiten, dass vor 5.000 bis 6.000 Jahren hier ein Sippenverband siedelte. Was man aber (noch) nicht weiß, wie sahen die Siedlungen aus, waren sie befestigt? Warum wurden so große Gefäße umgekehrt vergraben? Gefäße in dieser Größe waren keine Dutzendware, es war schwierig sie zu formen und zu brennen. Man darf gespannt sein, welche Antworten die Spezialisten des Denkmalamts auf diese Fragen finden.

Zur letzten regulären Sitzung vor der Sommerpause treffen wir uns am Donnerstag,den 19.07.2018, um 19.30 Uhr im Bahnhof Flehingen.

(2918)

Blaubeuren

Stahlstich von Blaubeuren um 1840
Stahlstich von Blaubeuren um 1840

Das Programm für

unseren Ausflug am Samstag, den 28. Juli 2018, zum Benediktiner-kloster am Blautopf wird konkreter. Wir treffen uns um 7.30 Uhr am Stadt-bahnhalt Industriegebiet und fahren nach Bretten, steigen dort in den Regionalzug nach

Stuttgart, dann im Hauptbahnhof in den Zug nach Ulm. Von dort schließlich in den Regionalzug, der uns nach Blaubeuren bringt. Die Bahnfahrt dauert bis kurz vor ½ 12 Uhr. Nach dem Mittagessen gehen wir zur Stadtkirche von Blaubeuren, dem „bürgerlichen Gegenstück“ zur Klosterkirche, um anschließend den Blautopf zu besuchen, dem Eduard Mörike mit seiner „Historie von der schönen Lau“ ein literarisches Denkmal setzte. Von dort ist es nicht weit zum Kloster mit dem berühmten Hochaltar. Wir erhalten sein Bildprogramm erläutert. Es übersetzt Szenen aus der Weihnachts- und Adventszeit ins Deutsche Mittelalter. Die Malereien entstanden in Ulm zu Ende des 15. Jahrhunderts. Eigentlich erstaunlich, denn der prächtige Altar steht an einem Platz, der seinerzeit den Mönchen vorbehalten war. Die konnten ja lesen, waren also nicht auf eine „Bilderbibel“ angewiesen, wie die Laien. Deren Dorfkirchen waren um diese Zeit mit Fresken ausgemalt, welche die zentralen christlichen Botschaften den Gläubigen nahe-bringen mussten. Im Übrigen war Blaubeuren ja ein Zentrum der Buchkunst mit einer höchst produktiven Kopierstube. Der Chor der Klosterkirche ist eines der schönsten und berühmtesten Kulturdenkmale der Spätgotik in Württemberg. Das Blaubeurer Kloster ist heute ein beliebter Hochzeitsort, an diesem Samstag finden dort mehrere Trauungen statt. Wenn Sie mitfahren wollen, bitte melden Sie sich im Aschingerhaus oder bei Herrn Kowarsch in Flehingen an. Sie erleichtern damit die Organisation wesentlich. Fahrt, Eintritt und Führung kosten 18.-- €. Die relativ frühe Abfahrt um 7.44 Uhr in Flehingen (aber bitte wegen dem

Fahrkartenkauf schon um 7.30 Uhr zum Industriegebiet kommen!) hängt mit den Hochzeitsterminen in der Klosterkirche zusammen.

(2718)

Auf! Mitmachen!

BDM Mädchen 1940Stuttgart
BDM Mädchen 1940Stuttgart

Der Erste Weltkrieg liegt drei Generationen zurück, unsere Großväter (und Urgroßväter) lebten in einer andren Welt, in einer für uns nur schwer vorstellbaren Zeit. Man hatte Hunger, ja man war

auch auf dem Land chronisch unterernährt. Nicht nur im blockierten, vom Seehandel abgeschnittenen Weltkriegsdeutschland. Dem europäischen Durchschnittsbürger ging es 1918 viel schlechter als den Armen in den heutigen Entwicklungsländern. Wir leben hier und heute aus seinerzeitigem Blickwinkel

quasi im Paradies! Auch vor zwei Generationen ging es uns erdenliederlich. Manchmal  schadet ein Blick zurück nicht. Aber: will man bei uns über die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts recherchieren, stößt man auf ausgedünnte Quellenlage im Derdinger

Gemeindearchiv. In den letzten Kriegstagen und während des Umbruchs wurden Akten auf dem Rathaus im Feuer „entnazifiziert“ und dabei auch viele an sich „harmlose“ Belege mit verbrannt. So sind wir in der Lokalgeschichtsforschung auf Sekundärquellen angewiesen. Zum Beispiel auf Zeitungsberichte und auf das, was sich beim Staat erhalten hat. Im heutigen Forum – dem alten Oberdörfer Schulhaus bis 1937 – war seinerzeit der „weibliche Arbeits-dienst“ des BDM untergebracht. Heute weiß man über dieses „Lager“ in Derdingen fast nichts mehr, es gibt keine örtlichen Aufschriebe. Oder von den Unruhen nach dem ersten Weltkrieg ist bei uns auch nichts in den Quellen überliefert.

Allemal spannend wäre es, nachzuspüren wie es nach 1918 zur Machtergreifung einer Partei kam, und ob man deren verbrecherischen Ziele vor 1933 erkennen konnte – und weshalb man dies möglicherweise gar nicht wollte. Spannend ist es nachzuspüren, warum die Ent-wicklung nach den 40 er Hungerjahren in der zweiten Jahrhunderthälfte anders verlief. Die objektive wirtschaftliche Ausgangssituation war ja durchaus vergleichbar. Man hatte beide Male buchstäblich nichts! Wir sollten uns im Verein auch der zeitnahen Geschichte ein bisschen zuwenden. Den Anfang haben wir damit gemacht, dass wir in Stuttgart die Ausstellung über die 68 er Jahre angesehen haben. Im nächsten Rundbrief kann dann die

Nacharbeit erfolgen. Schön wäre es, fände sich jemand, der über die 20 er und 40 er Jahre in unserer Gegend recherchieren würde, und dann in einem Rundbrief darüber erzählen könnte. Geschichte passierte nicht bloß vor 200 Jahren, schaden tut es auch nicht, wenn man über die jüngere Vergangenheit mit ihren Hungerjahren nachdenkt. Über deren Ursache und der daraus dann folgenden späteren Entwicklung. Mitmacher sind in unserem Verein gesucht, es gäbe so viele interessante Themen!

(2618)

Die „langen, wilden“ 60 er!

Zufriedene Teilnehmer unserer Exkursion nach Stuttgart
Zufriedene Teilnehmer unserer Exkursion nach Stuttgart

Jeder hatte etwas anderes auf der Rückfahrt von der

Ausstellung im Haus der Geschichte in Stuttgart zu erzählen. Es mischten sich

persönliche Erinnerungen und die Bilder vom Chaos in den Universitätsstädten,

die dort unter dem Motto „..denn die Zeiten ändern sich“ gezeigt wurden. Man sah Videoanimationen mit

Schlüsselszenen zu Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg – und auf dem Land empfand man die wilde Zeit der 68 er ganz anders. Erinnert wurde in der Stuttgarter Sonderausstellung an den Vietnam Krieg und seine damalige Fern-wirkung in Baden-Württemberg. An die Jugendkultur mit „selbstverwalteten Jugendzentren“ – die allesamt scheiterten, wie im Ausstellungskatalog nachzulesen ist. Der „wilden Zeit“ konnte man schon im Eingangsbereich nachfühlen mit den harten Rhythmen eines Bill Haley oder den Songs der Beatles. Die Mode mit Minirock für die weibliche Jugend, da Wegbrechen von Tabus, die Pille, Aufklärungsunterricht und der Wandel der Sexualmoral waren Themen-bereiche der Ausstellung. Deutlich wurde der damalige Zusammenhang von linker Politik und Rockmusik, oder das Thema „Frauenemanzipation“. Eigentlich waren die „68 er“ das Lebens-gefühl eines langen Jahrzehnts, das man mit der Parole „sage Nein“ überschreiben könnte.

Dazu zählen die Notstandsgesetze, die Studentenprovokationen, Gewalt an den Universitäten und bei Demonstrationen. Es keimte schließlich auf dem Nährboden des sozialistischen Studentenbundes und der Kommune I (K1) in Berlin der Terror der Roten Armee Fraktion mit ihren Verbrechen. Deutlich wurde in der Ausstellung auch, dass dieses revolutionäre Potential der 68 er nur einen ganz kleinen Teil der Bevölkerung berührte, die Mehrheit der Deutschen wollte seinerzeit weder demonstrieren noch einen Systemwechsel. Die gärende protest-ierende Jugend war nur eine verschwindende Minderheit, die es aber mit ihrer geschickten Propaganda verstand ihre Sicht der Verhältnisse im Fernsehen, Film und Presse massiv zu

verbreiten. Die „Grünen“ sind eine späte Frucht dieser Bewegung. Die Teilnehmer unserer Exkursion in dieses Kapitel der Zeitgeschichte waren mit der Fahrt rundherum zufrieden. Organisation und auch der Gaststättenbesuch in Stuttgart klappten.

Am vergangenen Donnerstag beriet der Vorstand unseres Vereins über die Auswirkungen der europäischen Datenschutz Grundverordnung und beschloss im nächsten Rundbrief die Rechte unserer Vereinsmitglieder dieser Richtlinie entsprechend aufzulisten. Ebenso hat er die Redaktionsrichtlinien für die Rundbriefe und den Internetauftritt  leicht modifiziert. Beschlossen wurde auch, dass wir die diesjährige Sonderveröffentlichung zu Großvillars an unsere Mitglieder kostenlos abgeben.

(2518)

Einladung zur Vorstandsitzung

Familie Christian Kögel aus dem Unterdorf 1918, hier ist der Datenschutz wohl beendet
Familie Christian Kögel aus dem Unterdorf 1918, hier ist der Datenschutz wohl beendet

Unser Verein setzt die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) um. Deren

Grundgedanke ist Transparenz, d. h. die Mitglieder müssen wissen, was mit den Daten, die der Verein von ihnen hat, passiert. Wir haben diese noch nie an Dritte weitergegeben und nur das gespeichert, was zur Verwaltung des Vereinszwecks nötig ist.  Bei den Fotos haben wir seither unterschieden. Arg aufgepasst haben wir mit denjenigen, die ins Internet gestellt wurden, großzügiger waren wir mit der Veröffentlichung von Bildern in Rundbriefen, aus der Überlegung heraus „die Personen hat man im Ort ja sowieso schon

gekannt“, zu einer Dorfgemeinschaft gehört unverkrampfte Kommunikation. So pauschal soll man diese Unterscheidung jetzt nicht mehr vornehmen.

