Aktuelles
Wir besuchen den Oberöwisheimer Verbandsfriedhof

Unser gemeinnütziger Heimatkreis wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert. So haben wir für unsere Veröffentlichungen im Jahre 2026, dies sind die Rundbriefe 71 und 72 (geplant für Advent) einschließlich des Gesamtindexes der Rundbriefe 1-70 eine Druckkostenförderung von 2.700 € erhalten. Ohne diesen Zuschuss wäre es wohl unmöglich unseren sozialen Jahresbeitrag von 10 € pro Mitglied zu halten. Wir danken dem Land Baden-Württemberg für diese großzügige Unterstützung.
„Historische Judenfriedhöfe“ gab es im Herzogtum Württemberg nach landläufiger Meinung nicht. Das stimmt aber nicht ganz. „Die Juden“ wurden zwar als Außenseiter der Gesellschaft angesehen, die nicht als Glieder eines christlichen Gemeinwesens akzeptiert werden konnten. Aber Friedhöfe gab es. Der jüdische Friedhof in Freudental wurde noch im Herzogtum angelegt und der Oberöwisheimer geht auf ein Angebot der Herren von Helmstatt und Sternenfels an die im Kraichgau ansässigen Juden zurück. Das Angebot wurde von ihnen als passend und vorteilhaft angenommen. Der in Gochsheim (damals unter württembergischer Oberhoheit) lebende Jude Kottmann unterschrieb als einer der drei Beauftragten der Kraichgauer Judenschaft den Vertrag im Jahr 1620. Der Friedhof dürfte vorwiegend von der jüdischen Bevölkerung von Münzesheim und den umliegenden ritterschaftlichen Orten belegt worden sein. Wir besuchen den großen jüdischen Verbandsfriedhof im Kraichgau am kommenden Freitag, treffen uns dort um 14.30 Uhr an dessen Eingang (Adresse: 76703 Kraichtal, Albert-Schweitzer-Straße 59). Männer sollten beim Friedhofbesuch ihren Kopf mit einem Hut oder einer Mütze bedecken, bitte denken Sie an dieses religiöse Gebot.
Unsere nächste monatliche Zusammenkunft ist am Donnerstag, den 16. Juli 2026, im Flehinger Bahnhof. Wir werden dann dort festlegen, ob wir im August eine Sommerpause einlegen, und die weiteren Aktivitäten unseres Vereins besprechen..
Bild:
Neben den Inschriften sprechen die jüdischen Grabsteine oft durch ihre Verzierungen und Symbolik. Die Kanne auf dem Stein im jüdischen Friedhof Eppingen weist auf einen Abkömmling aus dem Stamm der Leviten hin, die für kultische Reinheit im Tempel zuständig waren.
(2426)
Unser nächstes Ziel: Jüdischer Friedhof Oberöwisheim

Zurzeit erhalten unsere Mitglieder den Rundbrief 71 mit Artikeln zur Ortsgeschichte und Volkskunde. Wir werden deshalb auch Anfangs Juli den Jahresbeitrag von 10 € bei unseren Mitgliedern abbuchen. Sicherlich kein zu hoher Preis für unsere Veröffentlichungen. Nun wird auf Advent der Rundbrief 72 angegangen.
Wir bereiten auch unsere nächste Besichtigungsfahrt vor. Sie wird nach Oberöwisheim, zum dortigen jüdischen Verbandsfriedhof führen (Adresse: 76703 Kraichtal, Albert-Schweitzer-Straße 59). Am 10. Juli, an einem Freitag, weil man am Samstag – jüdisch Sabbat – den Friedhof nicht besuchen soll, treffen wir uns dort zu einer Führung um 14.30 Uhr am Eingang. Gemäß biblischem Gebot gehört jedem Juden der Boden, in welchem er begraben ist, auf ewig. Ein religionsgeschichtliches Grundgebot ist, dass „die Ehre der Toten“, die ja wehrlos sind, nicht gestört werden darf. Weshalb jüdische Friedhöfe eingezäunt und verschlossen werden. Ein Kernpunkt des traditionellen Judentums ist der Glaube an die leibliche Auferstehung am Tage des Jüngsten Gerichts. Deshalb sind jüdische Friedhöfe auf „ewig“ angelegt. Sie werden aber anders gepflegt als christliche Grabstätten. Es gibt keinen Blumenschmuck, wohl liegen aber Steine auf dem Grabstein, Erinnerungen der noch Lebenden an die Verstorbenen. Übrigens, Männer tragen bei einem Besuch eines jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung. Schön wäre es, wenn künftige „Aktive“ mal zum Kennenlernen bei einem Ferientermin dabei wären, deshalb merken Sie sich bitte den 10. Juli als interessanten Besuchstermin vor.
(2326)
Den Rundbrief 71 erhalten jetzt unsere Mitglieder

Im Laufe dieser und der nächsten Woche erhalten unsere Mitglieder den Rundbrief Nr. 71, er beschäftigt sich auf 80 Seiten mit einem bunten Strauß heimatgeschichtlicher Themen. So z.B. mit der Baugeschichte der Katholischen Kirche von Oberderdingen und dem Erwerb ihrer Marien-figuren. Oder auch mit der Evangelischen Kirche im Amthof und ihrer „Grundstücks-geschichte“. Auch das Thema „Wolf“ wird erneut aufgegriffen, nicht so bekannt ist, dass auch in Oberderdingen es früher einen „Wolfsriss“ gab. Eine Kuh war der Verlust, der Viehhirt wurde zu Schadenersatz verpflichtet. Wie das Feuerlöschwesen bei uns im 19. Jahrhundert ablief, kann man nachlesen, und auch die Verbindung zu Heinfels wird mit einem Aufsatz zu „Trachten“ angesprochen. Ebenso die Feier von „Maria Lichtmess“ in Tirol. Der Nachbarverein in Zaisenhausen veröffentlicht in ihm auch Aufsätze, die für unsere Stadt interessant sind. Holunder wächst auch bei uns. Großvillars ist mit einem Artikel zum dortigen Friedhof vertreten. Auch für neu in unsere Stadt Zuziehende sind die Veröffentlichungen unseres Vereins hilfreich und interessant. Sie kommen ja in eine Gemeinschaft, die auf „Zusammenwachsen“ angelegt ist. Zum „Kennenlernen“ der Lokalgeschichte sind die Rundbriefe eine gute Handreichung, 10 € Mitgliedsbeitrag kosten sie im Jahr, das ist sozialverträglich und wohl für jeden Neubürger tragbar.
Nun laufen die Vorbereitungen zum Rundbrief 72 an, er wird auf Advent erscheinen. Wir suchen immer Autoren für passende Artikel zur Heimatgeschichte und für Volkskunde, wer aus dem größeren und weiten satzungsgemäßen Themenkreis etwas aufgreifen will, ist herzlich eingeladen. Schön wäre es, wenn solche künftige „Aktive“ mal zum Kennenlernen bei einem Besichtigungstermin dabei wären. Wir werden wohl Anfangs Juli den jüdischen Verbandsfriedhof in Unteröwisheim besuchen. Allerdings nicht an einem Samstag.
(2226)
Aus dem Vereinsleben

Vom 17. bis 19. Juni 2026 wird der Heimatkreis Oberderdingen gemeinsam mit dem HKTV-Zaisenhausen zum Jahresausflug ins Altmühltal fahren. Die Reise war schon sehr früh ausgebucht und wurde, wie schon im Vorjahr, von Frau Henriette Pfefferle ausgearbeitet.
Am ersten Tag fahren wir nach Kelheim und von dort mit dem Schiff durch das Naturschutz-gebiet „Weltenburger Enge“. Am zweiten Tag besichtigen wir die Stadt Kelheim und die Befreiungshalle, eine Panoramafahrt entlang der Altmühl schließt sich an. Am dritten Tag haben wir in Abensberg eine Führung bei „Kuchelbauer’s Bierwelt und besuchen den berühmten Turm von Friedensreich Hundertwasser.
Nächste Woche erhalten wir den Rundbrief 71 von der Druckerei, für uns Anlass den Vereinsbeitrag von 10 € für das Jahr 2026 einzuziehen. Sicherlich kein zu hoher Preis für die Rundbriefe mit Informationen zur Lokalgeschichte und Brauchtum. Übrigens, der dritte Rundbrief für dieses Jahr wird auf Advent erscheinen.
Wir suchen dazu noch Autoren für passende Artikel zu Heimatgeschichte und Volkskunde. Wer aus diesem großen und weiten satzungsgemäßen Themenkreis etwas aufgreifen will, ist herzlich eingeladen.
(2126)
Was gibt es bei uns noch nicht?

