Archiv 2025
Wer traut sich?

Mitglieder zu finden, Bürger für einen Verein zu be-geistern ist schwierig, aber noch schwieriger ist es Begeisterte zu bewegen, etwas über ihr Spezialgebiet zu schreiben, also andere an ein tolles Thema heranzu-führen. „Volkskunde“ ist ein großes und interessantes Feld. Jeder weiß, dass sich die „Umwelt“, also auch der Teil den man früher „Heimat“ nannte, in den letzten 50 oder 60 Jahren signifikant änderte. Dies könnte man (wer wohl?) durch die Gegenüberstellung alter und neuer Foto-aufnahmen von markanten Straßenpartien zeigen. Also alte Schwarzweißaufnahmen mit neuen Farbaufnahmen vom annähernd gleichen Standpunkt aus. Jüngere Hobbyfotografen könnte so etwas reizen und sie könnten sich freuen, wenn ihre passenden Bilder im nächsten Rundbrief des Heimatkreises erscheinen.
Ein anderes Thema fürs nächste Jahr: Was war den heute 40- oder 50-Jährigen wichtig, als sie 18 oder 25 Jahre alt waren? Gesellschaftlich, in der Freizeit, im Sport. Über welche Verbote der Eltern regten sie sich auf? Gibt es jemand, der über diesen Themenkomplex etwas schreiben kann und will? Die Wehrpflicht, zumindest die Musterung, kommt wieder. Stichworte findet man wohl schnell. Oder auch spezielle Vereinsthemen, was hat man früher bei Jahresversammlungen des Musikvereins gespielt, oder welche Lieder bei den Gesang-vereinen gesungen? Zeichneten sich dabei z.B. auch unterschiedliche Trends zwischen Flehingen oder Oberderdingen ab?
Sicher, jeder dieser Vorschläge ist ein Geschäft, braucht Zeit und macht Arbeit. Aber der Fleiß lohnt sich. Warum nicht Themen aufgreifen, die bislang nur wenige interessierten? Wäre doch toll das Gefühl, nein die Gewissheit: „ich betrete Neuland“. Also machen Sie bitte mit, und werden Sie ein Chronist im Heimatkreis für die Nachwelt.
(5125)
Vorweihnachtszeit

Moden und Gewohnheiten haben sich schon immer geändert. Man merkt dies, wenn man das „Heute“ mit dem „Früher“ vergleicht. Der Schaufensterbummel in der Nachkriegszeit war ein Erlebnis, der Weihnachts-einkauf heute meist ein Stress. Eigentlich hat man ja alles. Der Wunschzettel-sonntag war ehemals eine aufregende Sache.
Für manche (viele?) ist heute der Advent keine besondere Zeit mehr, es wird zwar schneller als im Sommer Nacht, man muss heizen und draußen ist es ungemütlich. Geschenke auf Weihnachten basteln – das war einmal. Sicher ein Adventskranz ist in den meisten Haushalten auch heute noch üblich, oder das abendliche Adventsliedersingen, wenn noch Kinder im Haushalt sind. Auch der Adventskalender ist noch nicht ganz aus der Mode gekommen, Betriebsweihnachtsfeiern in der Adventszeit kannte man früher schon. Die Hauptstraßen sind geschmückt und haben eine Adventsbeleuchtung. Brötlenbacken kennt man auch, oft sogar noch die alten Familienrezepte. Es gibt fast in jedem Dorf einen „Weihnachtsmarkt“ mit Glühwein. Aber mancher besucht nach den Anschlägen der Extremisten im letzten Jahr die Märkte in den großen Städten mit unguten Gefühlen. Vor 10 Jahren war dies noch anders. Und vor 20 Jahren kannte man den Weihnachtsurlaub mit dem Flug nach Übersee noch nicht. Nach allem verfestigt sich der Eindruck, dass heute die Adventszeit „weltlicher“ geworden ist.
(5025)
Rundbrief 70

In den nächsten Tagen erhalten unsere Mitglieder den Rundbrief Nr. 70. Auf 92 Seiten stehen in ihm Artikel zur Sickinger Apotheken-geschichte, oder den Anfeindungen des Maulbronner Amtmanns gegen Flehinger Juden. Also durchaus Episoden, die seither nicht allgemein bekannt waren. Auch die Artikel zur Schäferei, hier wird auf einen Großvillarser eingegangen, der ganz wichtig für die Entwicklung der Württembergischen Schafzucht war, bringt bislang bei uns eher wenig Bekanntes. Jeder Oberderdinger Stadtteil ist im Heft vertreten. Auch volkskundliche Themen werden aufgegriffen. So der Herbst, der früher ganz anders als heute erlebt wurde. Ebenso die Raunächte, die Zeit zwischen den Jahren. Auch die Zaisenhäuser Artikel sind für uns lesenswert: Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, dessen Schrecken und Not waren allseits gegenwärtig. Ein Thema im Rundbrief Nr. 70 ist auch die „Jahrhundertfeier“ der Derdinger Industrie, der EGO und BLANCO, Ende Juni 2025.
Zusammengenommen ein bunter Themenreigen. Auch Kürnbach wird mit einem Artikel zur Verkehrsanbindung gestreift. Aus einer „Erdbeschreibung“ vor etwa 250 Jahren wird der Abschnitt über das Pustertal zitiert, in dem ja unsere Partnergemeinde Heinfels liegt. Eine passende Lektüre für die Vorweihnachtszeit. Man kann das „Früher“ mit dem „Heute“ vergleichen, was ja den Ertrag der Beschäftigung mit der Geschichte, besonders mit Orts- oder Regionalgeschichte ausmacht. Deren Rahmen der Einzelne zwar durch eigenes Handeln in Vereinen oder der Kommunalpolitik beeinflussen kann. Es wiederholen sich politische Abläufe nie tupfengleich, wohl aber sind die Handelnden in ihren Reaktionen, ihren Wünschen und Ängsten über die Jahrhunderte hinweg sehr ähnlich geblieben.
(4925)
In der Adventszeit pausieren wir