Der Datenschutz endet mit dem Tod der gezeigten Person. Von Auswärtigen oder  Unbe-kannten, die möglicherweise auf Bildern zu sehen sind, weiß man oft nicht ob sie noch leben. Wie geht man in Zukunft mit solchen Bildern um? Jedenfalls werden Vorstand und Beirat sich in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag, den 21. Juni 2018 um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof über die Konsequenzen aus der Datenschutz-Grundverordnung für unseren Verein unterhalten und die neue Praxis in Redaktionsrichtlinien für Rundbriefe und Sonderveröffent- lichungen verabschieden. Wir diskutieren dabei auch über die Grundzüge der Kalkulation zu Finanzierung von Sonderveröffentlichungen.  Diese erhalten unsere Mitglieder ja auch als Gegenleistung für ihren Jahresbeitrag.

Unsere Mitglieder sind zu dieser Veranstaltung recht herzlich eingeladen. Damit es aber nicht nur trocken und rechtlich zugeht, zeigen wir neu ins Vereinsarchiv gekommene, alte Bilder und üben „Manöverkritik“ zu unserer Exkursion nach Stuttgart ins Haus der Geschichte mit

dem Besuch der Ausstellung über die 68er Bewegung. Wer mitfahren will, soll am Dienstag, den 19. Juni 2018 um 10 Uhr am Stadtbahnhalt Industriegebiet in Flehingen sich einfinden. Am späten Nachmittag werden wir wieder zurück sein.

(2418)

Nochmalsdie 68 er!

Spielplatz in Oberderdingen Ecke Gartenstraße / Bremich 1968
Spielplatz in Oberderdingen Ecke Gartenstraße / Bremich 1968

Um uns in das Thema

einzustimmen, fahren wir am Dienstag, den 19. Juni 2018, nach Stuttgart und besuchen dort die Ausstellung „Die Zeiten ändern sich“. Im Haus der Geschichte (gegenüber dem Landtag) wird an die 1960 er Jahre und die seinerzeitigen Umbrüche erinnert. Die Ausstellung ist vom Bahnhof aus leicht fußläufig erreichbar. Wer mitfahren will, braucht sich nicht anzumelden, sondern soll sich um 10 Uhr am Stadtbahnhalt Industriegebiet einfinden. Fahrt und Eintritt kosten 18,- €. Wir werden am Spätnachmittag zurück sein und über Heilbronn fahren. Dies dauert nur un-wesentlich länger als über Mühlacker. Merken Sie sich bitte den Termin jetzt schon vor.

Wir probieren es halt, obwohl noch nicht viel Material zum Thema 1968 er Jahre in unserem Archiv ist und hoffen, dass wir über den Sommer noch eine Anzahl Bilder dazu bekommen, um einen Fundus für den Leitartikel im Rundbrief 56 zusammenzubringen. Gesucht sind Bilder zum Sektor Landwirtschaft, die nicht mehr Kuhfuhrwerke, sondern eher Schlepper zeigen. In der Industrie wurden „Hausfrauenschichten“ eingeführt. Auch dazu sind Bilder erwünscht, oder vom Handwerk, vom Aussehen der Kaufläden (Innenaufnahmen), Bilder vom Bauboom der 1960 er, Innenaufnahmen vom Wohnzimmer mit dem ersten Fernseher, Bilder vom Beginn der allgemeinen Motorisierung, also vom Motorrad dem VW oder Motorroller, mit dem man zur Arbeit fuhr. Aufnahmen von den Vereinsfesten der zweiten Hälfte der 1960 er (ohne die Derdinger 1200 Jahrfeier, davon sind bereits viele im Archiv). Aufnahmen vom Beginn der Müllabfuhr bei uns. Flugblätter zum wirtschaftlichen Einbruch 1966 oder zur

Anti Baby Pille, eben alles was in die Umbruchzeit in der zweiten Hälfte der 60 er Jahr illustrieren könnte. Z.B. auch Aufnahmen von der Musterung (Nachfeier in der Wirtschaft, die künftigen Rekruten bekamen damals von der Gemeinde ein Viertele in der Wirtschaft bezahlt).

Unser Verein wird mit den Bildern – oder Belegen – verantwortlich umgehen und den

Datenschutz beachten. Wer Bilder bei Frau Riedling im Aschingerhaus, Herrn Kowarsch oder Herrn Combe abgibt, soll auf einem bei diesen Personen für diesen Zweck vorrätigen Vordruck bestätigen, dass er mit der Veröffentlichung einverstanden ist. Das ist zwar aus Datenschutzgründen bei Personen, die nicht mehr leben nicht nötig, aber wir unterscheiden wegen „Verwaltungsvereinfachung“ nicht. Auch sollten die auf den Fotos abgebildeten Personen möglichst namentlich benannt werden. Der nächste Rundbrief mit dem Schwerpunktthema „die 1968 er Jahre“ wird im Spätherbst erscheinen.

(2318)

Die „68 er“

Traubenanlieferung im Amthof Mitte der 1960 er Jahre
Traubenanlieferung im Amthof Mitte der 1960 er Jahre

Vielleicht gibt dies das Schwerpunktthema für den nächsten Rundbrief: „Die 1968 er bei uns auf dem Lande“. Aber nur dann, wenn dafür genügend Material zusammenkommt. Gesucht sind jetzt Fotos, die das Lebensgefühl vor 50 Jahren in unserem Bereich illustrieren könnten: Schulaufnahmen, Konfirmations- und Kommunionbilder, Fotos von Veranstaltungen, Hochzeitsbilder, Bilder vom Gemeinderat und Kirchengemeinderat, von Vereinen. Aber auch eventuell noch vorhandene private Super 8 Filme. Klar: Zeitzeugen leben noch, sie haben noch abrufbare Erinnerungen. Wie war es damals in der Industrie, was machte man als Lehrling, wie fühlte man sich. Es existieren sicher noch Aufschriebe, Einladungen zu Zusammenkünften auf genossenschaftlicher oder Vereinsebene. Gefragt sind Dokumente die den Wandel in der Landwirtschaft und im Weinbau zeigen. Fotos von Maschinen und Autos auf denen man den Alltag vor 50 Jahren erahnen kann. Der private Bereich sollte auch gestreift werden: was bekam man zu Weihnachten, zum Geburtstag, wie feierte man Feste, welche Geschäfte gab es am Ort, was kaufte man auswärts. Anknüpfungspunkte gibt es viele, man muss eher aufpassen, dass man sich nicht verzettelt. Der erste Schritt ist nun „Material sammeln“. Wer also Fotos oder Papiergegenstände (z.B. Illustrierte oder Prospekte) aus der Zeit um 1968 hat, die das Zeitgefühl begreifbar machen, sollte diese dem Verein zur Verfügung stellen. Er erhält die Originale selbstverständlich zurück. Ansprechpartner und Sammler von Papierbelegen sind Frau Riedling im Aschingerhaus, Herr Kowarsch in Sickingen und Herr Combe in Großvillars. Mal sehen, was auf diese Weise zusammenkommt. Vielleicht taugen die Bilder oder Gegenstände als Basis für eine Ausstellung. Dies wäre dann ein zweiter Schritt, den man sich überlegen könnte Wir haben uns vorgenommen am Thema zu bleiben und werden auch im Blättle ab und zu einzelne Aspekte aufgreifen und beleuchten. Die 68 er Jahre (definiert der Begriff sogar einen Zeitraum?) mit dem heute vergleichen, oder damals aktuelle Fragen stellen. Seinerzeit begann die „Verwaltungsreform“ mit der Zentralen-Orte Denkschrift – aber daran erinnern sich nur noch Wenige. Übrigens: das große Thema Datenschutz, es betrifft auch unseren Verein. Wir haben darauf bereits intern mit neuen Richtlinien für unsere Veröffentlichungen reagiert, die der Vorstand bei unserer nächsten Sitzung am Donnerstag, den 21.6.2018 um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof beraten und in Kraft setzen soll. Zentrales Thema ist – wie gehen wir mit digitalen Fotos um. Bei der Verwaltung der Mitgliederdaten sind die Regeln ja verständlich und seither immer schon eingehalten worden.

(2218)

Wir brauchen „Mitmacher“

Konfirmation in Flehingen 1970 mit Pfarrer Wiederkehr
Konfirmation in Flehingen 1970 mit Pfarrer Wiederkehr

 Was bietet der Heimatkreis als Kernkompetenz und welche Felder könnte er noch beackern? Über

solche Fragen diskutierte man am vergangenen Donnerstag beim Trollinger in der Vinothek. Eine Weinprobe kam allerdings dabei nicht zustande, trotzdem regte

die „schwäbische Blutgruppe“ das Gespräch merklich an. Aufgelistet wurden Vorschläge, Wünsche und aufge-frischt Erinnerungen an frühere Aktionen. Man könne doch wieder im Haus Edelberg oder bei den Senioren alte Fotos zeigen. Den Einwand, da bekommen wir keine neuen Mitglieder, die Interessierten sind sowieso schon beim Verein, konterte der Einwand „aber vielleicht neue alte Bilder!“ Oder der Vorschlag nicht mehr gebräuchliche Begriffe für Geräte, Tätigkeiten oder Werkzeuge zu sammeln. Denkbar wäre dafür ein Quiz in der Form eines Preisaus-schreibens. Man könnte auch alte Rezepte zum Nachkochen anbieten wie „Sternenfelser Saueressen“, ja typische Gerichte zu bestimmte Anlässen aufschreiben, vielleicht sogar deren Varianten ausprobieren. Vorschläge kamen für Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung, nach Neuenbürg oder in nicht so bekannte Museen der Nachbargemeinden, in Ortschaften, die früher zum Klosteramt Derdingen zählten und aus dieser Zeit noch „Sehenswürdigkeiten“ besitzen. Der Ausflug nach Blaubeuren – er wird am 28. Juli 2018, d.h. am ersten Ferienwochenende sein – und eine Fahrt nach Würzburg im Herbst wurden ebenso angesprochen wie Erinnerungen an Mehrtagesexkursionen ins Piemont.