Ein Verein ist ein Sammelbecken von Gleichgesinnten, zumindest treffen sich dort Leute, die an ähnlichen Dingen Freude haben, sich interessieren, auch den nächsten Schritt riskieren und sich organisieren. Vereine gibt es in unserer Stadt viele: Sportvereine, Gesang- und Musikvereine, Kleintierzuchtvereine oder Tischtennis-vereine, abgesehen von den Ortsgruppen größerer Vereine VdK, ADAC oder Rotes Kreuz, auch einen Reiterverein oder Tennisclub, Vereine mit Kultur- oder Geschichtsbezug wie die „Historische Gruppe“ oder das Kulturdreieck Oberderdingen.
Angebote für Freizeitgestaltung sind also bei uns schon reichlich vorhanden. Der Heimatkreis Oberderdingen will trotzdem ein kleines bisschen mehr bieten und eine Plattform aufbauen, auf der Lokalgeschichtliches veröffentlicht werden kann. Keine landes- oder bundes-historischen Themen, sondern eher einfache Dinge. Beispielsweise, wie veränderte sich „Lichtmess“ bei uns im letzten Vierteljahrhundert? Mit Fotos oder Anekdoten, also begreifbare Quellen publizieren.
Wenn sich zwei oder drei jüngere Leute finden könnten, die eine solche Plattform für den Heimatkreis im Internet betreiben, wäre dies ein sehr guter Ansatz. Denkbar sind dann daraus ableitbare Folgenprojekte: Fotoausstellung zum lokalen Lebensgefühl im Jahr 2000. Oder die Gegenüberstellung vom Heute zum Gestern, beispielsweise mit Straßen oder Gebäude-ansichten. Auch ganz Profanes und eng Begrenztes könnte dabei sein und ist denkbar: Was hat man (oder Frau!) vor fünfzehn oder zwanzig Jahren bei uns getragen. Also den Vergleich zwischen den damaligen Modevorstellungen in Katalogen und den bei uns getragenen Straßenkleidern.
Für junge Leute bietet unser Verein eine akzeptable Einstiegsbasis für das Hobby Volkskunde. Wer möchte mitmachen, besser noch, wer möchte eine solche Plattform bei uns aufbauen?
Wichtiger Hinweis für die Teilnehmer an der Exkursion ins Altmühltal vom 17. bis 19. 06. 2026. Zustiege am Mittwoch, den 17. Juni, sind in Oberderdingen um 6.10 Uhr bei Firma Wöhrle und um 6.15 Uhr bei der Bushaltestelle FilpleBad (Parkmöglichkeit). In Flehingen um 6.20 Uhr bei der Schlossgartenhalle (Parkmöglichkeit) und in Zaisenhausen um 6.30 Uhr bei der Kirche. Unser nächster regulärer Termin im Bahnhof am Do. 18.06.2026 muss leider entfallen.
(2026)
Neue Themen

Bei unserer Zusammen-kunft im Flehinger Bahnhof versuchten wir gemeinsam Antworten auf die Fragen zu finden, was wir jüngeren neu zu uns kommenden Mitgliedern bieten könnten. Eine Plattform für Lokalgeschichte zum Beispiel, wobei der Zeitrahmen gegenwartsnah sein könnte. Also Bilder von Ereignissen die vor 10 oder 15 Jahren passierten. Erschließung von neuen Wohngebieten, oder was machte man damals in den Ferien. Nicht nur das „Offizielle“, sondern auch auf Vereins- oder Privatebene. Etwa die Rekonstruktion von Lebensgefühl oder Zeitgeist auf lokaler Ebene. Bei der Recherche ergibt sich das Problem, welche Quellen bieten brauchbare Aussagen, denn Quellen gibt es zuhauf. Man müsste also mit dem Sammeln solcher Quellenbelege beginnen. Unser Verein sucht junge Leute, die keine Scheu vor neuen Themen haben. Ein Volkskundethema wäre beispielsweise, wie sahen private Gärten, auch Vorgärten, früher und vor 10 oder 20 Jahren, und wie sehen sie heute aus? Auch Triviales ist nicht ausgeschlossen: Wie sah ein „typisches deutsches Wohnzimmer“ in den 1950er Jahren, wie zur Jahrtausendwende und wie heute aus? Zugegeben, kein leichtes Thema, weil Abgrenzungen Stadt – Land mit zu berücksichtigen wären. Wer möchte mitmachen und helfen, dafür eine Plattform im Heimatkreis Oberderdingen aufzubauen?
Im Übrigen ist der Rundbrief 71 jetzt bei der Druckerei und wird wohl ab Mitte Juni den Vereinsmitgliedern zugestellt. Neben Ortsgeschichten deckt er auch Volkskundethemen ab, zum Beispiel „Hollunder“ oder Trachten, lassen Sie sich mit dieser Ferienlektüre überraschen!
Wichtiger Hinweis für die Teilnehmer an der Exkursion ins Altmühltal vom 17. bis 19. 06. 2026. Zustiege am Mittwoch, den 17. Juni, sind in Oberderdingen um 6.10 Uhr bei Firma Wöhrle und um 6.15 Uhr bei der Bushaltestelle FilpleBad (Parkmöglichkeit). In Flehingen um 6.20 Uhr bei der Schlossgartenhalle (Parkmöglichkeit) und in Zaisenhausen um 6.30 Uhr bei der Kirche. Unser nächster regulärer Termin im Bahnhof am Do. 18.06.2026 muss leider entfallen.
(1926)
Zukunftsaufgaben

Es wird sich in diesem Jahr noch einiges im Heimatkreis ändern. Nicht nur in der Person des Vorsitzenden. Auch in der Mitgliederstruktur, weil der Verein jünger werden sollte. Bei der Zusammenkunft am vergangenen Donnerstag im Flehinger Bahnhof diskutierte man über dafür notwendige Ansätze. Es wurde deutlich herausgearbeitet, dass niederschwellige Angebote dafür nützlich wären, ebenso sei die selbstverständliche Nutzung von Internetangeboten unverzichtbar. Angedacht wurden Chatgruppen, z.B. eine passende für die Geschichte unserer Stadt mit ihren Stadtteilen. In ihr könnten die in den Häusern eingemauerten Spolien erfasst und ihre Aussagen analysiert werden. Steine oder Balken mit Innschriften, also die Zweitverwendung von Baumaterialien. Ein Ansatz für eine spannende Detektivarbeit für Jüngere. Spolien gibt es sowohl in Derdingen, auch in Flehingen oder Sickingen eine ganze Menge. Sie sind noch nicht systematisch dokumentiert oder gar ausgewertet.
Ebenso wie ein bei der Zusammenkunft diskutierter „Internetansatz“ sind die vielen, auf privaten Handys gespeicherten Fotos mit Ortsbezug. Digitale Fotos der vergangenen 15 oder 20 Jahre. Straßen und Gebäudeaufnahmen, oder von Ereignissen, wie Feste, Märkte oder sonstige gesellschaftlichen Angeboten.
Bei der Diskussion wurden die dafür geltenden gesetzlichen Fixpunkte herausgearbeitet, die zu beachten wären. Beispiel das Recht am eigenen Bild. Es ist heutzutage nicht mehr so ohne weiteres möglich, Fotos von Personengruppen oder Portraits zu publizieren. Die Unterstellung, dass derjenige, der sich in einer Gruppe fotografieren lässt, damit auch automatisch der Bildveröffentlichung zustimmt, trifft nicht (mehr) zu. Das Persönlichkeitsrecht erlischt allerdings mit dem Tode, es vererbt sich nicht. Weshalb zum Beispiel Vorkriegs-aufnahmen von Hochzeiten, Konfirmationen oder Kommunionen diese Einschränkung nicht mehr haben.
Angedacht, aber noch nicht entschieden wurde, dass 18 bis 23-Jährige in Zukunft bei uns keine Mitgliedsbeiträge zahlen müssen, und so ohne Schwellenängste in den Heimatkreis Oberderdingen hineinschnuppern können.
(1826)
Wer fühlt sich angesprochen?

