s'Blättle

(Informationen, die auch im s'Blättle von Oberderdingen zu lesen sind)

Unsere Freitagsexkursion nach Oberöwisheim

Die interessierten Teilnehmer der Exkursion am Eingang des Oberöwisheimer Judenfriedhofs.
Die interessierten Teilnehmer der Exkursion am Eingang des Oberöwisheimer Judenfriedhofs.

Wir treffen uns am Donnerstag, den 16. Juli 2026, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Es ist die letzte Zusammenkunft vor den großen Ferien. Wir werden dort die wenigen bei uns erhaltenen Bilder zum Flehinger Schützen-verein zeigen und ver-suchen, vielleicht noch weitere Informationen zu diesem heute nicht mehr existierenden Verein zu erhalten, der vor gut 100 Jahren entstand, und im Trend der Vereinsgründungen nach dem Ersten Weltkrieg lag. Vielleicht können bis nach den Ferien weitere kleine Bruchstücke zur Vereinsgeschichte und auch passende Fotos zusam-mengetragen werden, die als Quellen für einen Artikel im kommenden Rundbrief ausreichen.

In den letzten Jahren haben wir den Sommer über die turnusgemäße Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof ausfallen lassen, was wir auch für dieses Jahr vorschlagen. Rechtzeitig werden wir noch entscheiden, ob und ggf. welches Ziel wir für einen Kurzausflug an einem Freitag oder Samstag anbieten.

Am vergangenen Freitag besuchten wir den jüdischen Verbandsfriedhof in Oberöwisheim.

Der Friedhof liegt an einem Steilhang, es war heiß, weshalb wohl weniger Teilnehmer als sonst bei ähnlichen Terminen unserer Einladung folgten. Herr Karl-Heinz Glaser, Vorstand

des Kraichtaler Heimatvereins und langjähriger städtischer Kulturchef, erläuterte vor Ort jüdische Beerdigungs- und Friedhofsregeln. Man sah, dass der Friedhof auch heute nicht

nur ab und an, sondern eher regelmäßig besucht wird. Das Interesse an diesem Teilaspekt unserer Geschichte ist im 21. Jahrhundert gewachsen. Der Oberöwisheimer jüdische Verbandsfriedhof entstand 1620, er ist der älteste im Kraichgau. Vorher waren Speyer oder Worms die Beerdigungsplätze für die Juden unserer Gegend. Sie waren in den ritter-schaftlichen Orten des Kraichgaus bloß „geduldet“, und zahlten hohe Abgaben. Es gab für

sie damals auch dort keine „sichere Bleibe“. Der Oberöwisheimer Friedhof ist zweigeteilt.

Der ältere, extrem steile laubbaumbestandene Hang hat nur wenig erhaltene Grabsteine, er ist gesperrt. Im neueren, im 19. Jahrhundert erweiterten Friedhofsteil, ebenfalls steil und durch eine Treppe getrennt, haben sich die meisten Grabsteine erhalten. Sie stehen in Reihen quer zum Hang, vergleichbar der Anordnung im Flehinger Judenfriedhof. Die Symbole auf den Grabsteinen gleichen sich ebenfalls, Schofarhorn, Krug, segnende Hände, Krone, Menora, etc., sie definieren die Stellung des Verstorbenen in der jüdischen Ortsgemeinschaft. Den heißen Nachmittag ließen wir im Biergarten des Kleintierzuchtvereins Gochsheim ausklingen. Die Teilnehmer waren mit dem gebotenen Freitagsprogramm sichtlich einverstanden.

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