Es wäre wünschenswert, wenn der Heimatkreis das Thema Handybedienung oder Tablet-Nutzung aufrufen würde, eventuell zusammen mit dem Seniorenkreis und der Gemeinde. Könnte hier die Volkshochschule etwas bieten, das über die spärliche Hilfe der eigenen

Enkel hinausgeht? Oder: nachdem man die in der Vergangenheit angebotenen Weinproben

besprochen hatte, kam der Vorschlag auf, weshalb bietet der Heimatkreis nicht einmal versuchsweise einen „Kaffeeklatsch“ an? An Vorschlägen mangelte es also keinesfalls fürs nächste halbe Jahr. Der Verein wird sich auch weiter um die Dokumentation der Klein-denkmale auf unseren Markungen kümmern. Dazu wurde mit dem Kreisarchiv Kontakt aufgenommen, dieses versprach die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden zu koordinieren. Dies ist ein nicht ausdiskutiertes Thema mit vielen Facetten in dem hoffentlich ein großes „Mitmachpotential“ steckt. Offen blieben auch die Arbeitsfelder „Artikel für die nächsten Rundbriefe“. Da wären die 1968 er Jahre auf dem Land ein Thema.

Deutlich wurde dies bei den Kommentaren zu den von Heinrich Kowarsch gezeigten Flehinger Konfirmationsbildern. Die Konfirmandinnen trugen seinerzeit „Miniröcke“. Apropos Mode, ein paar Jahre vorher hatten sie Krönchen auf. In der Nachkriegszeit wurde ein „schwarzer Anzug“ auch schon mal in der Familie für eine Hochzeit verliehen. Die alten Fotos aus Flehingen, Schulbilder, Familienaufnahmen, Fotos vom Weißen Sonntag machten „Appetit“ auf das für nächstes Jahr geplante Ortsfotoalbum. Dafür sammelt der Verein weiter Bilder.

Ausgangs- und Angelpunkt der durchaus lebhaften Diskussion blieb die Frage, wie bringt man es fertig, dass der Heimatkreis ein „Mitmachverein“ mit einem deutlichen Zuwachs an jungen Mitgliedern wird. Wenn ein Verein wächst, ist dies ein Zeichen für seine Attraktivität. Der Heimatkreis hat über 400 Mitglieder, wir werden uns anstrengen müssen, damit wir weiter wachsen.

 (2118)

Der Heimatkreis ist steuerbegünstigt!

Fußballmannschaft Flehingen – ca. 1962
Fußballmannschaft Flehingen – ca. 1962

Von Zeit zu Zeit

überprüft das Finanzamt die „Steuerbegünstigung“ von Vereinen, erhebt Fakten, die zu einer Veranlagung zur Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer führen

könnten. Beispielsweise ob ein Verein einen Wirtschaftsbetrieb unterhält, oder

sich sonst irgendwie wirtschaftlich betätigt und ob bestimmte Wertgrenzen in seiner Vereinstätigkeit überschritten werden. Das Finanzamt Bruchsal hat jetzt anfangs Mai dem Heimatkreis mit dem „Freistellungsbescheid“ seine „Gemeinnützigkeit“ bestätigt. Das hängt auch damit zusammen, dass alle „Offiziellen“ des Vereins ehrenamtlich tätig sind, also kein Geld für ihre Tätigkeit bekommen, der Verein auch keine Honorare für Artikel in den Rundbriefen zahlt. Der Verein darf also Spendenbescheinigungen für Zuwendungen ausstellen, die zur Förderung von Kunst und Kultur und der Förderung der Heimatkunde dienen. Spenden sind -neben den Mitgliedsbeiträgen- ein wichtiges Standbein für unsere Vereinstätigkeit.

Wir rechnen mit Druckkosten von 9.500 € für unsere Veröffentlichungen (Rundbriefe und das

geplante Heft zu Großvillars) im Jahr 2018. Wir werden also nunmehr den Vereinsbeitrag für dieses Jahr bei den Mitgliedern abbuchen.

Unsere nächste Zusammenkunft ist am Donnerstag, den 17. Mai 2018 um 19.30 Uhr in derOberderdinger Vinothek und nicht wie sonst üblich im Flehinger Bahnhof. Dabei möchten wir über die Angebote für diesen Sommer diskutieren, und uns neu ins Archiv gekommene Bilder ansehen. Auch über Mitgliederwerbung sollten wir reden. Das Wachstum eines Vereins ist ein Zeichen für seine Attraktivität, ein Verein wächst aber nur, wenn er etwas (an)bietet. 

(2018)

Flehinger Ortsfamlienalbum

Fußballmannschaft Flehingen – ca. 1962
Fußballmannschaft Flehingen – ca. 1962

Am Donnerstag, 17. Mai 2018, treffen wir unsausnahmsweise in der Vinothek und nicht im Flehinger Bahnhof. Um 19.30 Uhr sehen

wir uns wieder alte Fotos an, und es gibt auch Themen zu bereden, die im nächsten Rundbrief behandelt werden können. Dieses Mal ist ja der Artikel zur Violetta in Oberderdingen über den Verein hinaus registriert worden. Es interessiert

sich das Publikum für Themen der 50 er und 60 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Protokolle und Reflexionen von „Zeitzeugen“. Bislang nicht niedergeschrieben ist die Geschichte der Kinos in unserem Bereich. Kino gab es nicht nur in Bretten, sondern auch in Derdingen oder Flehingen. Unterhaltungs- und Freizeitangebote in der Zeit vor dem Fernsehen, Informations-quellen vor dem Computerzeitalter. Ein Thema das gründliche Recherche erforderlich macht, aber sicher unsere Mitglieder ansprechen würde. Wer will es bearbeiten? Im Mai werden wir noch den Jahresbeitrag für 2018 einziehen. Es sind wieder die schon fast zwei Jahrzehnte verlangten 10€ Eigentlich ein „Sozialbeitrag“ für einen Verein, der jährlich zwei Rundbriefe und zumeist noch eine Sonderveröffentlichung herausgibt. Das geht nur bei einem steigenden Mitgliederbestand.

Für nächstes Jahr ist ein Ortsfamilienalbum für Flehingen geplant. Dazu suchen wir noch aus-sagekräftige Bilder über das Dorfleben bis etwa in die 1970 er Jahre hinein. Der Verein hofft, auch diese Dokumentation vergangener Zeiten den Mitgliedern ohne Zuzahlung überlassen zu können. Wir kalkulieren dabei, dass das Vereinswachstum den Kostenzuwachs auffängt. Man wird sehen und kann ja im Bedarfsfall schnell reagieren. Noch vor ein paar Jahren hatten die Rundbriefe einen Umfang von 40 Seiten, heute haben sie 60 bzw. 72 Seiten. Wenn alles

klemmt, könnten wir ja zurückfahren, bzw. wieder einmal nur in schwarz- weiß drucken. Und wenn die Rechnung aufgeht? Dann könnten wir im Ortsfamilienalbum Flehingen auch wieder farbige Bilder aufnehmen. Die Entscheidung wie wir uns verhalten, wird erst im Spätjahr fallen.

(1918)

Aus dem Vereinsleben

In der riesigen Skulptur auf dem Vorplatz des ZKM verbergen sich über 40 Lautsprecher
In der riesigen Skulptur auf dem Vorplatz des ZKM verbergen sich über 40 Lautsprecher

Vielleicht lag es am Datum, vermutlich aber eher am Thema. Übermäßig großes Interesse war an der Ausstellung im ZKM in Karlsruhe zum Thema Digitalisierung und deren Geschichte bei unseren Vereinsmitgliedern nicht vorhanden. Obwohl heute in der Praxis jeder davon berührt ist, und auch die Politik sich daran abarbeitet. Das Zusammenwirken von Mensch und Maschine wird in Zukunft noch mehr den Alltag bestimmen. Warum können Roboter etwas machen, und was können sie überhaupt? Welche Tendenzen kann man erkennen? Das ZKM zeigt die Entwicklung vom ersten Computer (Suse) bis zur Anwendung der DNA-Moleküle als Daten-speicher. Nicht jeder kann alles verstehen. Aber einen Einblick wohin die Reise im 21. Jahrhundert gehen könnte, und wie schnell sich die Verhältnisse ändern, das bekommt man schon mit im ZKM, das gar nicht wie ein Museum aussieht. Zum Vormerken: Wir fahren am Samstag, den 28. Juli, das ist das erste Sommerferienwochenende, nach Blaubeuren. Ein guterhaltenes Kloster, dessen in der Reformation eingerichtete Klosterschule heute noch als „Seminar“ d.h. Oberstufe eines Gymnasiums in der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche sich erhalten hat. Gleich neben dem Kloster liegt der Blautopf. Die Geschichte von der schönen Lau gehört zum Standardrepertoire der Württembergischen Sagen. Für Sickingenfreunde bieten wir im September eine Fahrt nach Würzburg. Dort haben sich nicht nur auf der Festung Marienburg Belege aus der FürstbischöflichenVergangenheit dieses Geschlechts erhalten. Sehenswert ist auch das Museum. Hier will Karl Banghard zu den im Stadtbild heute noch öfters anzutreffenden fünf Schneeballen führen und deren Hintergründe erläutern.Ab dieser Woche wird der Rundbrief 55den Mitgliedern zugestellt. Wie der Rücklauf bisher ergab, kommen die Artikelzu „Violetta“ und dem Flehinger Wirkteppich gut an. Die Themen sind ausgewogen,etwa die Hälfte befasst sich mit Volkskunde, die andere Hälfte der Aufsätze hat einen regionalgeschichtlichen Hintergrund.Wegen der Sicherung unseres Bildarchivs hatten wir vergangene Woche ein Gespräch mit dem Kreisarchivar Bernd Breitkopf.Es ging um die Zusammenführung der Fotos aus den Ortsteilen und Zugriffs-möglichkeiten durch die Gemeinde. Technisch dürften die Probleme lösbar sein.Teil 2 des Ortsfamilienalbums Großvillars soll ja auf Weihnachten herauskommen, und nächstes Jahr ist eine entsprechende Veröffentlichung mit Flehinger Bildern geplant. Dazu werden wir weiterhin das Computerprogramm GenHisto einsetzen, das auch andere Heimatvereine im Kraichgau nutzen.