Von jedem Ortsteil hat unser Verein Orts-familienalben heraus-gegeben, alte Foto-aufnahmen gesammelt und in Themenbereiche geordnet. Ein ganzes Jahrhundert Orts- und Fotogeschichte ist so vor dem Vergessen gerettet worden. Was es aber noch nicht gibt, ist die Weiterführung der Sammlung bis in die Gegenwart, und diese abrufbereit im Internet. Ein „digitales Stadt-fotoalbum“ aufzubauen, das wäre doch für Jüngere eine lohnende Aufgabe, welches selbst die fleißigsten alten Vereinsmitglieder nicht leisten können.
Anknüpfungspunkt für ein solche Fotosammlung wären nicht in erster Linie Personen, sondern Sachen. Weil man Fotos von lebenden Personen zumeist nur mit deren Zustimmung veröffentlichen darf. Nicht verboten ist jedoch die Dokumentation von Ereignissen, Landschaften oder von Sachmotiven. Eben das, was man unter den Begriff „Zeitgeschichte“ zusammenfassen kann.
Wir wollen den Versuch eines Einstiegs in dieses Thema wagen und suchen (jüngere) Leute, die sich dafür interessieren, die Aufnahmen besitzen, welche die Zeitgeschichte des 21. Jahrhunderts in unserem Ort zeigen. Es geht zunächst um Außenaufnahmen, also von Fotos von Häusern, Straßen oder zeittypischen Gegenständen. Das wäre die sachliche Basis, die wohl mit Bildaufnahmen relativ leicht wächst. Die personelle Basis ist schon anspruchsvoller. Wer will sich bei diesem Thema engagieren? Zusatzkosten fallen wohl selten an. Computer oder Smartphones nutzt man ja heute allgemein und selbstverständlich. Der Zeitaufwand ist überschaubar. Aber zusammenfinden müsste man sich halt, Interesse zeigen. Dann sich auf eine Struktur verständigen: Ortsanknüpfung, Zeitanknüpfung, für Innen und Außen eine Gruppe bilden, sich im Internet austauschen.
Am Donnerstag, den 21. Mai 2026, treffen wir uns um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof und sprechen dort auch über den Aufbau eines „digitalen Stadtfotoalbum“ und darüber, wer in unserem Verein etwas zum Aufbau eines solche Projekts beitragen kann. Zu dieser Zusammenkunft sind selbstverständlich auch interessierte Nichtvereinsmitglieder eingeladen. Mitmachen und mitdiskutieren darf jeder!
(1726)
Wer fühlt sich angesprochen?

Unsere nächste Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof ist am Donnerstag, 21. Mai, um 19.30 Uhr. Eine Tagesordnung, also ein offizielles Programm gibt es nicht, weil wir ein offener Verein sind, bei dem jeder mitmachen kann. Meistens zeigen wir auch alte Fotos, die ins Vereinsarchiv ge-kommen sind. Vielleicht finden sich dann auch Autoren, die sich durch Bilder anregen lassen einen Bericht in einem Rundbrief zu schreiben. Themen gibt es ja viele, weil wir uns mit dem weiten Thema Heimat- oder Volkskunde beschäftigen.
Pfingsten wäre ein solches Thema, und wie man es in den Ortsteilen unserer Stadt früher und auch heute feiert. Der „Pfingstlümmel“ fällt den Derdingern ein, Prozessionen gab es früher in Flehingen. Die Bauernregel „regnet es am Pfingsttag, dann bringt es Plag“ ist im Kraichgau nicht geläufig. Aber um Pfingsten waren auch hier „Maientouren“ üblich. In der Schule wurde mit dem Lied „Im Frühtau zu Berge wir ziehen vallera“ an die holde Frühlingszeit angeknüpft. Die Biergärten waren wieder geöffnet, ja es ging „hinaus in die Ferne mit sieben Flaschen Bier….“
Eine Analyse der Hornfeste, die ja früher gemeinsam vom Derdinger Gesang- und vom Musikverein organisiert wurden, steht noch aus. Oder der „Waldbrandübungen“ des Flehinger Musikvereins. Ja, man fand früher immer einen passenden Anlass zum Feiern. Auch zu Zeiten, wo es noch kein „Kneipensterben“ gab, wo man noch öfters Gaststätten besuchte und dort kein alkoholfreies Bier auf der Getränkekarte stand. Es wäre doch ein lohnendes Thema für einen lokalgeschichtlichen Aufsatz mit Bildern in einem der kommenden Rundbriefe. Unser Verein sucht Autoren für diese oder auch andere passende Themen. Besonders auch Fotos von Festen oder auch „privaten Festlichkeiten“, die früher im Mai und um Pfingsten gefeiert wurden.
(1626)
Anregungen

Neben anderen Themen befassten wir uns bei der letzten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof mit dem allerorten zu beobachtenden „Kneipensterben“. Genauer gesagt, mit den sichtbaren Folgen dieses Trends. Früher war das Rauchen in Wirtschaften üblich, nur wenige Gaststätten besaßen Nebenzimmer, in denen nicht geraucht wurde. Heute darf man in keiner Kneipe mehr rauchen, man muss mit der brennenden Zigarette vor die Tür.
Weil man früher in den Gaststätten ganz selbstverständlich rauchte, und man zum Anzünden des Stumpens oder der Zigarette Streichhölzer nutzte, waren Streichholzschachteln mit der Gaststättenaufschrift übliche Werbeartikel in der Gastronomiebranche. Es gab sogar damals Leute, die solche Streichholzschachteln sammelten. Dieses Hobby ist aber seit dem Rauchverbot in den Kneipen unmodern, jedoch nicht gänzlich verschwunden. Was sich letzthin im Flehinger Bahnhof zeigte.
Ein Streichholzschachtelsammler brachte eine ganze Kiste seiner „Schätze“ mit. Aber sein Spezialgebiet war leider nicht unsere Gemeinde, sondern „Exoten“. Streichholzschachteln aus Afrika, Asien oder Amerika, mit bunten, für uns manchmal unverständlichen Bildern und Aufschriften. Er erzählte, dass er beruflich viel in der Welt herumgekommen sei, geraucht habe, und die Streichholzschachteln als Erinnerung an seine frühere Tätigkeit betrachten würde. Aus den Schächtelchen mit Deutschen Zündhölzern, die geschätzt, 50 Belege umfasste, konnte man für uns vier passende Belege aussortieren. Er erlaubte das Abfotografieren. Jetzt sind die Fotos im Archiv. Damit aber nicht genug. Der Vereins-vorsitzende wurde im Ort von einer Frau angesprochen, und ihm angekündigt, dass er alte Streichholzschachteln ihres Mannes bekäme. Sie habe diese bereits hergerichtet….
Vielleicht ist die Anregung, alte vergessene Streichholzschachteln zu sichern keine allzu exotische Idee. Sie sind oft sehr zutreffend in ihrem jeweiligen Aufdruck für die Zeitgeschichte vor 20 oder 30 Jahren. Damals hat zwar auch schon das Kneipensterben begonnen. Erinnerungen an diese Zeit und die Namen der Gaststätten im Ort sind auf diese Weise trotzdem manchmal noch bewahrt und gesichert. Wer alte, mit Werbung bedruckte Streichholzschachteln besitzt, soll doch bitte dem Heimatkreis erlauben sie zu fotografieren. Die Originale gehen unbeschadet an ihren Eigentümer zurück.
(1526)
Vor 90 Jahren kam Sickingen nach Flehingen