Voraussichtlich letztmalig fürs Jahr 2025 hat sich der Heimatkreis am vergang-enen Donnerstag im Flehinger Bahnhof getroffen. Man möchte die in diesem Verein noch gelebte Tradition beibehalten, nach der die Adventszeit eine stille Zeit ist. Im katholischen Umfeld war sie früher die „kleine Fastenzeit“. Es schadet nicht, wenn die Familie, und abends der Adventskranz mit seinen Lichtern, wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Auch als Gegenpol zum oft schrillen und lauten Vorweihnacht-srummel im öffentlichen Raum.
Im Rückblick auf 2025 stellte der Vorsitzende fest, dass die Werbeaktion mit dem, beim Rundbrief 69 beigelegten Flyer, ein Flop war. Wir haben kaum neue Mitglieder geworben, der Mitgliederstand ging 2025 zurück. Es ist notwendig, dass dieser Trend sich im nächsten Jahr dreht. Die Kosten für die Rundbriefe werden auch in Zukunft steigen. Allein schon deswegen, weil wir mehr Farbbilder bringen wollen. Die Nachkriegszeit rückt ja in den Blick, und für diese Zeit sind Farbaufnahmen typisch. Die Alternativen, Erhöhung des Jahresbeitrags von den jetzigen 10 € oder dünnere Hefte, sind eigentlich keine guten Lösungen. Wir sollten uns etwas einfallen lassen, um weitere Mitglieder für unsere schöne Heimat Kraichgau und ihre Geschichte zu interessieren. Eine gute Sache ist die Zusammenarbeit mit dem Zaisenhäuser Heimat-, Kultur- und Trachtenverein. Mehr Abonnenten senken die spezifischen Kosten pro Ausgabe. Übrigens, unsere geplante Fahrt vom 17. bis 19. Juni 2026 ins Altmühltal, den Donaudurchbruch und die Hallertau ist ausgebucht.
Den Rundbrief 70 erhalten unsere Mitglieder in der Adventszeit. Sie können (ja sie sollen!) diesen auch als Werbemöglichkeit sehen und versuchen, ihre Nachbarn an unserer Arbeit zu interessieren. Die in ihm enthaltenen Artikel decken viele Themen ab, angefangen bei der Waldwirtschaft, oder wie das Pustertal vor zwei Jahrhunderten in einer „Erdbeschreibung“ geschildert wurde. Das Thema Schäferei wird in ihm vertieft. Joseph Clapier aus Großvillars war für die Schäferei wichtig, er hat die Schafzucht in Württemberg erheblich beeinflusst.
Angesprochen wurden auch geplante Vorhaben im ersten Vierteljahr 2026. Wir wollen den jüdischen Verbandsfriedhof in Oberöwisheim, oder in Speyer das Museum SchPIRA besuchen. Es liegt bei der „Mikwe“, dem rituellen Bad, das zu jeder jüdischen Gemeinde wie die Synagoge gehörte. Andere Vorschläge waren das Schul- und Waldensermuseum in Palmbach oder die Ausstellung im Kurpfälzischen Museum Heidelberg über Meisterwerke aus Odessa.
Der Verein wird 2026 einen neuen Vorsitzenden bekommen. Erwin Breitinger hört auf – schreibt aber gerne noch weiter Artikel in den Rundbriefen. Zurzeit befasst er sich mit dem Thema „Wolf“, ein höchstinteressanter volkskundlicher Stoff.
(4825)
Unser Programm über den Winter

Am kommenden Donnerstag, den 20. November 2025, treffen wir uns um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Es ist voraussichtlich die letzte Zusammenkunft in diesem Jahr, denn wir halten uns an den früher allgemeinen Brauch einer ruhigen Adventszeit. Der Rundbrief 70 wird auf Advent erscheinen und etwas dicker als sonst üblich ausfallen.
Für dieses Jahr erhofften wir uns einen spürbaren Mitgliederzuwachs. Aber die Werbeaktion mit dem Flyer, den wir dem Rundbrief 69 beilegten, war kein Erfolg. Für nächstes Jahr sollten wir uns etwas anderes einfallen lassen, um unsere Altersstruktur nachhaltig zu verbessern. Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 10 € ist wohl für jeden erschwinglich, und die mindestens zwei Rundbriefe, die jährlich erscheinen, sind dafür eine durchaus akzeptable Gegenleistung. Finanzierbar ist dies durch den Jahresbeitrag, den Zuschuss des Landes Baden-Württemberg und Spenden.
Der Zaisenhäuser Heimat- Kultur- und Trachtenverein nutzt die Rundbriefe zum gleichen Zweck, seine Mitglieder zahlen deshalb denselben Preis wie unsere. Wir orientieren uns an der simplen betriebswirtschaftlichen Logik, dass bei höherer Auflage der Preis pro Exemplar sinkt. Nur so können wir den Mitgliedsbeitrag stabil halten. Die Druckkosten steigen allein schon deshalb, weil wir die Rundbriefe mit mehr Farbaufnahmen illustrieren, dies kommt bei unseren Mitgliedern gut an. Unser Verein ist steuerbegünstigt, es kann also der Mitglieds-beitrag bei der Einkommensteuerklärung geltend gemacht werden.
Ein Diskussionspunkt am kommenden Donnerstag werden Vorschläge zur Mitgliederwerbung und zu unseren zusätzlichen Angeboten neben den Rundbriefen sein. Die Fahrt nach Bayern an den Donaudurchbruch, das Altmühltal und die Hallertau vom 17. bis 19. Juni 2026 ist schon nahezu ausgebucht. Früher haben wir meist im Sommer monatlich einmal ein Museum besucht, letztes Jahr waren es vorwiegend die Kirchen unserer Heimat. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs in Eppingen wurde der Besuch des Oberöwisheimer Judenfriedhofs angeregt. In Heidelberg werden bis März Meisterwerke aus Odessa gezeigt, es gibt also nach wie vor Dinge, die für unseren Verein passen. Nutzen wir sie.
(4225)
Kneipensterben