(1818)

Jahresbeitrag 2018 wird abgebucht

Auf den Marksteinen an der Sternenfelser Grenze weicht das Sternenfelser Fleckenzeichen manchmal vom Gemeindewappen ab
Auf den Marksteinen an der Sternenfelser Grenze weicht das Sternenfelser Fleckenzeichen manchmal vom Gemeindewappen ab

Nächste Woche erhalten unsere Mitglieder den Rundbrief Nr. 55. Er enthält auf 48 Seiten Aufsätze zur Lokal-geschichte und  einen zwölfseitigen Bilder-anhang. Lesenswert ist die Schilderung des Zeitgefühls der 60 er Jahre des vergangenen

Jahrhunderts im Artikel „Violetta“ – die Historie einer Tanzkapelle. „Vom

Wandteppich aus dem Flehinger Schloss“ erzählt ein Aufsatz über einen kostbaren

Schatz, der im Magazin des Historischen Museums in Speyer aufbewahrt wird und

bei uns weniger bekannt ist.

Nächstens wird auch der Vereinsbeitrag für 2018 abgebucht. Er beträgt wie schon seit fast

zwei Jahrzehnten nur 10 €. Dafür erhalten die Mitglieder zwei Rundbriefe und zumeist auch noch eine Sonderveröffentlichung. Unser Verein ist steuerbegünstigt und wird vom Staat mit einem Druckkostenzuschuss unterstützt. Dieser betrug letztes Jahr 2.500 €. Der Bescheid für dieses Jahr steht noch aus, wir rechnen mit einem ähnlich hohen Betrag. Allerdings kann man das Geld erst abrufen, wenn die förderfähigen Ausgaben getätigt sind.

Bei der turnusmäßigen Zusammenkunft am vergangenen Donnerstag sahen wir kurz in einen Lichtmessfilm über Spergau (bei Leuna, ca. 1.000 Ew.) hinein. Dort an der Saale hat dieses „Brauchtum zum Winteraustreiben“ ein bisschen karnevaleske Züge. Interessant waren Fotos von Marksteinen im Grenzbereich zu Sternenfels und Kürnbach. Es scheint, als ob diese im Zuge der Aufnahme von Kleindenkmalen bereits erfasst sind. Zumindest sind sie sauber freigelegt und offensichtlich erst vor kurzem gereinigt worden. Wir werden uns erkundigen und die Arbeiten abstimmen.

Eine zweite Bilderserie befasste sich mit Scherben der Michelsberger Kultur. Sie wurden kürzlich in Oberderdingen ausgegraben und sind mindestens 5 – 6 Tausend Jahre alt.

Informiert wurden die Mitglieder auch über eine aus Österreich stammende Internetplattform zum Sammeln und Veröffentlichen von alten Fotos. An einer solchen „Topothek“ hat auch der Heimatverein Kraichgau Interesse. Eine Insellösung für unseren Verein oder Oberderdingen kommt allerdings nicht in Frage. Gegenstand der Diskussion waren auch die ab 25. Mai 2018 anwendbaren neuen „Europäischen Datenschutzvorschriften“, die wohl in ihrer überzogenen Regelungswut die Vereine und deren Ehrenamtliche empfindlich einschränken werden.  

(1718)

Kleindenkmale

Brunnenerfassung im Amthof
Brunnenerfassung im Amthof

Von wann ist eigentlich der Brunnen hinter dem Rathaus im Amthof? Sicher, man   weiß, dass ihn die Gemeinde zusammen mit dem Umbau der Zehntscheuer zu einem Rathaus 1984 an dieser Stelle  rrichtete, eine Pumpe speist ihn mit Grundwasser. Aber die Datierung am Kopf des Brunnens ist stark

beschädigt. Man kann sie mit 1716, eventuell auch mit 1726 auflösen. Aber das ist nicht sicher. Die eingemeißelte Warnung „Kein Trinkwasser“  am Brunnenstock gleich über dem Trog ist auch kaum noch lesbar. Der bronzene Wasserspeier ist neu, die Fratze weist den Stock als eine Steinmetzarbeit der Barockzeit aus. Man kennt den Künstler nicht der sie schuf. Unbekannt ist auch, wo dieser Stock früher einmal stand, und wie der Brunnen, den er zierte insgesamt aussah. Möglicherweise gehörte er zur

Wasserversorgung des Amthofs. Der ursprüngliche Amthofbrunnen ist auf der Fläche vor dem Glockenturm angedeutet. Sein Schacht ist noch vorhanden, aber jetzt steht kein Wasser mehr in ihm. Wenn jemand mehr über den Brunnenstock im Amthof weiß, so möge er dies dem Heimatkreis Oberderdingen mitteilen. Denn auch die Geschichten „vom Hörensagen“ soll man bei der Erfassung der Kleindenkmale aufnehmen.

Am vergangenen Samstag ist mit den Brunnen im Oberdorf der Anfang mit dem Erfassen der Kleindenkmale im Ortsteil Oberderdingen gemacht worden. Es sind nicht mehr alle vor-handen, der an der Kreuzstraße gegenüber dem ehemaligen Gasthof Adler fehlt, schon früher kam der Brunnen Ecke Obere Gasse/ Hintere Gasse weg. Denn mit dem Bau der Wasser-versorgung wurden die öffentlichen Pump- oder Laufbrunnen entbehrlich. Im Unterdorf fiel der Brunnen Ecke Haupt- und Weinstraße weg. Dafür steht an seiner Stelle das Lichtmess- denkmal. Beim nächsten Termin zur Erfassung der Kleindenkmale -so ein Vorschlag- könnte man sich die Brunnen an der Sternenfelser Straße und im Unterdorf vornehmen. Oder aber nur das Unterdorf, mit dem Wengerthäusle im Gaisberg an der Verlängerung der Weinstraße ebenso das Lichtmessdenkmal. Es gibt noch eine Menge zu tun. Wer an Heimatgeschichte Interesse hat ist zur Mitarbeit herzlich eingeladen. Bei solchen Entdeckungsreisen in die Heimat kommen oft verschüttete Aspekte ans Licht, denen es lohnt nachzugehen. Spannende Geschichten, die es wert sind, aufgeschrieben zu werden. Auch die nächste Erfassung der Kleindenkmale wird im Ortsnachrichtenblatt bekanntgegeben. Es sind jetzt in allen drei Ortsteilen mit dieser ehrenamtlichen Erfassung begonnen worden. Ansprechpartner für Großvillars ist Oscar Combe, für Flehingen Engelbert Rübenacker und für Oberderdingen Ewald Schneider.

Wir werden am Donnerstag, den 26. April 2018, nach Karlsruhe ins ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) fahren, Treffpunkt ist um 10.30 Uhr an der Stadtbahnhaltestelle Industrie-gebiet. Wir besuchen die Ausstellung „Open Codes“, sie zeigt die Geschichte der Digitalisierung und deren Konsequenzen. Das ZKM bietet aufwendige Installationen, die es so nur sehr selten zu sehen gibt. Fahren Sie mit und überzeugen Sie sich selbst.

Wir treffen uns jeden dritten Donnerstag im Monat im Flehinger Bahnhof um 19.30 Uhr, das nächste Mal also am 19. April 2018.

(1618)

Von der Lesegesellschaft zum Mitmachverein

Vorkriegsaufnahme der Derdinger Zehntscheune
Vorkriegsaufnahme der Derdinger Zehntscheune

Der Heimatkreis hat inzwischen rund 400 Mitglieder, die für ihren Mitgliedsbeitrag von 10 Euro zwei Rundbriefe von gut 120 Seiten Umfang und fast alle Jahre auch eine Sonder-veröffentlichung erhalten. Letztes Jahr das Ortsfamilienalbum Sickingen. Für dieses Jahr ist die Broschüre

„Großvillars, das Dorf und seine Bewohner“ mit vielen alten Fotos vorgesehen. Dies können wir leisten, weil wir alte Bilder sammeln. Insofern sind wir eine Lesegesellschaft, die ihren Mitgliedern Gedrucktes und Bilder zur Heimat-geschichte und Volkskunde bietet. Aber eigentlich greift unser Anspruch weiter; wir wollen auch ein „Mitmachverein“ sein. Deshalb engagieren wir uns in der Dokumentation der Klein-denkmale auf unseren Gemarkungen, oder wir bieten kleinere und größere Exkursionen an. Dieses Jahr zum Beispiel im Juli nach Blaubeuren. Wir treffen uns jeden dritten Donnerstag im Monat im Flehinger Bahnhof, zumeist betrachten wir dort alte Fotos. Aber ein Mitmach-verein sollte mehr bieten, insbesondere auch Jüngere ansprechen, die nicht unbedingt die gleichen Interessen haben wie Rentner. Wir werden am Donnerstag, den 26. April nach Karlsruhe ins ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) fahren, Treffpunkt ist um 10.30 Uhr an der Stadtbahnhaltestelle Industriegebiet. Wir besuchen die Ausstellung „Open Codes“, sie zeigt die Geschichte der Digitalisierung und deren Konsequenzen. Das ZKM ist aber kein „klassisches Museum“ mit Ausstellungsgegenständen in Vitrinen, die erklärt werden. Es bietet vielmehr aufwendige Installationen, die es so nur sehr selten zu sehen gibt. Fahren Sie mit und überzeugen Sie sich selbst.

Der Termin zur Aufnahme der Kleindenkmale am 14. April um 15.00 Uhr in Derdingen beim Brunnen hinter dem Rathaus ist so gelegt, dass eigentlich „alle, die wollen“ mitmachen

können. Wir werden uns nach der „Feldarbeit“ der Beschreibung der Brunnen beim „Maggi“ treffen, so etwa gegen 16 Uhr, um die weiteren Schritte zu besprechen, Termine festzulegen und auch Themen zu erörtern, die möglicherweise Jüngere interessieren. D.h. wir wollen den Versuch unternehmen, uns von der Lesegesellschaft ein wenig zum Mitmachverein zu wandeln. Kommen Sie, wenn Sie sich dafür interessieren. Möglichkeit und Termin bieten wir hoffentlich für Sie passend.

Nächstens treffen wir uns am Donnerstag, den 19. April 2018, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof.Thema: Was interessiert wohl unsere Mitglieder? Was können wir bieten? Wir sprechen über das Programm bis zu den Sommerferien. Und zum Trinken gibt es auch etwas. Parkplätze sind am Bahnhof vorhanden. Werden Sie ein „Mitmacher“ in unserem Verein. 