Schon immer, und zumeist in einem Rhythmus von ein bis zwei Generationen, änderten sich die Verwaltungsstrukturen bei uns. 1906 erhielten die Oberämter in Württemberg erweiterte Selbstverwaltungs-kompetenzen. In Baden blieb von 1857 an die Struktur der Bezirks-ämter bis 1919 gleich, ihre Zuständigkeiten wurden erst 1923 durch die Kreisordnung wesentlich erweitert. Das sogenannte „Führerprinzip“ der Nationalsozialisten, grob vereinfacht, die Parteibonzen und nicht die vom Volk gewählten Vertreter hatten das Sagen auf allen Ebenen, im Land, im Bezirk und in den Gemeinden. Im Oktober 1936 hob der NS-Staat in Baden die kleinen Bezirksämter auf. Darunter fielen Bretten, Ettlingen und auch Wiesloch. Vom Brettener Bezirksamt kamen Kürnbach, Mühlbach, Sulzfeld und Zaisenhausen nach Sinsheim. Bauerbach, Bretten, Büchig, Diedelsheim, Dürrenbüchig, Flehingen, Gölshausen, Rinklingen und Wössingen kamen in den Amtsbezirk Karlsruhe. Nach Bruchsal kamen Bahnbrücken, Gochsheim, Gondelsheim, Münzesheim, Neibsheim, Oberacker und nach Pforzheim kamen Nußbaum, Ruit und Sprantal.
Dieser „Bezirksreform“ ging eine Gemeindereform voraus, bei der am 1.4.1936 Sickingen zur Gemeinde Flehingen kam. Wie Sickingen verloren auch Büchig, das nach Blankenloch kam, oder Obermutschelbach, das vom Bezirksamt Pforzheim nach Untermutschelbach ins Bezirksamt Karlsruhe kam, ihre Selbstständigkeit. Diese Gesamtgemeinde nannte sich dann der Einfachheit halber bloß noch Mutschelbach. So wurden 1936 in ganz Baden 28 Gemeinden oder Ortsteile zwangsweise in andere Gemeinden eingegliedert. Diese „Verwaltungsreform“, vom Reichsstatthalter und Gauleiter Robert Wagner in Karlsruhe angeregt und stramm durchgezogen, verbesserte eigentlich nichts. Sie führte nur zu innergemeindlichen Spannungen, weil in den immer noch „armen Ortschaften“ sich keineswegs die Situation änderte.
In Württemberg zog Christian Mergernthaler nach. Selbstherrlich verfügte er als Ministerpräsident, dass ab Oktober 1938 dann 27 Kreise (einer weniger als in Baden!) aufgehoben und das Land in 34 große Landkreise und drei Stadtkreise eingeteilt wurden. Maulbronn -und mit ihm Derdingen- kam zum Kreis Vaihingen. Der Weg in die Kreisstadt wurde weiter, das war es dann, von der Landbevölkerung wurde dies kaum als großes Problem angesehen.
Die Spannungen zwischen Flehingen und Sickingen ebbten erst in der Nachkriegszeit ab. Heute sind sie verflogen. Es lebt ja niemand mehr, der sich „an eine gute alte Zeit“ erinnern könnte. Und Strukturänderungen in der Verwaltung wird es auch in der Zukunft immer wieder geben.
(1426)
Recherchieren in den Rundbriefen wird leichter

Nicht immer läuft es so, wie man es möchte: Terminüberschneid-ungen sind ärgerlich, kommen sie vor, haben sie sogar oft noch einen Dominoeffekt. So war die Teilnehmerzahl an der üblichen Zusammen-kunft unseres Vereins am dritten Donnerstag im April sehr be-scheiden. Wegen Paralleltermine in Flehingen und in Oberderdingen, die einen ähnlichen Personenkreis ansprachen. Auch der von unserem Verein vorgesehene Termin für die Besichtigung des jüdischen Friedhofs in Oberöwisheim platzt leider auch, wir müssen ihn verschieben.
Was aber klappte, das Indexheft für die bislang erschienenen 70 Rundbriefe unseres Vereins liegt nun vor. Die Mitglieder erhalten das Heft in den nächsten zwei Wochen zugestellt. Auf 52 Seiten sind die von unserem Verein in den vergangenen gut vier Jahrzehnten behandelten Themen aufgelistet. Man erkennt darin, welche lokalgeschichtlichen Aspekte der Heimatkreis in dieser Zeit behandelte, die unter den altertümlichen Begriff „Heimatkunde“ fallen. Von Archäologie bis zum Zweiten Weltkrieg sind die Themen im Stichwortverzeichnis gegliedert. Ergänzt wird der Index durch die Zusammenstellung der Themen in ihrer zeitlichen Erscheinungsreihe.
Ein weiterer Vorteil für unsere Mitglieder ergibt sich aus dem nun vorliegenden Index: Wir haben von manchen älteren Rundbriefen noch Restbestände, die wir an interessierte Mitglieder zum ursprünglichen Erscheinungspreis von 5 € per Exemplar abgeben. Wer also später erst zu unserem Verein gestoßen ist und gerne ein älteres Heft mit einem für ihn interessanten Spezialthema haben möchte, kann sich in einer auf dem Bürgerbüro des Rathauses aufliegenden Liste eintragen. Gibt es das Heft noch, erhält er es gegen Kostenersatz. Ausdrücklich gilt aber, dass von manchen früheren Ausgaben nur noch ganz wenige Hefte vorhanden sind.
Der Rundbrief 71, also das erste Heft des achten Bandes unserer Reihe, wird nach Pfingsten erscheinen. Wie gewohnt mit Texten zur Heimatkunde des Raumes Oberderdingen, Flehingen, Sickingen, Großvillars und auch von Zaisenhausen.
Wichtiger Hinweis an die Teilnehmer des Ausflugs ins Altmühltal vom 17. bis 19. Juni 2026. Bitte überweisen Sie, sofern noch nicht geschehen, die Reisekosten von 360,- € pro Person zeitnah auf das Konto des Heimatkreises DE85 6635 0036 0005 0030 09.
(1326)
Ein abgeschlossenes Sammelgebiet

Seit mehr als 40 Jahren gibt es den Heimatkreis Oberderdingen als eingetragenen Verein, er gibt seither Rundbriefe heraus. In ihnen erscheinen Artikel, die sich mit Lokalgeschichte und Volkskunde befassen. Früher bezeichnete man das Arbeitsgebiet des Vereins vereinfachend als „Heimatkunde“. Die sieben Bände der bisherigen Rundbriefe -mit je zehn Heften- werden nun mit einem Index erschlossen, der die einzelnen Beiträge stich-wortartig in Gruppen zusammenfasst. Der Index ist zusätzlich grob in Artikel zu den einzelnen Ortsteilen gegliedert. Dieser Index wird unseren Mitgliedern ab der nächsten Woche zuge-stellt. Damit haben diese eine bequeme Nachschlagemöglichkeit zu einzelnen Themen die sie interessieren. Es besteht auch die Möglichkeit, fehlende Hefte aus dem Dubletten-Bestand des Vereins – solange der Vorrat reicht – zu bestellen. Dieser Index ist auch Ansporn für jüngere Mitglieder Themen aufzugreifen, über die noch nicht allzu viel mit Ortsbezug erschienen ist, und darüber z.B. in einem Aufsatz zu referieren. Der nächste Rundbrief, es ist der 71. der Reihe, wird nach Pfingsten erscheinen. Redaktionsschluss ist Christi Himmelfahrt, der 14. Mai 2026.
Am kommenden Donnerstag, den 16. April 2026, treffen wir uns ab 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Vorgeschlagen wird dabei ein Halbtagesausflug am 24. April. Ziel könnte der jüdische Verbandsfriedhof in Oberöwisheim sein, der älteste im Kraichgau. Vielleicht findet sich sogar eine Arbeitsgruppe zusammen, die sich mit den Symbolen auf jüdischen Grabsteinen befasst, und so Vorarbeit zur Beschreibung des Flehinger Judenfriedhofs leistet. Eine solche Gruppe aus Influencern kann sich über das Internet organisieren. Neue, von unserem Verein bislang nicht begangene Wege sind nicht verschlossen.
Eher auf konventioneller Basis steht die Anregung, Streichholzschachteln mit ortsbezogenen Werbeaufdrucke zusammenzutragen. Diese gab es früher vornehmlich in den örtlichen Wirtshaften, solange dort geraucht werden durfte. Seitdem sind sie verschwunden, also ein typisches Relikt der Wirtschaftswunderzeit. Sie erschließen den damaligen Zeitgeist, geben Hinweise auf Gaststätten, die es heute nicht mehr gibt.
Im Rundbrief 71 wird ein Aufsatz über ein Kapitel des Zweiten Weltkriegs stehen, nämlich über Kriegsgefangenenpost. Auch daran verschwindet jetzt langsam die Erinnerung aus den
Familienüberlieferungen. Eigentlich waren die jungen Männer aus jeder Familie im Ort in der Zeit zwischen 1939 und 1945 zum Kriegsdienst eingezogen, viele gerieten besonders in den Jahren 1944 und 1945 in Kriegsgefangenschaft. Wenn Kriegsgefangenenpost in der Heimat ankam, brachte dies Erleichterung, denn dann bestand Hoffnung, dass der Sohn oder der Ehemann das Grauen des Krieges überstehen wird. Solche Belege will der Heimatkreis in Kopie sammeln und damit sichern. Auch darüber werden wir am kommenden Donnerstag diskutieren.
Übrigens kostet der Mitgliedsbeitrag in unserem Verein seit der Euroeinführung nur 10 € pro Jahr, er ist damit „sozialverträglich“ und wohl für jedermann erschwinglich. Wie jeder Verein suchen auch wir „Mitmacher“. Wer bei uns mitmacht, hat die Chance auf interessante und unbekannte Dinge zu stoßen, bei uns lockt spannendes Neuland.
(1226)
Ein abgeschlossenes Sammelgebiet