Wer sich gegen einen Trend stemmen will, tut sich schwer. Dorfwirtshäuser gibt es fast nirgends mehr. Gerade auch jene, die vor 50 und mehr Jahren die beliebtesten Feierabend-treffpunkte für „gestandene Männer“ waren. Bei uns der Adler in Oberderdingen oder die Germania. Der Adler in Flehingen, die Fünf Schneeballen, der Hirsch in Sickingen oder in Großvillars die Traube. Das Rössle in Derdingen ist schon länger zu, oder die Sickinger Eintracht, die Bahnhofsgaststätte oder das Scharfe Eck in Flehingen oder Pigasos in Oberderdingen. In der Nachkriegszeit gab es noch viel mehr Wirtschaften bei uns. Man traf sich dort zwanglos, es gab „Stammtische“ bei denen in Flehingen Zego und in Derdingen Skat oder Binokel gespielt wurde. Manche waren auch „Vereinslokale“. Der Wirts-hausbesuch der Flehinger Männer nach der Kirche gehörte quasi zum Sonntag.
Im Herbst oder Winter gab es noch richtige Besenwirtschaften, die keine Konzession hatten, mit maximal 40 Sitzplätzen. Bei denen eigener Wein ausgeschenkt und den Gästen nur „einfache Speisen“ serviert werden durften. Anfangs der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts machten schon etliche Kneipen dicht. Damals wurde das Aufkommen der Vereinsheime als Grund angesehen. Der Trend verstärkte sich im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. 2015 gab es 31.000 Wirtschaften in Deutschland, 2022 waren es noch 21.000. Sicher hat „Corona“ beim jetzigen Kneipensterben eine Rolle gespielt. Viele arbeiten auswärts und meinen, dass das Bier vor dem Fernseher nicht anders als in der Wirtschaft schmeckt – aber viel preiswerter ist. Der Führerschein ist „lebenswichtig“, die Kneipe aber fußläufig nicht mehr bequem erreichbar. Es gibt noch viele Gründe weshalb das Kneipensterben derzeit im Trend liegt. Schade ist es aber trotzdem!
(4125)
Was wird wohl aus Handyfotos?

Familienfotoalben sind nicht mehr modern. Die vielen Handyaufnahmen bleiben digital, werden eher selten ausgedruckt. Wen werden wohl in 50 Jahren die belanglosen digitalen Schnappschüsse noch interessieren? Kann man sie vielleicht gar nicht mehr problemlos in einem so alten Gerät aufrufen? Funktioniert der heute zeitgemäße Laptop noch? Die Wenigsten beschreiben ihre Bilder, die sie vielleicht speichern, was sich jedoch meist auch nicht rentieren würde. Persönliche Überlieferungen an die Nachfolger sind drei Generationen nach dem „Heute“ wahrscheinlich so dürftig, wie die jetzige individuelle Erinnerung an die Zeit vor 100 Jahren. Es ist das Meiste verschwunden. Wer führt noch handschriftlich ein Tagebuch? Auch Briefe sind selten. Ob man E-Mails in 50 Jahren noch lesen kann? Man löscht sie ja, weil man den Speicherplatz braucht. Doch wenn man die Vergangenheit kennt, hat man in der Gegenwart bei Problemen Vergleichsmöglichkeiten, was nicht nur im Verhältnis von Geschichte und Politik gilt. Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wer mehr ausgibt als er hat, bekam schon immer Probleme. Vergleichen gehört zum Nachdenken, es kostet nichts, tut auch nicht weh – ist aber manchmal anstrengend.
Ferienbilder konservieren Erlebnisse und unterstützen unser Gedächtnis. So gesehen „rentieren“ sich altmodische Fotoalben doch. Man sollte sie weiterpflegen. Die Enkel werden sich wahrscheinlich später freuen, so wie wir uns über 100 Jahre alte Fotos auch freuen.
(4025)
Wer will – kann – helfen!