(1518)

„Mitmachverein“

Nicht im Unterdorf, sondern am Brunnen hinter dem Rathaus treffen wir uns am 14.4.2018 um 15 Uhr
Nicht im Unterdorf, sondern am Brunnen hinter dem Rathaus treffen wir uns am 14.4.2018 um 15 Uhr

Anfang Mai wird unser Verein den Jahresbeitrag 2018 in Höhe von 10 € von den Mitgliedern einziehen, d.h. abbuchen. Bis dahin wird auch der neueste Rundbrief Nr. 55 zugestellt sein. Die Mit- gliedsbeiträge  und Staatszuschüsse finanzieren die Rundbriefe, jedoch nicht die Sonder-veröffentlichungen. Dafür setzt der Verein Verkaufserlöse und Spenden ein.Gut ist es auch, wenn der Verein an Mitgliedern zunimmt, das gibt ihm weiteren Finanzspielraum. Nicht nur das Sammeln von alten Fotos und Sichern von Überlieferung ist Vereinszweck, sondern auch das sich kümmern um „Kultur“ im weitesten Sinne. Dies war der Hauptgrund, weshalb er sich dieses Jahr mit der Dokumentation der Kleindenkmale auf der Gemarkung befassen will. Dazu sucht er „Mitmacher“. Der Heimatkreis begreift sich nicht als bloße Lesegesellschaft, sondern er strebt an, als „Mitmachverein“ in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Es müsste doch mehr als nur ein paar Leute reizen, etwas über die Heimat zu erfahren und über die Kulturgüter „die am Wegesrand stehen“ z.B. die Brunnen. Dies ist Thema beim ersten Treffen zur Aufnahme der Kleindenkmale im Ortsteil Oberderdingen. Da gibt es ja einige zum Beschreiben: Im Unterdorf vor der Kirche, im Oberdorf vor dem Amthof, vor dem alten Rathaus, in der Wette und an der Sternenfelser Straße. Wir treffen uns am Samstag, den 14. April 2018 im Amthof beim Brunnen hinter dem Rathaus um 15 Uhr– merken Sie sich bitte diesen Termin vor. Wir werden fotografieren und die zu den Brunnen gehörigen Daten aufschreiben. Ähnliches hat schon das Team in Flehingen für die Brunnen bei der Schlossgartenhalle und hinter dem dortigen Rathaus geleistet. Öffentliche Brunnen waren vor dem Bau der  Wasserversorgung, also zu Beginn des vorigen Jahrhunderts „lebensnotwendig“. Deshalb gab es früher mehr davon als heute: z..B. an der Kreuzstaße im Oberdorf oder am Kelterplatz im Unterdorf, im Amthof selbst zwischen Linde und Glockenturn, an der Kreuzung Obere Gasse und Hintere Gasse. Draußen im Feld gab es Viehtränken.Seit dem Mittelalter ist eine solche am Zigeunergraben nachgewiesen, diese durften sogar die Sickinger nutzen. Brunnen sind also kein langweiliges Thema. Der erste Termin zur Aufnahme dieser vorhandenen Kleindenkmale wird so gelegt, dass auch Interessierte daran teilnehmen können, die noch in Arbeit stehen. Auch die Mithilfe der Frauen wäre uns sehr willkommen. Wir möchten ein „Mitmachverein“ werden, der Vielen etwas bietet. Angeboten werden vom Verein auch Exkursionen, darüber und über deren Ziele werden wir bei der Aufnahme der Brunnen am 14. April 2018 reden. Engagieren Sie sich bei uns!

(1418)

Im Dutzend nach Speyer!

Exkursion nach Speyer
Exkursion nach Speyer

„Richard Löwenherz‘“ –

der Name weckt Assoziationen. Wer die Burg Trifels besucht, erfährt dass diese mittelalterliche Symbolgestalt dort

festgehalten und erst nach Lösegeldzahlung von 23 Tonnen Silber wieder frei kam. Sein Name ist mit den Kreuzzügen verknüpft, mit Saladin, der Kultur des Orients, mit der Europa im 13. Jahrhundert in Berührung kam. Der dritte Kreuzzug angeführt von Richard Löwenherz, geplant zur Rückeroberung Jerusalems, scheiterte. Aus der Schulzeit wissen wir noch, dass Kaiser Rotbart seinerzeit

im Fluss Saleph ertrank. Der weite Wirkungskreis des englischen Königs, der große Teile seiner französischen Besitzungen verlor, war in der Ausstellung im Speyerer Museum sichtbar. Auch der Vater-Sohn Konflikt, und manche in der deutschen Geschichte sonst nicht erwähnte Details.

Da uns Europäer des 20. Jahrhunderts die höfische Denkweise und Details der Gesell-schaftsstruktur des Mittelalters nicht geläufig sind, waren die zahlreichen Videoinstallationen

zum Einfühlen in die Zeitumstände des 13. Jahrhunderts sehr hilfreich. Das Museum Speyer setzt auf moderne Medien und das war sehr angenehm, in einer Ausstellung die gleichwertig Bilder und Schriften und Gegenstände zeigt. Richard Löwenherz wurde präsentiert als ein Held, dessen Charakterbild in der Geschichte wankt und der mit der Komikfigur und dem Filmtypen in Robin Hood Streifen nichts gemein hatte.

Vielleicht fährt der Heimatkreis das nächste Mal an einem Samstag zu einer Ausstellung

oder zu einem „Event“, damit auch die mitfahren können, die noch in Arbeit stehen. Diese Woche war Redaktionsschluss für den Rundbrief 55. Wir werden noch im April den Jahres-beitrag für 2018 einziehen und den nächsten Rundbrief den Mitgliedern zustellen.

 (1318)

Stabiler, sozialer Vereinsbeitrag

Generalversammlung im Alten Bahnhof Flehingen am 15. März 2018
Generalversammlung im Alten Bahnhof Flehingen am 15. März 2018

Der Mitgliedsbeitrag für den Heimatkreis bleibt auch für 2018, und dies schon seit fast zwei Jahrzehnten, bei 10,- € stabil. Man soll aber im Vorstand darüber diskutieren, ob die Sonderveröffentlichungen mit diesem außer-ordentlich günstigen Vereinsbeitrag abgegolten seien, so der Tenor in der Generalversammlung. Dafür gibt es bedenkenswertes „Für und Wider“. Der jetzige „Sozialbeitrag“ für die vielen Vereinsaktivitäten ist gerade noch kostendeckend. Möchte man die Angebote weiter ausweiten, sollte der Verein bei deren Finanzierung neue Überlegungen anstellen. Wenn er weiterhin so wächst, dürfte ihm dies nicht schwerfallen. 

Die wohl eher spontanen Ausflugsfahrten waren in der Generalversammlung der vergangen Woche Diskussionsthema. So will der Heimatkreis wohl im Sommer oder Herbst nach Blaubeuren fahren. Gelobt wurde, dass dafür keine Voranmeldung notwendig sei, und dass das Baden-Württemberg Ticket eine praktische Sache wäre. Diese Woche fährt der Verein zur Richard-Löwenherz-Ausstellung nach Speyer. Auch wurden neue Fahrziele genannt. Wir werden diese wieder rechtzeitig im Blättle ankündigen. Nichtmitglieder sind bei diesen Fahrten herzlich willkommen. Auch samstags will der Verein Fahrten organisieren, damit auch diejenigen, die noch in Arbeit stehen, mitfahren können. 

Geworben wurde in der Versammlung für das Projekt „Erfassung der Kleindenkmale“, in allen Ortsteilen werden noch Mitmacher gesucht. Auch für die Kleindenkmale auf Derdinger Markung. Es sollen sich auch Frauen angesprochen fühlen. Man trifft sich dazu in Derdingen am Brunnen zwischen Kelter und Rathaus am Samstag, den 14. April 2018 um 15.oo Uhr. Ehrungen: Ein Vierteljahrhundert hielten dem Heimatkreis Oberderdingen die Treue und wurden dafür in der Generalversammlung geehrt: Wolfgang Lerrahn, Michal Mayer, Armin Schäufele, die Eheleute Horst und Jutta Steinmetz, Iris Stiegler und Thomas Nowitzki.  

 

Generalversammlung im Alten Bahnhof am 15. März 2018

 

(1218)

Winterarbeiten

Hausschlachtung in den 1950 er Jahren in Derdingen – auch die Mitarbeit der Frauen war sehr gefragt
Hausschlachtung in den 1950 er Jahren in Derdingen – auch die Mitarbeit der Frauen war sehr gefragt

Eher unmerklich und im Zeitlupentempo verstädterten

die Dörfer in den 1950 er und 1960 er Jahren. Im Lebensstil hat sich das Dorf der Großstadt angeglichen. D.h. man kann die Menschen und ihre Bedürfnis-befriedigung nicht mehr nach ihrem Wohnort sortieren. Wohnplatz und

Arbeitsplatz fallen hier wie dort oft auseinander. Selbst in der Stadt muss man oft mit dem Auto zur Arbeit fahren, weil der ÖPNV nicht alle Gewerbestandorte erschließt. Typische Winterarbeiten gibt es sowohl in der Stadt als auf dem

Land nicht mehr. In den 1960 er Jahren waren „Hausschlachtungen“ auf dem Land noch üblich, im Winter gab es „Holzmächer“, d.h. Saisonarbeiter im Wald. Deren Arbeitsplätze fielen mit dem Siegeszug der Motorsäge weg. Ein weiterer Grund: es änderte sich die Holz-verwertung. Vor zwei Generationen war Brennholzproduktion noch ein vorrangiges Betriebs-ziel im Wald. Heute heizt man mit Öl und nicht mehr mit Holz. Einheimische Saisonarbeiter im Wald, Kleinbauern,ndie im Winter etwas verdienen wollten (mussten!), die gibt es nicht mehr.

Üblich war auch die Hausschlachtung im Winter. Das ist seit vielen Jahren schon weg-gefallen. Wo darf man sich noch ein Schwein halten? Bauvorschriften verhindern den Neubau von Sauställen in Wohngebieten. Man reagiert auf dem Land heute genau so empfindlich auf Gerüche und Lärm wie in der Großstadt. Übrigens gibt es „Hygienegebote“, die das Metzgen im Hof und dass Wursteln in der Küche erschweren. Wer hat noch eine „Wohnküche“, wer

besitzt noch einen Waschkessel in dem die Hausfrau den blauen Anzug des Mannes

einweichte und die Kinderwindeln wusch? Dort kam dann auch das Kesselfleisch beim

Schlachten hinein. Platzte eine Blut- oder Leberwurst wurde die Kesselbrühe nahrhafter. Auf dem Land sind die „Schlachtfeste“ im Winter ausgestorben.