An allen Orten merkt man, dass Gastwirt-schaften schließen.
Auch früher weitbe-kannte Wirtschaften.
Der Adler oder der Ochsen, die Krone, das Rössle oder wie sie landauf, landab alle hießen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es hast sich auch etwas in den Kneipen geändert, z.B. Rauchen ist verboten.
Ebenso ist heute die Werbung anders als früher. Die Gasthäuser werben mit gemeinsamen Anzeigen in Zeitungen, geben das Mittagsmenü einmal die Woche bekannt, oder ihre „Spezialitäten“. Früher haben sie einzeln zu besonderen Anlässen geworben: zur Kirchweih oder an Jahrmärkten. Gab es früher „Nichtraucherzimmer“, raucht man heutzutage vor der Tür, dann sind Freiluftplätze im Sommer gefragt, am Besten in einem Biergarten.
Das Rauchverbot in den Kneipen hat auch eine sicher unbeabsichtigte, nebensächliche Folge. Die Streichholzschachtel als Werbeträger ist out. Und damit ist das „Sammelgebiet Streichholzschachteln“ geschlossen. Noch vor 10 oder 15 Jahren gab es Sammler dieses Milieus, heute findet man fast keine mehr. Wahrscheinlich auch in keinem Ortsteil in unserer Stadt. Die alten Streichholzschächtelchen sind längst weggeworfen oder verbrannt. Eigentlich schade, einige „Zeugen einer vergangenen Zeit“ hätte man schon aufheben sollen. Sie zeigen den Zeitgeschmack und dessen Wandel von der Nachkriegszeit bis ins beginnende 21. Jahrhundert. Wer noch solche „Zeitzeugen“ hat, oder wer deren Sammler war und noch Reste oder Tauschmaterial besitzt, soll doch bitte am dritten Donnerstag im April, am 16.4.2026, um 19.30 Uhr in den Flehinger Bahnhof kommen, wir wollen dort auch über dieses Hobby reden.
(1126)
Wie geht es weiter?

So um Pfingsten soll der Rundbrief 71 erscheinen, weshalb es jetzt an der Zeit ist, die dafür nötigen Artikel zu schreiben – oder zu sammeln. Wobei die Themen möglichst alle Ortsteile abdecken sollten, und neben der Lokal-geschichte auch Volks-kundliches dabei sein kann. Erfreulich ist, dass ein Lichtmessartikel aus Heinfels bereits vorliegt. Auch Fotografien aus der Vorkriegszeit geben Anregungen, Bruch-stücke der Geschichte von „Derdinger Männergesangvereinen“ näher zu ergründen.
Wir werden jetzt in der Ferienzeit keine Besichtigungsfahrt anbieten, weil wir nächstes Mal wieder mit dem Auto zu einem selten besuchten Ziel in der Nähe fahren werden. Voraussichtlich am 24. April, vom Programm her so, dass zum Abschluss und Ausklang ein Gaststättenbesuch möglich ist.
Was unbedingt auch wieder anlaufen sollte, ist das Beschreiben von gesammelten Fotos. Was nutzt eine Schachtel voll alter Bilder, bei denen man den Aufnahmeort oder die abge-bildeten Personen nicht kennt? Sie sind zwar jetzt im Verein „gerettet“, aber in ein paar Jahren wird man wahrscheinlich sagen: Solche Bilder gibt es überall. Jedoch viele Jahre später vielleicht, wenn sie beschrieben und die Personen namentlich benannt sind, freuen sich die Urenkel über Bilder ihrer Vorfahren. Bereits ein Trend in Amerika, es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, er wird auch zu uns kommen. Man sieht ja, dass die Computer-genealogie schon im Aufwind ist. Man kann bereits die evangelischen Kirchenbücher (vor 1870) aus Württemberg problemlos im Internet ansehen. Auch viele Matrikel nicht nur der Diözese Rottenburg sind sogar kostenlos herunterzuladen.
(1026)
Man kann net alle Bergle auf einmal eben machen . .

Die Jahreshaupt-versammlung am vergangenen Donnerstag verlief sehr zügig, weil der Tages-ordnungspunkt „Wahl des Vorsitzenden“ überraschend zurück-gezogen wurde. Auf Herbst zeichnet sich ein geeigneter Kandidat für dieses Vereinsamt ab. Der seitherige erste Stell-vertreter Heinrich Kowarsch wurde ohne Gegenstimme für weitere drei Jahre bestätigt, zum zweiten Stellvertreter wurde Oskar Combe für drei Jahre gewählt.
Der Vorsitzende erstattete den rund 30 zur Versammlung erschienenen Mitgliedern den Rechenschaftsbericht des abgelaufenen Vereinsjahres. Mit der Exkursion im Januar nach Stuttgart zur Landesausstellung „THE hidden LÄND“ und zur Ausstellung zum Bauern-aufstand vor 500 Jahren nach Heilbronn. In diesem Zusammenhang ist auch der Besuch der Kirche in Weiler im Zabergäu am 02. August zu sehen. Man besuchte noch im August 2025 den jüdischen Friedhof in Eppingen und im September den Friedhof in Neuenbürg mit den Gräbern der im Dritten Reich Verfolgten und der inhaftierten Juden aus dem Vaihinger Konzentrationslager. In diesem Jahr wurde den Mitgliedern eine Fahrt nach Heidelberg zur Ausstellung der vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Deutschland in Sicherheit gebrachten Bilder aus der Stadt Odesa geboten. Im Juni 2025 beteiligte sich der Heimatkreis mit einer kleinen Bilderausstellung am 100-jährigen Firmenjubiläum der Familienholding BLANCO/EGO. Finanziert wurden die beiden im letzten Jahr erschienenen Rundbriefe Nr. 69 und Nr. 70 durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und einem Landeszuschuss von 2.250 €. Für die Rundbriefe 1 bis 70 wird wohl kurz nach Ostern noch ein Sammelregister erscheinen.
Weiter streifte der Vorsitzende die Vereinsgeschichte, die vor 50 Jahren mit Ausstellungen im Flehinger Wasserschloss und Fahrten zur Burgruine Nanstein bei Landstuhl und auf die Ebernburg begann. Der Vorsitzende bedankte sich beim Vorstand für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und bei den Mitgliedern, die über all die Jahre zum Verein gehalten haben. Besonders bei den Jubilaren Frau Gerlinde Holme-Knitt, Frau Eva Obarius, den Eheleuten Renate und Jürgen Schmid, Frau Andrea Schwarz und Herrn Frank Straub für ihre 25-jährige Treue zum Verein.
(0926)
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Am Donnerstag, den 19. März 2026, ist um 19.30 Uhr im alten Flehinger Bahnhof die diesjährige Hauptversammlung des Heimatkreises Oberderdingen.
Als Tagesordnung ist vorgesehen:
1. Begrüßung und Totengedenken
2. Ehrungen
3. Bericht des Vorsitzenden
4. Bericht der Schatzmeisterin
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Aussprache zu den Berichten
7. Entlastungen
8. Wahl des Vorsitzenden
9. Wahl des ersten Stellvertreters
10. Wahl des zweiten Stellvertreters
11. Wahlen zum Beirat
12. Wahl der Kassenprüfer
13. Sonstiges
Diese Jahreshauptversammlung ist wichtig, weil mit den Wahlen der Kurs des Vereins in den nächsten Jahren vorgegeben wird. Der seitherige Vorsitzende stellt sich nicht mehr zur Wahl. Man merkt, dass die Möglichkeiten des Internets mehr und mehr unser Leben und auch das der Vereine beeinflussen. Die sozialen Netzwerke werden zum selbstverständlichen Kommunikationsmittel. Auch wir sollten diese Medien nutzen. Das bedarf aber eines neuen Ansatzes im Verein. Vielleicht gelingt uns bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Einstieg!
(1026)
Einladung zur Jahreshauptversammlung