Ins Archiv des Heimatkreises Oberderdingen, und damit auch ins Gemeindearchiv, kam ein Foto aus den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es zeigt wohl den Turnverein „Glück auf!“. Allerdings steht auf der Tafel „Turnverein Derdingen“, der im „Oberen Kraichgau-Turngau“ organisiert war. Man kann aus dem Arrangement ableiten, dass die gezeigten Personen an einem Festumzug teilnahmen. Auch eine Frau war dabei. Bislang ist nicht bekannt, ob das Foto in Derdingen oder anderswo aufgenommen wurde, also welche Veranstaltung die gezeigten Teilnehmer besuchten. Wahrscheinlich war der Umzug nicht in Derdingen, weil dort wohl mehr Personen dabei gewesen wären. Identifiziert ist Wilhelm Weigele, er liegt vorn rechts, und stehend Ernst Walter ebenfalls rechts vorne. Vielleicht können noch weitere Personen erkannt oder der Aufnahmeort geklärt werden.
Zum Aufnahmezeitpunkt war „Turnen“ in Mode, Fußball weniger. Das hat sich aber in den vergangenen 100 Jahren gedreht. Turnen ist kein Sport mehr, der die „Massen“ anzieht, wohl weil er kein Mannschaftssport ist. Alles hat seine Zeit, auch Vereine und ihre Attraktivität für ihre Mitglieder.
Unser Verein sammelt alte Fotos, hat in der Vergangenheit mehrere Ortsfotoalben aufgelegt, und will im nächsten Jahr etwas Neues ausprobieren: Vorkriegsaufnahmen von Vereinen. Diese könnte man in einem Rundbrief zusammenfassen und versuchen, „mehr“ über sie herauszubekommen. Wer Personenfotos mit Vereinsbezug hat, soll diese bitte zum Einscannen zur Verfügung stellen. Dem Original passiert dabei nichts. Der „Ertrag“ für den Fotoeigentümer ist, dass er mehr über seine Aufnahme erfährt.
(3925)
Nächstes Jahr geht es nach Bayern!

Gut besucht war der Rückblick auf den dies-jährigen Ausflug ins Elsass. Herr Steinbach vom Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen zeigte einen Film über die Fahrt nach Breisach und Colmar, dann am zweiten Tag nach Obernai, der Weinbauregion um Ribeauvillé und Hunawihr, und bei der Rückreise am dritten Tag über Ebersmunster und den Besuch der Europäischen Hauptstadt Straßburg. Kurze Szenen und Bilder im Film erzählten von einem gemeinsamen Erleben einer gelungenen Sommerreise. Er war auch eine passende Überleitung zum geplanten Ausflug im kommenden Jahr.
Frau Pfefferle schlug für die Fahrt vom 17. bis 19. Juni 2026 als Ziel das Altmühltal, den Donaudurchbruch und die Hallertau in Bayern vor, was allgemein akzeptiert wurde, sogar spontane Anmeldungen gab es! Kosten pro Person 360 €, kein Einzelzimmerzuschlag. Etwas für Bierliebhaber! Man besichtigt ja auch Kuchlbauer's Bierwelt, ein Gesamtkunstwerk, entworfen von Friedensreich Hundertwasser. Auch die weiteren Punkte der Exkursion erfreuen: Im Kloster Weltenburg kann man im schönsten Biergarten Bayerns das dunkle Klosterbier probieren. Die Brautradition begann dort bereits im Jahre 1050. Auch Kelheim mit seiner imposanten Befreiungshalle, ein Andenken an die Napoleonische Zeit, wird besucht. Ebenso das Altmühltal. Auch eine Schifffahrt durch die „Weltenburger Enge“ - den Donaudurchbruch - ist im Fahrpreis enthalten. Übernachtet wird in Bad Göggingen.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Heinrich Kowarsch (07258/8326) an. Eine ausführliche Reisebeschreibung können Sie dann per E-Mail erhalten. Die Fahrt findet wieder zusammen mit dem Heimat- Kultur und Trachtenverein Zaisenhausen statt.
(3825)
Was gibt’s Neues?

Wir treffen uns am nächsten Donnerstag, den 16. Oktober, um 19.30 Uhr zur regulären Sitzung im Flehinger Bahnhof und blicken zurück auf die diesjährige Fahrt ins Elsass, gemeinsam mit dem Zaisenhäuser Heimat- Kultur- und Trachtenverein. Über Breisach ging es nach Colmar, beide Städte besuchten wir am ersten Tag unseres Ausflugs, sie haben ihre historische Bausubstanz bewahrt. Wir werden uns daran erinnern, wenn wir die Bilder und den Ausflugsfilm ansehen. Am Donnerstag ging es dann nach Obernai, der Töpferstadt, dem schloss sich ein Besuch in Ribeauvillé an. Weiter ging es ins Winzerdorf Hunawihr und nach Kaysersberg, dem Geburtsort von Albert Schweizer. Am letzten Tag ging unsere Reise nach Straßburg, der Europastadt. Erinnerungen werden bleiben, das ist sicher. Anschließend diskutieren wir über den Ausflug im nächsten Jahr und legen nach Möglichkeit jetzt schon das Ziel fest.
Am kommenden Freitag, den 17. Oktober, bietet Thomas Adam vom Heimatverein Kraichgau um 19 Uhr im Flehinger Bahnhof einen Vortrag zum Bauernkrieg an. Er stellt dabei auch das von ihm verfasste Buch „Vom Bundschuh zum Bauernkrieg, das Jahr 1525 im Kraichgau“ vor. Wir besuchten bereits im März in Heilbronn die Ausstellung „500 Jahre Bauernkrieg“ und am 2. August die Kirche in Weiler an der Zaber, wo Anton Eisenhut als Pfarrer wirkte. Er wurde an Christi Himmelfahrt 1525 als Aufrührer in Bruchsal hingerichtet.
Der Vortrag am 17.10. in Flehingen passt deshalb auch für unseren Verein, er ist ein Schlaglicht zum Abschluss des Jahresthemas.
(3725)
Homeoffice