Vor zwei Generationen gab es in den Dörfern noch einige Arbeitspferde. Heute ist die Pferde-haltung ein Hobby, das in der Großstadt und auf dem Land den gleichen Grundprinzipien folgt. Hier wie dort sind die Freizeitbeschäftigungen die gleichen. Das war nicht immer so!

Unser Verein sammelt Fotobelege zu „wie es früher einmal war“. Besitzen Sie noch Fotos vom Hausschlachten oder vom Pflügen mit dem Pferde oder dem Kuhgespann, Bilder vom Holzmachen oder andere Fotos von früher typisch gewesenen Winterarbeiten, so stellen Sie diese bitte zum „Abscannen“ zur Verfügung. Ihre Ansprechpartner: Frau Helga Riedling

im Aschingerhaus, Herr Heinrich Kowarsch in Flehingen/Sickingen und Herr Oscar

Combe in Großvillars. Wenn wir diese Belege einer untergegangenen Lebensart jetzt nicht sichern, sind sie für die nächste Generation verloren. Leider!

 

Exkursion nach Speyer: Am Mittwoch, den 21. März 2018 fahren wir zurRichard Löwenherz-Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Derenglische König Richard Löwenherz (1157-1199) war ein wagemutiger Ritter, Kreuz-fahrer ins Heilige Land und wurde auf der auf der Burg Trifels zu einem der berühmtesten Gefangenen der Weltgeschichte. Wir treffen uns um 10.25 Uhr am Stadtbahnhalt

Oberderdingen-Flehingen Industrie und fahren über Karlsruhe direkt nach Speyer.

Rückkehr wird so gegen 19.30 Uhr sein. Sie brauchen sich nicht anzumelden,

kommen Sie einfach zum Stadtbahnhalt. Die Fahrtkosten plus Eintritt betragen ca. 23,- €.

Erinnerung: Jahreshauptversammlung am Donnerstag, den 15. März2018 um 19.30 Uhr im Bahnhof Flehingen.

(1118)

 

Veranstaltungen

Brunnen hinter dem Rathaus im Amthof: Treffpunkt zur Dokumentation der Kleindenkmale in Derdingen
Brunnen hinter dem Rathaus im Amthof: Treffpunkt zur Dokumentation der Kleindenkmale in Derdingen

Wer sich für Familiengeschichte

interessiert, kann am Mittwoch, den 14. März, um 19 Uhr in den Flehinger Bahnhof kommen. Da

treffen sich die Genealogen aus dem

Kraichgau zum Erfahrungsaustausch. Und Josef Seitz aus Maulbronn stellt sein

neues Ortsfamilienbuch von Michelfeld vor. Familienforschung ist „schwer im Kommen!“,

und ist in den USA inzwischen ein boomender Wirtschaftszweig geworden. Auch für

Deutschland deutet sich ähnliches an.

Auf Donnerstag, den 15. März 2018 um 19.30 Uhr lädt der Heimatkreis zu seiner  Jahres-hauptversammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen die dafür üblichen Punkte:

Bericht des VorsitzendenBericht der SchatzmeisterinAussprache über die BerichteBericht der Kassenprüfer Entlastung der Vorstandschaft Ehrungen Vorschläge für 2018 und denkbare andere Aktivitäten.

Unser Verein dokumentiert die Kleindenkmale auf unseren Gemarkungen. Dazu sucht er „Aktivisten“ - auch „Aktivistinnen“ für alle Ortsteile. Mit der Aktion wurde bereits in Großvillars und in Flehingen begonnen, Oberderdingen steht noch aus. Im Prinzip geht es darum, Sachen zu beschreiben die öffentlich sichtbar sind und an Ereignisse erinnern. Digitale Fotos von freistehenden Gegenständen aufzunehmen, die früher eine Funktion hatten und die heute dafür nicht mehr genutzt werden. Eigentlich ganz simple Dinge –nur hört sich dies in der abstrakten Aufgabenbeschreibung „geschwollen“ an. Ein Kleindenkmal ist z.B. ein Brunnen, ein „Hundsbrunzer“, ein Dreimärker, eine Inschriftentafel, ein Weinberghüterhäuschen und noch ein paar andere Dinge mehr.

Am Samstag, den 14. April treffen wir uns in Oberderdingen zum ersten Arbeitstermin am

Brunnen hinter dem Rathaus im Amthof. Diesen Termin können sich Interessierte jetzt schon vormerken. Die Aufnahme von Kleindenkmalen auf den Gemarkungen unserer Ortsteile ist ein herausforderndes Geschäft und Teil der Erfassung entsprechender Gegenstände in ganz Baden- Württemberg. Ein Anfang, der sicher nochmals verfeinert wird, wenn im ersten Durch-gang die Ergebnisse auf Landesebene untereinander abgeglichen werden. Ob schließlich ein  „Kleindenkmalkataster“ kommt, ist heute nicht absehbar, und was dann eventuell in ein solches aufgenommen werden wird, ebenfalls nicht.

(1018)

Bilderkonservieren Geschichte

Schulfoto aus Derdingen von 1911 mit Lehrer Gottfried Kercher. Die Namen der Schüler erscheinen im nächsten Rundbrief
Schulfoto aus Derdingen von 1911 mit Lehrer Gottfried Kercher. Die Namen der Schüler erscheinen im nächsten Rundbrief

Nicht mehr allzu oft kommt es vor, dass über 100 Jahre alte Fotos ins Archiv kommen, und dazu noch mit exakter Angabe der dargestellten Personen. Aus der

Verwandtschaft der Müllerfamilie Gessmann stammt das abgebildete Schulfoto aus dem Jahre 1911. Der Heimatkreis sammelt „alte Fotos“ unserer Gemeinde, das sehen wir sogar als eine unserer Kernaufgaben an. Selbstverständlich auch weiterhin von den Ortsteilen über die bereits ein „Ortsfamilienalbum“ erschienen ist. Wir sammeln nicht aus Gewohnheit oder als Selbstzweck, sondern aus der Erkenntnis heraus, dass Bilder Geschichte und Geschichten konservieren können, oft sogar besser als Akten.

Unser Verein interessiert sich auch für Hinweise zu „Lichtmess“. Dieser Termin war ehemals im bäuerlichen Wirtschaftsjahr eminent wichtig. Heute mutet uns die Jahreseinteilung etwas seltsam an, die aus der Markgrafschaft Burgau überliefert ist:

„Von Weihnachten bis auf Lichtmesstag - Hast du sechs Wochen, wie ich sag. Von Lichtmess bis auf Walpurgis - Zwölf Wochen sein, solches nicht vergiss! Von Walpurgis auf Jacobi (25. 07) gleich so viel - Von denen neun Wochen ist Michaelis (29.09) Ziel. Sechs Wochen auf Martini, sechs auf Weihnacht - Acht Tag dazu das Jahr ausmacht.“

Sieht diese „Zeiteinteilung“ für uns so aus, als ob man sie nur „des (holprigen!) Reimes wegen“ vorgenommen, verbirgt sich in ihr doch in groben Zügen die Einteilung des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Und Lichtmess ist dort – wie auch bei uns – ein fester Termin, mit den Frühjahrsarbeiten zu beginnen. Auch solche Belege sammelt unser Verein für ein „Lichtmessarchiv“, das sicher zu Oberderdingen passen würde.

(0918)

Zu Gast inGroßvillars

Bedrohlicher als die Grippeepidemie – das Bild erhielten wir über Franz Weber
Bedrohlicher als die Grippeepidemie – das Bild erhielten wir über Franz Weber

Letzten Donnerstag traf sich der Heimatkreis im Rathaus in

Großvillars zu seiner ersten regulären Sitzung im neuen Jahr. Oskar Combe be--richtete über die bereits aufgenommenen Kleindenk-male innerhalb des Ortes. Das Team hat schon zahlreiche Erfassungsbögen vorbildlich

ausgefüllt. Im Zweifelsfall wird eher ein Denkmal mehr aufgenommen, als eines

zu wenig. Die Grenzsteine draußen in der Flur werden bei schönerem Wetter angegangen. Für Flehingen wird noch dringend Verstärkung für das bestehende Team gesucht, für Derdingen steht der Aufbau noch aus. Für die diesjährige Sonderveröffentlichung zu Großvillars mit Anekdoten von Sigi Klein sind schon zahlreiche alte Fotos bei Ortsvorsteher Oscar Combe eingegangen. In „Sondersitzungen“ im kleinen Kreis konnten viele Bilder identifiziert werden. Das Bild-erfassungs- Programm GenHisto soll helfen, die Daten zu dokumentieren. Von Karl Banghard erhielt der Verein den Hinweis auf moderne Konzepte von Museen im ländlichen Raum. Eine schöne Idee ist das Haller virtuelle Museum: www.haller-zeitraeume.de. Eine solch profess-ionelle Darstellung erfordert allerdings geeignete Computerprogramme und vor allem Personen, die sich dafür einbringen wollen.

Im März wird der Verein eine Exkursion nach Speyer zur Richard Löwenherz-Ausstellung anbieten. Richard Löwenherz (1157-1199), legendärer englischer König, wagemutiger Ritter, Kreuzfahrer ins Heilige Land, war einer der berühmtesten Gefangenen der Weltgeschichte. Ein ganzes Jahr auf der Burg Trifels gefangen gesetzt, wurde er für den Wert von 23 Tonnen Silber freigekauft. Zusätzlich geplant ist ein Besuch im Textildepot des Historischen Museums der Pfalz, dort wird nämlich ein wertvoller Wandteppich von 1540 aus dem Flehinger Schloss aufbewahrt.