Der Heimatkreis besuchte die Ausstellung „Meisterwerke aus Odesa“ in Heidelberg
Am Donnerstag, den 19. März 2026, ist im alten Flehinger Bahnhof ab 19.30 Uhr unsere Jahreshauptversammlung. Dabei wird es auch um die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden vom Heimatkreis Oberderdingen e.V. Erwin Breitinger gehen. Er kandidiert nicht mehr. Bitte besuchen Sie diesen für den Verein sehr wichtigen Termin. Als Tagesordnung ist vorgesehen:
1. Begrüßung und Totengedenken
2. Ehrungen
3. Bericht des Vorsitzenden
4. Bericht der Schatzmeisterin
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Aussprache zu den Berichten
7. Entlastungen
8. Wahl des Vorsitzenden
9. Wahl des ersten Stellvertreters
10. Wahl des zweiten Stellvertreters
11. Wahlen zum Beirat
12. Wahl der Kassenprüfer
13. Sonstiges
Obwohl Vorstandsmitglieder in den vergangenen Wochen (Monaten!) versuchten Kandidaten-gespräche zu führen, gelang es bis jetzt im Vorfeld der anstehenden Wahl des Vorsitzenden nicht, einen Nachfolger zu finden, der sich zur Wahl stellt. Ein eigentlich beschämender Zustand für die jetzige Vereinsführung. Man kann es drehen und wenden wie man will. Die Entschuldigung „der alte Vorstand soll nicht seinen Nachfolger auswählen“ ist kein gültiges Argument, wenn niemand zu kandidieren bereit ist. Besuchen Sie bitte diese wichtige Jahres-hauptversammlung, und bringen Sie sich dort ein. Es kann doch nicht sein, dass wegen einem altershalben ausscheidenden Vorstand ein Verein wackelt. Unter den 400 Mitgliedern muss doch ein geeigneter Nachfolger zu finden sein.
Am vergangenen Freitag fuhren wir mit der Bahn nach Heidelberg ins Kurpfälzische Museum und haben dort die Ausstellung „Meisterwerke aus Odesa“ angeschaut. Dort sind Gemälde namhafter europäischer Künstler aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zu sehen. Sie wurden vor fünf Jahren wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine nach Berlin ausgelagert und so in Sicherheit gebracht. Ein Teil davon ist jetzt in Heidelberg ausgestellt. Im Museum spürt man deutlich auch die beklemmende Atmosphäre dieses brutalen Überfalls auf ein florierendes europäisches Land.
(0926)
Es ändert sich was …

Bei unserer letzten Zusammenkunft im Januar 2026 war die anstehende Jahreshauptversammlung das alles bestimmende Thema. Wichtig sind die anstehenden Wahlen. Der seitherige Vereins-vorsitzende, er vertrat seit 40 Jahren den Heimatkreis, kandidiert aus Altersgründen nicht mehr. Ein Nachfolger steht zur Wahl. Auch der Beirat ist neu zu besetzen, ebenso der zweite stellvertretende Vorsitzende. Der Verein wird sich also verändern, weshalb es wichtig ist, dass unsere Zusammenkunft am Donnerstag, den 19. März im Flehinger Bahnhof um 19.30 Uhr gut besucht wird. Tragen Sie sich bitte den Termin im Kalender ein.
Am kommenden Freitag, den 6. März, fahren wir nach Heidelberg und besuchen dort im Kurpfälzischen Museum die Ausstellung: „Meisterwerke aus Odesa, Europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts“. Gezeigt werden Bilder, welche die Ukraine nach dem russischen Überfall vor vier Jahren nach Berlin verlagerte und sie so vor der Zerstörung bewahrte. Die Ausstellung endet am 22. März, dann gehen die Bilder zur Restaurierung nach Berlin zurück. Kommen Sie zum Stadtbahnhalt Industriegebiet am 6. März 2026 um 12.30 Uhr (Änderung!!). In Heidelberg wird ein Fußmarsch von ca. 300 m erforderlich sein.
Das „stille Örtchen“ in Oberderdingen ist offensichtlich für viele anziehend. Auch für solche, die kein „Bedürfnis“ verspüren. So wurde erstmals Ende 2020 „aufgrund massiven Diebstahls von Toilettenpapier, öffentliche Toilette bis auf weiteres geschlossen“, hieß es damals. Seit einiger Zeit hängt jetzt an der wiederum verschlossenen Tür ein Zettel mit der Aufschrift „Wegen Vandalismus geschlossen“. Beide Begründungen sind ein Hinweis, dass sich das Gemeinschaftsgefühl bei uns geändert hat. Vor einer Generation kannte man noch mehr „Verantwortungsgefühl“ nach dem Motto: Es gibt Dinge die man tut, und Dinge die tut man nicht. Damals waren auch Alltagsprobleme noch nicht gesetzlich geregelt.
(0826)
Der Heimatkreis braucht einen Vorstand

Wie bekannt, wird der seitherige Vereinsvorstand aus Altersgründen bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr für die nächste Wahlperiode zur Verfügung stehen, jedoch weiter im Verein mitarbeiten. Eigentlich müsste es für einen Heimatverein mit mehr als 400 Mitgliedern möglich sein, einen Nachfolger zu finden, den es reizt, sich um die satzungsgemäßen Aufgaben, um die Ortsgeschichte und die Heimatkunde zu kümmern. Letzteres wird heute eher als „Volkskunde“ verstanden.
„Sütterlin“ oder Deutsche Kurrentschrift muss er nicht unbedingt lesen, wohl aber Leute zum Mitmachen motivieren können. Auch kann und wird er das Auftreten des Vereins in der Öffentlichkeit seinen Vorlieben anpassen. Durchaus interessant sind also die Aufgaben eines Vereinsvorstands und sie bieten kreative Möglichkeiten. In der Jahreshauptversammlung vor zwei Jahren war „Zeitenwende“ das Thema, ein sich dauernd wiederholender Prozess. Der neu zu wählende Vereinsvorstand wird sich ihm stellen müssen. Das Internet mit seinen Möglichkeiten wird auch für unseren Verein wichtiger und bietet bislang nicht voll genutzte Chancen. Die Basis, auf die der neue Vorstand aufbauen kann, ist im Verein vorhanden.
Wir fahren am Freitag, den 6. März 2026, nach Heidelberg und besuchen dort die Ausstellung „Meisterwerke aus Odesa“ im Kurpfälzischen Museum. Dies sind im Wesentlichen 74 bedeutende Gemälde aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die im Jahr 2022, als Russland die Ukraine überfiel, aus Odessa in Sicherheit gebracht, und nach Berlin geschickt wurden. Die Ausstellung in Heidelberg endet in Kürze. Wir fahren mit der Stadtbahn und treffen uns um 13.30 Uhr am Stadtbahnhalt im Industriegebiet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ins Museum kostet 8 Euro. Die Rückkehr ist gegen 18.00 Uhr geplant.
Den alten Oberöwisheimer Verbandsfriedhof für die Juden im Kraichgau werden wir wohl erst im April oder Mai besuchen, wenn das Wetter für „Freiluftausflüge“ besser ist.
(0726)
Unser Verein muss – und wird sich neu aufstellen!

Bei unserer Jahreshauptversammlung am 19. März 2026 in Flehingen stehen Wahlen an. Wie bereits im letzten Jahr angekündigt, hört der jetzige und langjährige Vorsitzende E. Breitinger auf. Auch der 2. Stell-vertreter des Vorstands will aufhören. Im Beirat gibt es ebenfalls Veränderungen. Vor einem Jahr sah alles noch ganz anders aus.
Auch für einen Heimatverein ist ein 84-Jähriger, der bei erneuter Wiederwahl bis zu seinem 87. Geburtstag Vorstand sein würde, zu alt. Vernünftiger ist, dass er jetzt einem Nachfolger das Geschäft übergibt. Sein Stellvertreter hat gesundheitliche Probleme, würde aber im seitherigen Umfang weitermachen. Der Heimatkreis Oberderdingen e.V. sucht also einen Vorsitzenden, und die Offiziellen haben in den vergangenen Wochen sich nach Kandidaten umgeschaut - leider bislang noch vergeblich.
Die Zusicherung des jetzigen „Noch-Vorsitzenden“ gilt: Er wird, solange er kann, und solange es akzeptiert wird, ortsgeschichtliche Artikel für die Rundbriefe schreiben, auch im Blättle. Sein Stellvertreter wird, solange es seine Gesundheit zulässt, ebenfalls im seitherigen Umfang weitermachen. Der 2. Stellvertreter wird sich wie seither um den Internetauftritt des Vereins kümmern. Alles in allem und zusammengezählt, doch keine schlechten Randbedingungen für einen neuen Vereinsvorstand. Aber leider haben wir bislang noch niemanden gefunden, der sich am 19. März zur Wahl stellt. Das ist ein Armutszeugnis für einen Verein mit über 400 Mitgliedern. Redakteur Karl Banghard hat vor vielen Jahren den Heimatkreis als „Lesegesellschaft“ bezeichnet. Kann ja sein, aber auch eine organisierte Lesegesellschaft braucht einen Vorstand.
Noch einige aktuelle Hinweise: Am kommenden dritten Donnerstag im Februar, den 19.2.2026, fällt die Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof aus. Das im letzten Blättle veröffentlichte Bild stammt von der 200-Jahrfeier der Heidegemeinde Ostern im Banat, es wurde 1970 aufgenommen. Voraussichtlich auf Ostern wird ein Index als Sonderheft, also das Inhaltsverzeichnis für die bislang erschienen 70 Exemplare der Rundbriefe, unseren Mitgliedern zugestellt werden. Wir fahren am Freitag, den 6. März 2026, nach Heidelberg zur Odesa Ausstellung, und ein Besuch des jüdischen Verbandsfriedhofs in Oberöwisheim ist in Vorbereitung.
(0626)
Ganz wenige erinnern sich daran…