Wir wollten etwas „Neues“ ausprobieren. Aufgeben geht nicht, wenn eine Idee keinen Erfolg hatte. Der Flyer, den wir mit dem Rundbrief 69 in Oberderdingen unseren Mitgliedern zustellten, war ein Flop. Mitgliederwerbung durch Mundpropaganda funktioniert, besser jedoch sind Veranstaltungen wie zum Beispiel Fotoausstellungen, weshalb wir für nächstes Jahr wieder eine planen. Neu ist unser Versuch Leute zu motivieren, die helfen Personen auf Foto zu identifizieren und Anlässe für Fotoaufnahmen herauszufinden. Nicht unbedingt in der Öffentlichkeit, sondern zuhause in der Familie, auch in Rücksprache mit Freunden. Also Mitarbeit in einer Art Homeoffice. Die erste Tranche dieses Versuches läuft zurzeit. Was haben „Mitmacher“ von diesem Geschäft? Sie bauen sich beispielsweise ein eigenes kleines Fotoarchiv mit alten Bildern auf. Oder sie kommen mit anderen, die ähnliche Interessen haben in Kontakt. Sie finden eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und unterstützen möglicher-weise auch Vereine. Wie geht das?
In unser Archiv ist ein Gruppenfoto eines Vereins gekommen. Handschriftlich datiert mit 15. März 1928. Keiner der auf dem Bild abgebildeten Männer lebt heute noch. Der ganz rechts in der ersten Reihe stehende, sei Friedrich Steinmann, ist auf der Rückseite des Bildes vermerkt. Die Leute stehen vor dem (heute alten) Schulhaus an der Brettener Straße. Wahrscheinlich, aber bislang nicht sicher, ist es ein Gesangverein. Vermutlich die „Harmonie“. Ein Dirigent ist nicht zu erkennen. Auf dem Bild hier im Blättle sind die Gesichter nur undeutlich abgebildet. Wer bei der Suche nach Anlass des Bildes und der Identifikation der Teilnehmer helfen kann -oder möchte-, soll bitte mit dem Vorsitzenden des Heimatkreises mit einer E-Mail unter [email protected] Kontakt aufnehmen, er erhält dann ein besser aufgelöstes Bild über das Internet.
(3625)
Neuenbürg

Am 20. September 2025 besuchten wir Neuenbürg (Kraichtal). Der dortige Kirchturm ist dem Oberderdinger ähnlich: ein umgebauter Bergfried. Bis 1468 war Neuenbürg nach Oberöwisheim eingepfarrt. Die heutige Pfarrkirche St. Lukas wurde seitdem mehrfach vergrößert. Sehenswert war das Grabmal der 1555 verstorbenen Maria Salome von Remchingen, das im Stil dem Epitaph der Lucia von Andlau aus dem Jahr 1547 in der Sickinger Kirche gleicht. Man vermutet Jost Neipeck bei beiden als Künstler.
Wir besuchten auch den Friedhof, welcher eine traurige Erinnerung an das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg bewahrt. Von April bis Juni 1945 waren in Neuenbürg Häftlinge aus dem ehemaligen Konzentrationslager von Vaihingen einquartiert, die Dorfbewohner waren zuvor mit Zwang vertrieben worden. Die Französische Besatzungsmacht verwechselte wohl Neuenbürg im Kraichgau mit Neuenbürg an der Enz. Die damals verstorbenen 26 Häftlinge sind in einer extra Abteilung beerdigt. In einem abgegrenzten jüdischen (mit sieben Gräbern) und einem christlichen Teil. In letzterem waren die meisten Grabsteine mit einem frischen weiß-roten Bändchen geschmückt, nämlich die Gräber der ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter, ein Hinweis auf den polnischen Nationalfeiertag vom 15. August. Erst beim Wechsel der Besatzungszone an die Amerikaner, durften die Einwohner von Neuenbürg wieder in ihre Häuser zurück, die ehemaligen KZ-Insassen bzw. Zwangsarbeiter wurden an dafür geeignetere Standorte verteilt.
(3525)
Aus unserer letzten Zusammenkunft

Großen Anklang fand der Kurzfilm über Lichtmess in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Man erkannte die Teil-nehmer, den Müller, den Fronmeister und auch die Lichtmessreiter. Manches lief anders als heute ab, auch sahen die Lichtmess-laibe damals anders aus.
Wie kann man die im Archiv befindlichen alten Fotoaufnahmen für die Zukunft sichern, war ein weiteres Thema. Denn ohne Beschreibung der Bildsituation und Auflösung der abgebildeten Personen verlieren alte Fotos ihren Wert. Leute die dabei helfen könnten werden immer weniger. Jetzt probieren wir es einmal mit „Homeoffice“, d.h. die Mitmacher erhalten die Bilder mit einer E-Mail, mit allem was darüber bislang bekannt ist, zugeschickt. Sie sollten dann innerhalb von zwei bis drei Wochen versuchen weitere Details zu ermitteln. Mit dem Ergebnis der Ermittlungen wird dann das Team informiert. Ein solcher Versuchsstart mit vorhandenen Bildern aus Derdingen ist es allemal wert. Mitmachen kann, wer einen Computer mit Internetanschluss besitzt und an Ortsgeschichte Interesse hat. Warten wir ab, was dabei herauskommt. Diskutiert wurden auch Datenschutzfragen. Bilder von „Lebenden Personen“ werden nur mit deren Zustimmung veröffentlicht, es sei denn, es sind Gruppenaufnahmen, deren Zweck die Veröffentlichung war. Zugegeben, oft Grenzfragen mit denen wir verantwortlich umgehen.
Kurz vorgestellt wurde auch das neue von Karl Banghard verfasste Buch „Die wahre Geschichte der Germanen“. Herr Banghard stammt aus Sickingen und leitet das Archäologische Freilichtmuseum in Oerlinghausen im Teutoburger Wald. Eine flüssig geschriebene Einführung in heutige Methoden und Möglichkeiten der Vorgeschichts-forschung. Das Buch ist ein „Spiegel Bestseller“, erlebte bislang drei Auflagen, und wurde kürzlich auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgestellt.
Bei unserer nächsten Zusammenkunft am dritten Oktoberdonnerstag blicken wir gemeinsam mit Dias und einem Film auf den diesjährigen Ausflug ins Elsass zurück und befassen uns mit dem für 2026 geplanten Ausflug.
(3425)
Erste Zusammenkunft nach den Sommerferien