 

Einladung zur

Jahreshauptversammlung am 15. März 2018 um 19.30 Uhr im alten Bahnhof Flehingen,

E. Breitinger Vereinsvorstand.

 

Als Tagesordnung ist vorgesehen:

1. Bericht des Vorsitzenden

2. Bericht der Schatzmeisterin

3. Aussprache über die Berichte

4. Bericht der Kassenprüfer

5. Entlastung der Vorstandschaft

6. Ehrungen

7. Vorschläge

fürs Jahresprogramm und denkbare andere Aktivitäten des Vereins

 

(0818)

Freudenfeuer in den Waldensertälern

Jugendbund Großvillars, undatiert
Jugendbund Großvillars, undatiert

Ähnliche Bedeutung wie der

Reformationstag für die Evangelischen in Deutschland, hat der 17. Februar für

die Waldenser in Italien. Sie erinnern sich an den Patentbrief von König Carlo

Alberto vom 17. Februar 1848, mit dem er wenige Tage nach dem Erlass der Verfassung für das Königreich Sardinien und Savoyen, dem Vorläufer des späteren Königreichs Italien, verfügte: „Die Waldenser sind berechtigt, alle bürgerlichen und politischen Rechte unserer

Untertanen zu genießen, die Schulen innerhalb und außerhalb der Universitäten zu besuchen und akademische Würden zu erlangen, in Bezug auf die Ausübung ihres Gottesdienstes und auf die von ihnen geleiteten Schulen findet keine Neuerung statt. Wir entkräftigen jedes Gesetz, welches gegenwärtiger Urkunde zuwider laufen sollte“. Deshalb werden auch heute

noch bei den Waldensern, am Vorabend dieses königlichen Patents, d.h. am 16. Februar, Freudenfeuer entfacht. Erstmals greift auch Großvillars auf dieses Brauchtum zurück.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 15. Februar um 19:30h, im Großvillarser Rathaus zu unserer nächsten regulären Sitzung, um unsere Jahreshauptversammlung für den 15. März 2018 vorzubereiten. Wir diskutieren über ein „virtuelles Museum“ und überlegen uns Themen und Angebote für dieses Jahr. Ein weiteres heißes Thema wird die von unserem Verein übernommene Aufgabe der Dokumentation der Kleindenkmale auf unseren Gemarkungen sein. Für Großvillars und Flehingen sind entsprechende Teams im Aufbau. Sie haben bereits auch mit der Arbeit begonnen, für Oberderdingen steht dies noch aus. Hier suchen wir noch „Mitmacher“. Und noch ein Hinweis: Redaktionsschluss für den nächsten Rundbrief Nr. 55 ist Montag, der 26. März 2018.

(0718)

Einladungnach Großvillars

Bissingerbrunnen beim Rathaus Flehingen
Bissingerbrunnen beim Rathaus Flehingen

Seither war es üblich,dass der Heimatkreis Oberderdingen mit mindestens einer Veranstaltung im Jahrnach Großvillars ging. Bewährt hat sich dabei die Zusammen-arbeit mit dem dortigen Bürgerverein. Dieses Jahr will man eine Sonderveröffentlich-ung zu Großvillars heraus-bringen mit Anekdoten von Sigi Klein und vielen alten Fotos.Ansprechpartner dafür ist Ortsvorsteher Oscar Combe. Wir treffen uns am Donnerstag, den 15. Februar 2018, um 19.30 Uhr im Rathaus von Großvillars (also nicht im Flehinger Bahnhof!), um unsere Jahreshauptversammlung im März vorzubereiten und das Projekt „Großvillars – das Dorf und die Menschen“, eben die geplante Sonderveröffentlichung für 2018 zu besprechen. Vielleicht gibt es auch schon einzelne Ergebnisse der Kleindenkmal-aufnahme in Großvillars. Unser Verein begann nun auch in Flehingen mit dieser Arbeit. Dort nahm er sich die beiden Bissingerbrunnen vor, hat sie vermessen, beschrieben, eben die Maßnahmen durchgeführt, die im Merkblatt des Landkreises für die Erfassung der Klein-denkmale aufgelistet sind. Damit steht jetzt noch die Organisation der Denkmalerfassung im Ortsteil Oberderdingen aus. Auch darüber werden wir am 15.2.2018 im Großvillarser Rathaus diskutieren. Wichtig ist, dass man „Mitmacher“ findet. Es ist kein langweiliges Geschäft, denn es kommen immer wieder halbvergessene Details ans Licht. Wer hat schon gewusst, dass die beiden Bissingerbrunnen von dem Architekten Dewald geschaffen wurden? Ein interessanter Ansatzpunkt für weitere Recherchen! Die Brunnen sind typisch für den ausklingenden Jugendstil kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs. Ob auch für Oberderdingen solche Überraschungen bei der Aufnahme der Kleindenkmale zu erwarten sind? Möglich wäre es schon!

(0618)

FlehingerKleindenkmale

Brunnen, gestiftet von Generalkonsul Erhard Bissinger
Brunnen, gestiftet von Generalkonsul Erhard Bissinger

Wir müssen aufpassen, dass wir uns an der Aufgabe „Dokumentation der Klein- denkmale“ nicht „überlupfen“. Denn es gibt ja in der Gesamt-gemeinde sicher weit mehr als hundert Objekte, ganz zu schweigen noch viel mehr, wenn wir die Markungs-grenzsteine aufnehmen, vermessen und dokumentieren würden. Warum bürdet sich dann unser Verein diese große Arbeit auf? Zu billig wäre die Antwort, „weil es schließlich ja jemand machen muss!“ Falsch auch die Aussage, man muss aufpassen, dass im Landratsamt nicht zu viele Gegenstände als „Denkmal“ registriert würden. Besser die Antwort: aus Verantwortung für die Heimat, die ja nicht nur in den großen Monumenten und heimeligen Landschaften gespiegelt wird. Ein Kleindenkmal kann etwas sein, was gar nicht auffällt, aber doch eine interessante Geschichte hat. Auch die Anekdoten hinter den steinernen Zeugen sollen festgehalten werden, weil sie dazu gehören. So treffen wir uns am kommenden Samstag, den 3. Februar 2018 bei der Flehinger Schlossgartenhalle um 15 Uhr. Dort steht der „Bissingerbrunnen“ den wir dann aufnehmen und beschreiben wollen. Er gehört eigentlich gar nicht nach Sickingen. Sein Pendant steht auch in Flehingen, das wäre dann das zweite Kleindenkmal, das wir in Flehingen aufnehmen werden. Aber ganz wichtig wird an diesem Arbeitsnachmittag sein, dass sich – wie in Großvillars - auch für Flehingen und Sickingen ein Team von interessierten Bürgern zusammenfindet, das sich dann der hiesigen Kleindenkmale annimmt. Da gäbe es doch ganz spannende Dinge nicht nur zu entdecken, sondern auch zu beschreiben und die Hintergründe zu recherchieren: Die einzige Feldkapelle auf der Markung, der Dreimärker auf dem Hockenberg, Straßenbegrenzungssteine. Die Feldkreuze sind schon gut dokumentiert, und können problemlos in die Erfassungsbögen des Landkreises übertragen werden. Das Vorhaben, die Kleindenkmale auf den Gemarkungen Derdingen, Großvillars und Flehingen (einschließlich Sickingen) zu dokumentieren, gelingt nur dann, wenn sich interessierte Bürger aus allen Ortsteilen ein-bringen. Für dieses Jahr hat sich unser Verein also eine gewaltige Aufgabe vorgenommen. Sie wird ein Erfolg, wenn wir Bürger zum Mitmachen bewegen können. Für noch nicht ganz Entschlossene nochmals der Hinweis: wir treffen uns am Samstag, den 3. Februar um 15 Uhr in Sickingen an der Schlossgartenhalle und im Anschluss sitzen wir dann noch im Goldenen Hahn zusammen, um das weitere Vorgehen und das Tagesergebnis zu besprechen.

(0518)

Kleindenkmale – Projektstart in Großvillars

v.l.: Oskar Combe, Werner Nelson, Hans Dieterle, Rudi Jourdan, Gerhard Bühler in Aktion; es fehlt Helmut Bögel, der auch mit zum Team gehört
v.l.: Oskar Combe, Werner Nelson, Hans Dieterle, Rudi Jourdan, Gerhard Bühler in Aktion; es fehlt Helmut Bögel, der auch mit zum Team gehört

Für Kleindenkmale gelten folgende Kriterien: Freistehend, ortsfest, klein in ihren Ausmaßen, von Menschenhand aus beständigem Material

gefertigt, von gewissem handwerklichen oder künstlerischen Wert, einem bestimmten Zweck dienend.

Für den Ortsteil Großvillars wurden bereits im Vorfeld 17 solcher Kleindenkmale ausgemacht und z.T. auch schon katalogisiert. Eine kleine Schar von Denkmalfreunden hat nun dieser Tage mit der Einzeldokumentation begonnen. So wurde der Grenzstein an der Freudensteiner Straße ins Visier genommen, der die frühere Gemeindegrenze zwischen Knittlingen und Oberderdingen markierte. Mit Fotoapparat, Meterstab, Wurzelbürste, Lupe, Handy (zur Erfassung der GPS-Daten) und Schreibkladde ausgerüstet, wurden die notwendigen Daten vor Ort erhoben und in den Erfassungsbogen des Landratsamts eingetragen. Alle Teilnehmer werden bei diesen Arbeiten durch ihre Ehefrauen super unterstützt, und man muss auch anschließend immer mal wieder noch eine Abschlussbesprechung in einer Gaststätte oder einem Besen machen. Im Frühjahr soll die Dokumentation fortgesetzt werden, um möglichst alle in Frage kommenden Objekte in Großvillars vor Ort zu erfassen.