Vereinsveranstaltungen in der Nachkriegszeit unter-schieden sich von heutigen Angeboten. Theaterauf-führungen in der Derdinger Turnhalle waren im Winter ein von der Allgemeinheit hoch geschätztes Angebot. Keine Problemstücke oder Bühnenklassiker. Eher etwas Heiteres, zumindest Positives, eben als Kontrastprogramm zum schwierigen normalen Alltag, halt etwas „Besonderes“. Damals gab es ja kein Fernsehen, das Radioprogramm unterschied sich sowieso vom heutigen. Die Zeiten waren hart, auch auf dem Land gab es wenig zu essen, und öfters auch Sachen, die man heute wohl nicht mehr kennt.
Wenn die Älteren davon erzählen, winken die Jungen ab, weil sie es schon so oft gehört haben und weil sie sich diese Zeit nicht vorstellen können – und es oft auch nicht wollen. Die Zeiten sind unsicherer geworden, hört man heute trotzdem oft in ihren Unterhaltungen. Auf Amerika sei kein Verlass mehr. In Europa herrscht Krieg. Damals war der Krieg noch in jedermanns schlechter Erinnerung. Die Wenigsten wissen heute, was Krieg für ein Land bedeutet. Trotzdem fällt auf: Immer nach zwei höchstens drei Generationen treffen in der Geschichte (und in der Politik) Situationen ein, in denen es gut wäre auf verschüttetes Wissen zurückzugreifen. Nachdenken schadet nicht, Erinnerungen bewahren auch nicht. Weit hergeholt klingt die römische Weisheit: „Wer den Frieden will, soll den Krieg vorbereiten“. Aber genauso wahr ist der schwäbische Spruch: Oft kommt es anders als man denkt! Und fatal klingt: Ändern kann man ja doch nichts!
(0626)
Alles ändert sich

In letzter Zeit hat unser Verein fast keine alten Fotos mehr erhalten. Abgenommen hat auch die Zahl der Personen, welche Vorkriegs-aufnahmen noch einordnen und die Leute auf den Bildern identifizieren können. Das ist der Lauf der Welt! Jetzt rückt mehr die Nach-kriegszeit in unser Interesse. Aus diesen Aufbaujahren müssten noch in Derdinger, Flehinger und Großvillarser Fotoalben interessante Belege vorhanden sein. Wir sammeln diese Hinweise nicht nur wegen der wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Auch das Lebensgefühl damals unterschied sich vom heutigen.
Unser Verein hat sich gegenüber seiner Anfangszeit in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewandelt. Er entstand aus einer losen Gruppierung, die sich „Förderkreis für Heimatmuseum, Kultur und Geschichte“ nannte. Diese Gruppe hat damals die Schäfersche Chronik herausgegeben, oder den Kaufvertrag über die Flehinger Grundherrschaft, beides in vergleichsweise kleiner Auflage. Ende der 1990er Jahre wurden dann auch Omnibusfahrten organisiert, z.B. in das Münchner Jagd- und Fischereimuseum. Der Heimatkreis war zu einem steuerbegünstigten, eingetragenen Verein „mutiert“. Ursache dafür war, dass man die Finanzierung der Vereinsaufgaben sicherstellen musste, insbesondere die regelmäßige Herausgabe von Rundbriefen.
Auch heutzutage wird sich der Auftritt des Heimatkreises in der Öffentlichkeit weiter ändern, weil neue Mitglieder nachwachsen, welche dann selbstverständlich neue Schwerpunkte im Verein setzen werden – weil sie dies tun müssen. Der Vereinsvorsitzende wird in diesem Jahr wechseln. Zu neuen Ufern lockt also das Neue Jahr. Geplant ist z.B. ein Besuch des jüdischen Friedhofs in Oberöwisheim, dem ältesten Verbandsfriedhof im Kraichgau.
Über diese Themen werden wir in unserer Hauptversammlung am 19. März reden. Auch über Volkskundethemen. Vielleicht nimmt sich jemand die Änderungen in Teilbereichen des „Gestern zum Heute“ vor. Also die Dokumentation in Wort und Bild was, und womöglich auch warum sich in den vergangenen 50, 60 oder 70 Jahren bei uns etwas änderte. Gab es möglicherweise ein Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Land und wenn ja, auf welchen Teilbereichen? Es gibt also durchaus viele Ansatzpunkte für interessante Untersuchungen. Und sicher auch Mitglieder im Verein, die dies leisten können. Freuen wir uns also auf neue Mitmacher mit ihren neuen Ideen.
(0526)
Lichtmess - der Derdinger Nationalfeiertag

Maria Lichtmess ist ein Lostag, d.h. man beobachtet das Wetter und zieht daraus Schlüsse, äußert Vermut-ungen wie wohl die Witterung weiter verläuft. Eine lautet: „Lieber den Wolf in den Stall hinein - Als an Lichtmess Sonnenschein!“
Ob dieser Satz im Zeichen des Klimawandels noch gilt – oder darf man einen solchen Wunsch überhaupt noch äußern, wenn es wieder bei uns ansässige Wolfsrudel gibt? Harmloser klingt da schon: Ist‘s an Lichtmess hell und rein - Wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit - Ist der Frühling nicht mehr weit!
Lichtmess war früher ein „Wandertag“ für’s bäuerliche Dienstpersonal. Es wurden auch die „Zieler“ fällig, also Tilgungen und Zinsen für Kredite, das Personal bekam seinen Lohn. Die Feldarbeit begann langsam wieder. Ganz vergessen ist der Spruch noch nicht: „Lichtmess bei Tag ess!“ spürbar aber schon sein Hinweis, dass die Tage länger wurden. An Lichtmess ist in Derdingen Markt. Früher war die Praxis üblich, dass die Marktbeschicker einen Standplatz am Ostermarkt und am Septembermarkt gesichert bekamen, wenn sie an Lichtmess einen Marktstand aufbauten. Das war ein gerichtsfestes Auswahlkriterium, das niemand benach-teiligte. An Lichtmess waren auch die Gaststätten voll. Heute gibt es in Derdingen weniger Einkehrlokale als noch vor 50 Jahren. Aber Lichtmess gibt es noch, inzwischen sogar Lichtmessreiterinnen, was früher nicht zumutbar gewesen ist. Ledige Männer waren gefragt, das waren im 19. Jahrhundert die Rekruten. Insofern könnte man bei den Lichtmess-reiterinnen jetzt argumentieren: Heute können ja auch Frauen Soldaten werden.
(0426)
Vorschau