Wie bereits vorangekündigt ist unsere erste Zusammen-kunft nach den Sommer-ferien am Donnerstag, den 18. September 2025, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Wir werden uns Bilder ansehen, unsere Besichtigung des Eppinger Judenfriedhofs z.B. und auch solche, die in letzter Zeit in unser Archiv kamen. Auch die Dauerthemen: Wie können wir „jüngere“ zum Mitmachen anregen und neue Mitglieder werben, sollten wir diskutieren.
Im Oktober wollen wir in einem gemeinsamen Termin mit dem Zaisenhäuser Heimat- Kultur- und Trachtenverein uns mit Fotos an unseren diesjährigen Ausflug ins Elsass erinnern, und uns überlegen, wohin die Reise nächstes Jahr gehen könnte.
Vor einem halben Jahrtausend gärte es im Kraichgau, 1525 kam es zum Bauernaufstand. Wir fuhren am 8. März nach Heilbronn, besuchten in der Kunsthalle Vogelmann die Ausstellung mit den Bildern zum Barbara Altar von Jörg Ratgeb. Der Künstler war ein Protagonist des Bauernaufstands, wurde wegen Hochverrats 1525 hingerichtet. Auch unser Besuch in Weiler hatte Bezug zum Bauernkrieg. Dort wirkte - wie auch später in Flehingen – Anton Eisenhut als Prediger. Er wurde in Bruchsal am 25. Mai 1525 öffentlich geköpft. Auf dieses Datum fiel damals der Feiertag „Christi Himmelfahrt“. Aus Untergrombach stammt der Aufrührer Fritz Joß. Über diesen Bundschuhführer hat Thomas Adam ein Buch „Über das verborgene Feuer der Revolution“ geschrieben. Es wird von ihm in Flehingen am 17. Oktober 2025 in einer Veranstaltung der Historischen Gruppe Fünf Schneeballen im Flehinger Bahnhof vorgestellt.
Wir wollen unsere Reihe: „Wer kennt die Kirchen unserer Heimat“ fortführen. Dazu treffen wir uns am kommenden Samstag, den 20. September 2025, um 15.00 Uhr in Neuenbürg bei der Kirche St. Lukas. Herzliche Einladung, auch wenn Sie nicht Mitglied in unserem Verein sind.
(3325)
Wollen Sie nicht mitmachen?

Wir treffen uns am Donnerstag, den 18. September 2025, wieder regulär im Flehinger Bahnhof um 19.30 Uhr.
Die Ferien sind vorbei, es geht ums Programm für den Rest des Jahres und um die Organisation der Fotobe-schreibung fürs Archiv. Vorgeschlagen wird eine Zusammenarbeit in Gruppen. Dies auf Internetbasis: Etwa so, dass jeder Mitmacher einer etwa 6-köpfigen Gruppe übers Internet die gleichen 10 alten Fotos erhält mit der Bitte, zu den einzelnen Bildern aufzuschreiben, was er erkennt oder zu erkennen glaubt. Also die Namen, den Ort oder den Anlass der Aufnahme. Dazu kann er auch andere Personen befragen, und nach etwa 14 Tagen das Ergebnis demjenigen zumailen, von dem er die Fotos erhielt. Dieser wertet dann den Rücklauf aus und informiert die Mitmacher in der Gruppe vom Ergebnis. Was wir jetzt im Herbst beginnen wollen ist ein Probelauf. Klappt dieser, kann man weiter ausbauen, also mehrere Gruppen, auch ortsteilspezifische, könnten das Ergebnis sein.
Wir sollten uns auch um Autoren kümmern. Viele Heimat- oder volkskundliche Themen gibt es, die es zu beschreiben wert sind, wenn man auf die Veränderungen schaut, die im vergangenen halben Jahrhundert, oder besser noch seit der Nachkriegszeit zu beobachten waren. Auch da sollte es doch möglich sein, Mitmacher zu finden, und vor allen Dingen auch „jüngere“.
Noch eins: wir werden auch im Herbst unsere Reihe: „Wer kennt die Kirchen unserer Heimat“ fortführen. Auch wenn Sie nicht Mitglied in unserem Verein sind, fahren Sie das nächste Mal doch mit. Üblich ist, dass man zum Abschluss noch in lockerer Runde in einem Lokal zusammensitzt, um über das, was man gesehen hat, und Gott und die Welt zu sprechen. Jeder und Jede ist herzlich zur Teilnahme eingeladen. Termin und Ort machen wir am Donnerstag, den 18. September im Flehinger Bahnhof aus. Im Oktober wollen wir Fotos unseres gemeinsamen Ausflugs mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen ins Elsass ansehen und besprechen, welches Ziel wohl für 2026 lohnend ist. Dazu ergeht aber extra Einladung.
(3225)
Auch in Derdingen gab es Hinterlader