Auch für Flehingen sucht der Heimatkreis Helfer. Dazu treffen wir uns am Samstag, den 03. Februar 2018, um 15.00 Uhr vor der Schlossgartenhalle. Herzlich eingeladen sind alle, die mithelfen wollen, Klein- und Flurdenkmale in Flehingen/Sickingen zu erfassen. Jedes Klein-denkmal ist ein Stück Heimatgeschichte! (0418)

Familienforschung mit dem Computer

Zusammenkunft der Kraichgau-Genealogen
Zusammenkunft der Kraichgau-Genealogen

Heutzutage läuft ohne Com-puter gar nichts mehr. Weder im Beruf, noch im Hobby und schon gar nicht, wenn dieses im Sammeln von Daten besteht. Damit beschäftigen sich die Genealogen oder wie man sie früher nannte, die „Familienforscher“. „Computergenealogie“ ist heute Standard. Ehemals notierte man „geboren, geheiratet, Kinder getauft und gestorben“ auf Karteikarten. Heute tippt man die Daten, ja  ganze Lebens-geschichten in ein Computerprogramm ein. Davon gibt es Dutzende. Auch Programme, die man sich kostenlos aus dem Internet herunterladen kann, z.B. von den Mormonen. Jedes

dieser Angebote hat seine Stärken und Schwächen. Wer aber die Familien in einer Gemeinde zu einem Ortssippenbuch zusammenstellen will, greift in aller Regel auf Programme zurück, die eine Lizenzgebühr kosten. Genplus ist so ein sehr leistungsfähiges Programm, dessen Funktionen bei der letzten Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft Familienforschung im Heimatverein Kraichgau demonstriert wurde. Seine Stärken liegen auf der Quellen- und Ortsverwaltung und seine vielfältigen Suchmöglichkein in der Datenbank. Vorher schon beschäftigten sich die Teilnehmer im Flehinger Bahnhof erneut mit dem Fotoverwaltungs-programm GenHisto. Dieses erlaubt z.B. bei Gruppenaufnahmen jede einzelne Person zu nummerieren und zu beschreiben. Seine Stärke ist die Verknüpfung von „Eigenschaften“. Man hat Suchmöglichkeiten nach Ereignissen, Personen, Orten und viele andere selbst-definierte Zuordnungen. Die Anzahl der Bilder ist nur vom Platz auf dem Computer begrenzt. Und Speicherplatz ist billig. Dieser Besprechungspunkt interessierte besonders die „Neulinge“ in der Programmverwendung. Da die turnusgemäße nächste Zusammenkunft auf den Aschermittwoch gefallen wäre, trifft man sich in ähnlicher Runde erst wieder am Mittwoch den 14. März 2018 in Flehingen im Bahnhof.(0318)

Großvillars kümmert sich um Kleindenkmale

Kleindenkmale an Häusern in Sickingen
Kleindenkmale an Häusern in Sickingen

Eine Gruppe von mindestens sechs ehrenamtlichen Helfern um Oscar Combe wird sich in Großvillars um die Dokument-ation der dortigen Kleindenk-male kümmern. Dies kam als Ergebnis einer „vor Ort Aktion“ im Adler heraus. Eigentlich wollte man sich beim Wengerthüter-Unterstand am Horn treffen und schon mit der praktischen Arbeit beginnen, aber das Wetter war nicht danach. So diskutierte man im Trockenen über die Frage, was eigentlich ein „Kleindenkmal“ sei. „Freistehend, feststehend, dauerhaft“ –so ganz grob treffen diese Begriffe auf das zu, was man im nächsten Dreivierteljahr in Großvillars selbst und um Großvillars herum aufnehmen, vermessen, dokumentieren und beschreiben will. Die Wengerhüterhäusle, das Backhäusle, das alte Wasserreservoir, aber auch die Grenz-steine, welche die damals Derdinger Seite von der Knittlinger Seite in Großvillars trennten. Auch der Dreimärker im Lehrnwald oder die im Ort noch vorhandenen „Hundsbrunzer“  (Radabweiser), Umspannstationen, eine „Gruhbank“ und vielleicht noch mehr. Eben Objekte, die am Wegesrand stehen und jetzt in Listen erfasst werden sollen. Eine landesweite Aktion, die bei uns vom Landkreis Karlsruhe betreut wird. Der Enzkreis in der Nachbarschaft hat seine Dokumentation der Kleindenkmale bereits abgeschlossen. Da die Kleindenkmale der Gesamtgemeinde erfasst werden sollen, sucht der Heimatkreis auch in Flehingen Helfer. Dort sind Vorarbeiten geleistet mit der Beschreibung der Wegkreuze. Aber Brunnen, Krieger-denkmale, Grenzsteine, die Kapelle am Derdinger Weg, auch in Häusern eingemauerte Spolien, Heiligennischen (sie sind jetzt leider überwiegend leer) gehören in diese Dokumentation. Wir sollten damit im Februar beginnen, und treffen uns zu diesem Zweck am Samstag den 3. Februar, nachmittags um 15 Uhr in Sickingen vor der Schlossgartenhalle. Für die Aktion in Oberderdingen steht der Termin noch nicht fest. Sicher ist eine ortsteilbezogene ehrenamtliche Mitarbeit wünschenswert. Denn Detailkenntnisse sind gefragt. Wer also in Flehingen bei der Erfassung der dortigen Kleindenkmale mitmachen möchte, soll sich den 3. Februar bereits jetzt vormerken.

(0218)

Der Blick nach vorn

Dreimärker auf Oberderdinger Gemarkung
Dreimärker auf Oberderdinger Gemarkung

Weil in den nächsten zwei Wochen kein Blättle

erscheinen wird, hier zur Erinnerung und zum Vormerken: Termin: Donnerstag, den 4. Januar 2018, „Kleindenkmale“.Wir treffen uns um 15 Uhr am Parkplatz Horn. Es geht dabei um die Beschreibung

und die Aufnahme der Wengerthäusle im Oberdorf in die Liste der Kleindenkmale.

Alle, die mithelfen wollen und sich für die Kleindenkmale auf unserer Markung interessieren, sind herzlich willkommen. Wengerthäuschen stehen am

„Panoramaweg“ und dem Abgang zum „Hollerstein“, auch diese sollen am 4. Januar in die Liste aufgenommen werden. Anschließend besprechen wir das Projekt und das weitere Vor-gehen in einer Gastwirtschaft. Zu gegebener Zeit werden wir dann alte Grenzsteine in den Blick nehmen, auch sie gehören zu den Kleindenkmalen.

Termin: Mittwoch, den 10. Januar 2018, Arbeitskreis Genealogie um 19 Uhr im Flehinger Bahnhof. Vorgestellt werden das Computerprogramm Gen-plus zur Datenerfassung und das Fotoverwaltungsprogramm GenHisto. Letzteres benutzt der Heimatkreis Oberderdingen beim Erstellen von Ortsfamilien- alben. So auch für das Ortsfamilienalbum Großvillars, das im nächsten Jahr veröffentlicht werden soll. Angeregt wurde, dass wir im Winterhalbjahr zur Ausstellung über Archäologische Funde beim Bau der Bahnlinie Stuttgart-Ulm fahren, sie ist noch bis Ostern im Ulmer Museum zu sehen. Termin für diese Fahrt wäre voraussichtlich im Februar 2018.

Termin: Die nächste turnusgemäße Zusammenkunft des Heimatkreises wird am Donnerstag,den 15. Februar 2018, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof sein. Mit dem Artikel zu Kurt Weill (Komponist der Dreigroschenoper) im Rundbrief 54, der in den letzten Tagen den Mitgliedern zugestellt wurde, haben wir ein „Trendthema“ aufgegriffen. So erschien im „Konradsblatt“ der Erzdiözese Freiburg am 17. Dezember 2017, unter der Überschrift „Musik in Tradition“, ein Aufsatz zum Vater von Kurt Weill. Wenn man so will, quasi eine Fortsetzung oder Ergänzung unseres Artikels.

(51+5217)

Aktion „Kleindenkmale“

Kleindenkmale in unserer Gemeinde
Kleindenkmale in unserer Gemeinde

Die Kleindenkmale im Landkreis Karlsruhe sollen erfasst und beschrieben werden. Schon 1989 hat der Landkreis eine

Dokumentation in Buchform über dieses Thema vorgelegt. Seinerzeit war Oberderdingen mit drei Bildern vertreten: Das Kreuz in Sickingen, das damals

noch vor der Kirchentreppe stand, ein Straßenbegrenzstein an der ehemaligen Auffahrt zum Reichenberg über den heute geschlossenen Bahnübergang, und aus Derdingen ein tönerner „Markungszeuge“, wie solche bis in die 60 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beim Setzen von Grenzsteine ver-wendet wurden. Aber der Begriff „Kleindenkmal“ ist viel weiter gefasst. Jetzt hat der Landkreis die vom Schwäbischen Heimatbund, vom Schwäbischen Albverein, dem Schwarzwaldverein und der Badischen Heimat angeregte Initiative ergriffen und will kreisweit die Kleindenkmale erfassen, später auch publizieren. Dazu erbittet er sich „ehrenamtliche Mitarbeit“. Unser Verein wird sich an der Aktion beteiligen. Allein, und als Organisation, will und kann er dies nicht leisten. Sicher werden sich Vereinsmitglieder finden, die in Teilen auch mitarbeiten, wie seinerzeit, als wir die Wegkreuze erfassten. Aber diesmal tut sich ein weit größeres  Arbeitsfeld auf. Was soll erfasst und in ausgegebene Fragebogen beschrieben werden? Zum Beispiel öffentliche Wengerthäusle – das am Horn beispielsweise. Gedenksteine, wie der am Kraichsee oder das Flurbereinigungsdenkmal am Schneckenberg, Dreimärker, Gefallenen-denkmale, Skulpturen. Noch mehr Stichworte stehen auf der vom Landkreis heraus-gegebenen Liste. Aber man geht am besten wohl systematisch vor, und beginnt mit dem „Einfachen“, und auf der Derdinger Markung. Da gibt es ja auch den Albverein, dessen Mitglieder vielleicht mitmachen möchten. Vorschlag: Wir alle die mitmachen möchten) treffen uns am Donnerstag, den 4. Januar 2018 um 15 Uhr auf dem Hornparkplatz, um die öffent-lichen Unterstände für Wengert- und Feldschützen im Oberdorf aufzunehmen. D.h. die Wengerthäusle zu fotografieren, auf einer Karte zu markieren, abzumessen und zu be-schreiben. Auch zu notieren, was man sonst noch darüber weiß. Das wird wohl keine Hexerei sein, mehr als vier oder fünf Wengerthäusle werden auch früher nicht in den Oberdörfer Weinbergen gestanden haben.

Anschließend an diese Außendiensttätigkeit werden wir zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen. Z.B. Termine für weitere Aktionen (Wengerthäusle im Unterdorf, Grenzsteine mit besonderer Bedeutung z.B. Dreimärker) Wenn Sie also bei dieser oder den noch anschließenden Aktionen mitmachen wollen, kommen Sie am Donnerstag, den 4. Januar 2018, um 15 Uhr aufs Horn. Wir treffen uns dort auch bei schlechtem Wetter, und erst nach dem Arbeiten im Freien in einer Wirtschaft zur Auswertung, und um das weitere

Vorgehen zu besprechen.

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