Zur turnusgemäßen Hauptversammlung des Heimatkreises wird auf Donnerstag, den 19. März 2026, um 19.30 Uhr in den Flehinger Bahnhof eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen neben den üblichen Punkten auch Wahlen. Der langjährige erste Vorsitzende kandidiert nicht mehr. Geändert wurde bei unserer Zusammenkunft am vergangenen Donnerstag die seitherige Praxis unseres Vereins, jeweils samstags Museumsbesuche in der Region anzubieten. Wir werden in Zukunft vorwiegend an den sonstigen Wochentagen unsere Fahrten organisieren, z.B. nach Heidelberg zur Odessa-Ausstellung, die als nächster Termin angeboten wird, oder den Besuch des jüdischen Verbandsfriedhofs in Kraichtal-Oberöwisheim.
Einverstanden waren die Teilnehmer auch mit den vorgeschlagenen Terminen für die in diesem Jahr geplanten Veröffentlichungen des Heimatkreises, nämlich mit dem Index der Rundbriefe 1-70 der auf Ostern erscheinen soll, der Rundbrief 71 wird auf Pfingsten herauskommen. Der Rundbrief 72 soll abweichend von der seitherigen Praxis noch vor der Adventszeit den Mitgliedern zugestellt werden. Kalkuliert sind die Druckkosten für das Jahr 2026 mit 8.000 €, man wird sich jetzt um die Finanzierung kümmern.
Schwerpunkt der Diskussion am vergangenen Donnerstag war jedoch der Themenkreis, mit welchen Angeboten man jüngere Mitglieder gewinnt. Was soll also unser Verein in Zukunft neben den Rundbriefen noch bieten, und wie findet man Mitmacher und Autoren für die auch in Zukunft anzubietenden Rundbriefe. Das Internet mit seinen Angeboten bietet in Zukunft mehr Chancen als in der Vergangenheit, was aber wahrscheinlich uns nur dann nutzt, wenn jüngere Neumitglieder in diese Charge einsteigen. Angesprochen wurde auch unsere Sammlung von historischen Fotos. Eine Jahreszahl anzugeben, ab wann man die Bilder veröffentlicht, z.B. im Blättle zeigen kann, ist nicht sinnvoll. Denn der Persönlichkeitsschutz gilt für Lebende. Also ist die Prüfung der Fotos und Abwägung der Folgen einer Veröffentlichung das bessere Konzept. Auch hier soll sich der Heimatkreis in Zukunft noch mehr engagieren. In der Zusammenfassung, unser Treffen am 15. Januar diente zum einen der Vorbereitung der Jahreshauptversammlung, und zum anderen als Eintrittsversuch unseres Vereins in eine neue Praxis.
(0326)
Jahresauftakt

Erstmals treffen wir uns im Neuen Jahr am Donnertag, den 15. Januar 2025, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Wir wollen dort versuchen Hobbyfotografen zu gewinnen, welche die für den nächsten Rundbrief vorgesehenen Motive foto-grafieren. Pauschal handelt es sich um Außenauf-nahmen an manchmal aus fotografischem Blickwinkel nicht ganz unproblema-tischen Standorten. Weiter sollten wir Fahrten zu Museen besprechen, hier geht es um Termine und Ziele. Auch unsere Jahreshaupt-versammlung sollte vorbereitet werden, hier stehen turnusgemäße Personalentscheidungen an. Der seitherige Vorsitzende wird nicht mehr kandidieren.
Ein durchaus anspruchsvolles Programm für diese Zusammenkunft, zu der unsere Mitglieder eingeladen sind. Thema wird auch sein, wie wir erreichen, dass unser Verein wächst, und dies mit dem Ziel, das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder zu senken. Also ganz pauschal, welche Themen sind auch für jüngere Mitglieder interessant, die sich unter „Zweck und Aufgaben des Heimatkreises“ einbinden lassen. Unsere Satzung definiert den Zweck des Vereins mit „Darstellung und Dokumentation des Raumes Oberderdingen aus geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Sicht, die Pflege des Sinnes für Heimatkunde und die Sammlung, Sicherung und Erhaltung geschichtlicher und kulturgeschichtlich bedeutsamer Objekte“. Der Tätigkeits- und Interessensbogen unseres Vereins ist demnach sehr weit gespannt, darunter fallen auch Teilaspekte, die seither kaum aufgegriffen wurden. Wir sollten also durchaus auch „Neues“ beginnen, sogar dann, wenn dies mit Risiken verbunden ist.
Gesucht wird auch ein Nachfolger/in von Frau Riedling zur Einpflege alter Fotos in den Vereinslaptop mit dem Computerprogramm GenHisto. Eine durchaus zeitaufwendige Aufgabe, die Gewissenhaftigkeit erfordert.
(0226)
Geschickte Hobbyfotografen gesucht

Noch vor Weihnachten bekamen unsere Mitglieder den Rundbrief 70 zugestellt. Damit ist Band 7 unseres Vereinsorgans „Rundbriefe“ komplett. Er umfasst 788 Seiten und enthält Artikel über die Ortsgeschichte von Oberderdingen mit allen Ortsteilen, ebenso Informationen zu unseren Partnergemeinden Heinfels in Tirol und Villar Perosa in Piemont. Auch der Heimat- Kultur- und Trachtenverein aus Zaisenhausen nutzt die Hefte, um geschichtliche Nachrichten aus seinem Einzugsbereich zu veröffentlichen. Volkskundliche Themen werden von beiden Vereinen gerne aufgegriffen. Unser Archiv enthält viele Bilder. Aus diesem Bestand veröffentlichen wir ebenfalls regelmäßig Bilder in unseren Rundbriefen.
Unser Verein sammelt nicht nur alte Fotografien um sie für künftige Generationen zu bewahren. Denn alte Fotos in Schubladen und Schachteln flogen schon oft raus, wenn ihre Erben nicht mehr wissen, wer auf dem Bild zu sehen ist. Wir suchen auch jüngere geschickte Fotografen. In unsere Rundbriefe nehmen wir ja gerne Fotografien zur Illustration der Artikel auf. So zum Beispiel: Inschrift-Tafeln, Abbildungen auf Grabsteinen, Epitaphien, eben Bilder die zu den Texten passen. Diese Motive sind manchmal nicht einfach zu fotografieren, wenn der Sandstein verwittert ist oder eine „Dächle“ Schatten wirft.
Zurzeit bereiten wir ein Projekt über Symbole auf jüdischen Grabsteinen vor. Dafür sollten wir etwa bis Ostern Teile der Grabsteine auf dem Flehinger jüdischen Verbandsfriedhof foto- grafieren. Dies möglichst gut und bei passenden Lichtverhältnissen. Der Flehinger Judenfriedhof ist nicht frei zugänglich. So wird der Fototermin entweder an einem Wochentag oder sonntags liegen, weil samstags der Friedhof nicht besucht werden soll. Aber samstags sind problemlos die an Häusern eingemauerte Sandsteine oder Fragmente von dort sichtbaren Inschriften zu fotografieren. Wer hier mitmachen kann und will, ist herzlich zur nächsten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof am Donnerstag, den 15. Januar 2026, um 19.30 Uhr eingeladen. Dort geht es dann um Details für Fotos für den nächsten, spätestens auf Pfingsten 2026 erscheinenden Rundbrief 71, mit dem der Band 8 beginnt.
(0126)
Wer traut sich?

Mitglieder zu finden, Bürger für einen Verein zu be-geistern ist schwierig, aber noch schwieriger ist es Begeisterte zu bewegen, etwas über ihr Spezialgebiet zu schreiben, also andere an ein tolles Thema heranzu-führen. „Volkskunde“ ist ein großes und interessantes Feld. Jeder weiß, dass sich die „Umwelt“, also auch der Teil den man früher „Heimat“ nannte, in den letzten 50 oder 60 Jahren signifikant änderte. Dies könnte man (wer wohl?) durch die Gegenüberstellung alter und neuer Foto-aufnahmen von markanten Straßenpartien zeigen. Also alte Schwarzweißaufnahmen mit neuen Farbaufnahmen vom annähernd gleichen Standpunkt aus. Jüngere Hobbyfotografen könnte so etwas reizen und sie könnten sich freuen, wenn ihre passenden Bilder im nächsten Rundbrief des Heimatkreises erscheinen.
Ein anderes Thema fürs nächste Jahr: Was war den heute 40- oder 50-Jährigen wichtig, als sie 18 oder 25 Jahre alt waren? Gesellschaftlich, in der Freizeit, im Sport. Über welche Verbote der Eltern regten sie sich auf? Gibt es jemand, der über diesen Themenkomplex etwas schreiben kann und will? Die Wehrpflicht, zumindest die Musterung, kommt wieder. Stichworte findet man wohl schnell. Oder auch spezielle Vereinsthemen, was hat man früher bei Jahresversammlungen des Musikvereins gespielt, oder welche Lieder bei den Gesang-vereinen gesungen? Zeichneten sich dabei z.B. auch unterschiedliche Trends zwischen Flehingen oder Oberderdingen ab?
Sicher, jeder dieser Vorschläge ist ein Geschäft, braucht Zeit und macht Arbeit. Aber der Fleiß lohnt sich. Warum nicht Themen aufgreifen, die bislang nur wenige interessierten? Wäre doch toll das Gefühl, nein die Gewissheit: „ich betrete Neuland“. Also machen Sie bitte mit, und werden Sie ein Chronist im Heimatkreis für die Nachwelt.
(5125)
Heimatkreis Oberderdingen e. V.