Die Datierung an der Giebelwand des Gebäudes Weinstraße Nr. 3 täuscht. Das Haus ist viel älter, es wurde, wenn es notwendig war, in der Vergangenheit öfters repariert, und der Stein mit der Jahreszahl 1816 ist wohl erst im 20. Jahrhundert eingefügt worden. Er ist das Relikt eines gusseisernen Stubenofens, der vom Hausgang her geheizt wurde. Solche Plattenöfen, die nicht direkt in der Stube
-in der sie standen- geschürt wurden, nannte man umgangssprachlich „Hinterlader“.
In Württemberg stammten die Gussplatten aus Wasseralfingen, jedoch die Stütze, d.h. den Sockel auf dem der Ofen in der Stube aufgesetzt war, fertigten die Steinmetze mehr oder weniger künstlerisch vor Ort, öfters sogar mit durchaus fantasievollen Motiven. In Wasseralfingen, auf der Ostalb bei Aalen, stand der Hochofen für solche Gussplatten. Die dortigen Hüttenwerke gründete die Fürstprobstei Ellwangen. Sie wurden in Neu-Württemberg nach 1816 ein bedeutender Standort für die Eisenindustrie und nahmen einen bemerkens-werten Aufschwung. Plattenöfen aus Wasseralfingen waren in Württemberg ein Export-schlager. Man konnte zwischen verschiedenen Motiven für die Schauseite in der Stube wählen: Christliche Szenen, Wappen (auch das Württembergische) und für die Seitenplatten gab es Szenen, die mit Rankenmuster oder Blattmuster geschmückt waren. Heute sind Ofenplatten gesuchte Sammlerobjekte, man findet sie kaum noch auf den Flohmärkten. Es ist jammerschade, dass sich die Platten für den Ofen, dessen Stützstein in der Fassade des Hauses Nr. 3 an der Weinstraße eingemauert ist, sich in Oberderdingen nicht erhalten haben, denn sie wurden vor 1816 gefertigt, stammten also aus einer Zeit in der es noch keine Ofenplatten als Massenware gab. Er ist der einzige Ofenstein im Ortsteil Oberderdingen, in Sickingen sieht man noch ein halbes Dutzend solcher Belege in Häuserfassaden eingemauert.
Vorankündigung: Wir planen unsere Besichtigungen zum Thema „Wer kennt die Kirchen unserer Heimat“ auch nach den Ferien fortzuführen. Vorgesehen ist am 20. September 2025 ein Besuch in der Neuenbürger Kirche St. Lukas. Übrigens hatte die französische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg Neuenbürg im Kraichgau mit dem Neuenbürg im Enztal verwechselt, was für die Bevölkerung des Teilorts von Kraichtal schlimme Auswirkungen hatte. Wir treffen uns auch am 18.09.2025 wieder turnusgemäß im Alten Bahnhof von Flehingen.
(3125)
Erst einmal erholsame Ferien

Es ähneln sich die Symbole auf den Grabsteinen jüdischer Friedhöfe, so sind die segnenden Hände als Hinweis, dass der Verstorbene ein „Kohen“, ein Priester war, sowohl auf den Grabsteinen in Eppingen, als auch in Flehingen zu sehen. Man kann – ohne die hebräischen Schriftzeichen zu übersetzen, einen jüdischen Friedhof „lesen“, erklärte Herr Roland Schölch bei unserem Friedhofsbesuch am vergangenen Freitag in Eppingen. Die Totenruhe ist „unantastbar“, weshalb die Gräber und ihre Grabsteine über Jahrhunderte erhalten bleiben. Jüdische Friedhöfe wachsen. Der Eppinger, angelegt 1819, wurde drei Mal erweitert. Der Flehinger Verbandsfriedhof ist älter und wurde auch mehrfach vergrößert. Nach biblischem Gebot gehört jedem der Toten der Boden ewig, in welchem er begraben ist. Man sieht auch an den Grabsteinen wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse änderten, aber Berufshinweise auf den Gräbern findet man nicht. Die Symbole erzählen von der Stellung des Verstorbenen in der jüdischen Gemeinde. Eine Krone bezeichnet z.B. einen Verstorbenen als besonders religiös, eine Kanne einen Leviten. Auf allen Grabsteinen erkennt man die Abkürzungen p.n. (auf Hebräisch: po nitman) für die Einleitungsformel „Hier liegt begraben“. Auch die Schlussformel ist überall gleich: „Seine / ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens“. Der jüngste Friedhofsteil in Eppingen hat auch Grabsteine mit in Deutsch abgefassten Texten, ein Zeichen der Wandlung und der Angleichung jüdischen Lebens in Deutschland nach dem 1870-er Krieg.
Nach Abwägung der langen Anfahrt und der Folgen des Umbaus im Ulmer Bahnhof wurde entschieden, dass wir die Landesausstellung in Schussenried (500 Jahre Bauernkrieg) nicht besuchen, dafür aber anfangs September unsere Reihe: „Wer kennt die Kirchen unserer Heimat“ fortsetzen werden.
(3025)
Erst einmal erholsame Ferien

Wegen der Sommerpause entfällt im August die turnusgemäße Zusammen-kunft im Flehinger Bahnhof. Aber am Freitag, den 22. August, besuchen wir den Jüdischen Friedhof in Eppingen, wir treffen uns dort um 15 Uhr an dessen Eingang - in der Verläng-erung der Weinbrenner Straße, nahe der Kuppe des Großen Hellbergs. Wir weichen also von den üblichen Samstags-ausfahrten ab, weil man am Sabbat und an jüdischen Feiertagen Judenfriedhöfe nicht besucht. Für diesen Termin gilt auch, dass alle teilnehmen-den Männer bitte einen Hut oder Mütze auf dem Friedhof tragen. Sowieso gibt es dort eine ganze Menge beachtenswerte Symbolik: Nichts darf die Totenruhe stören, niemand darf einen Nutzen aus dem Gelände ziehen. Weshalb keine „Nutzbäume“ den Friedhof zieren. Das Holz der Friedhofbäume darf nicht verkauft werden. Auf den Grabsteinen sind Symbole abgebildet, welche die hierarchische Stellung der Begrabenen in der Gemeinde andeuten: Hände weisen auf Priesternachkommen hin, eine Kanne auf einen Leviten, ein Schofar (Widderhorn) zeigt an, dass der Verstorbene an Neujahr und am Versöhnungstag dieses Instrument in der Synagoge blies, ein Buch weist auf einen Rabbi oder Lehrer hin. Auch die sonstigen Symbole auf den Steinen haben eine Bedeutung: Die abgebrochene Rose, eine gekappte Säule oder eine (nach unten brennende) Fackel sind Hinweise, dass der Begrabene früh verstarb. Auf den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Eppingen sieht man auch Engel, ein seltenes Symbol. Auf dem Flehinger Judenfriedhof ist kein Engel zu sehen, auch nicht die Abbildung der Opferung von Isaak.
Der Eppinger Friedhof ist auch viel später als der jüdische Friedhof in Flehingen angelegt worden. Zehn Jahre nach dem badischen „Judenedikt“ von 1809, als sichtbarer Ausdruck der Emanzipation. Auch sonst gibt es in Eppingen noch Hinweise auf seine jüdische Geschichte. An der alten Synagoge in der Küfergasse aus dem Jahr 1772 sieht man einen „Hochzeitsstein“ gegen den nach jeder Heirat ein Glas geworfen wurde. Auch weisen Stolpersteine auf die im Dritten Reich ermordeten jüdischen Mitbürger Eppingens hin. Am Platz der neuen Synagoge, erbaut 1873, erinnert eine Gedenktafel an deren Zerstörung in der Pogromnacht im November 1938.
(2925)
Ferienbeginn

Am Donnerstag beginnen die Sommerferien. Autobahnen sind verstopft, Flugplätze überlaufen – vor 60 Jahren war es zum vergleichbaren Termin noch ruhig im Land! Wer kann sich noch an diese Zeit erinnern, wer hat vielleicht noch alte Urlaubsfotos von „Bella Italia“, dem Ziel des frühen Wirtschaftswunders. Unser Verein plant in einem der kommenden Rundbriefe dieses Thema aufzugreifen. Dazu bräuchten wir Belege und vielleicht auch Erinnerungen von Zeitzeugen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn diese sind ja heute hoch in den 80ern. Interessant wäre auch eine Gegenüberstellung mit den heutigen Urlaubsgewohnheiten und Zielen, da gibt es ja genügend Fotos mit dem Handy.
Jedenfalls planen wir während der Sommerferien ein „Angebot für Daheimgebliebene“. Wir werden Ende August den Eppinger Judenfriedhof besuchen. Schon am kommenden Samstag, den 2. August, besichtigen wir die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Weiler im Zabergäu. Wir treffen uns dort um 15.00 Uhr. An dieser Kirche wirkte Pfarrer Anton Eisenhut, der am Himmelfahrtstag, also am 25. Mai 1525, als Aufrührer im Bauernkrieg in Bruchsal öffentlich enthauptet wurde. Die aufrührerischen Bauern, die an Ostern 1525 im Derdinger Amthof die Herrenalb‘sche Klosterverwaltung verwüsteten, wurden zunächst von den hiesigen Bauern vertrieben. Aber der Zabergäuhaufen kam drei Tage später wieder, sie „fraßen und soffen und trugen die Früchte in Bettziechen fort“. Insofern schließt sich unser Besuch der Kirche in Weiler unserer Fahrt nach Heilbronn im März dieses Jahres an. Seinerzeit besuchten wir in der Kunsthalle Vogelmann die Ausstellung „500 Jahre Bauernaufstand“. Anton Eisenhut war um 1522/23 Frühmessner (Kaplan) in Flehingen, anschließend „Pfaff“ in Eppingen. Die Kirche in Weiler sieht nicht mehr so aus wie zur Eisenhuts Zeiten, ihr Dachstuhl brannte 1701 in Teilen ab, sie wurde baufällig und erst 1751 erneuert. Ausgemalt mit biblischen Sinnbildern, gibt es einen versteckten Hinweis zum Aufrührer im Bauernkrieg: Am Aufgang zur Kanzel steht: „Ein Lehrer muss die Wahrheit sagen- und sollt man ihm den Kopf abschlagen“. Übrigens: am 17. Oktober 2025 wird auf Einladung der Historischen Gruppe „Fünf Schneeballen“ Herr Thomas Adam sein Buch „Joß Fritz – das verborgene Feuer der Revolution“ im Alten Bahnhof Flehingen vorstellen.
(2825)
Wir sollten „Neues“ ausprobieren"

Nicht alles was neu ist, kann man unter Mode oder Zeitgeschichte zusammen-fassen. Fortschritt verlangt Veränderungen, dies nicht bloß auf technischem Gebiet. Ausprobieren ist ein Lebensprinzip, Kinder lernen durch probieren, sie sind neugierig, wollen wissen ob etwas klappt und versuchen es deshalb. Auch wir wollten in der Mitgliederwerbung Neuland beschreiten und baten die Vereinsmitglieder Werbezettel zu verteilen, die dem Rundbrief 69 beilagen. Dies hatte bislang kaum Erfolg. In der Zusammenkunft am vergangenen Donnerstag in Flehingen diskutierten wir über die Gründe, weshalb dies nicht so recht klappte, und was wir deshalb ändern sollten. Manches Vereinsmitglied fasste es wohl als Zumutung auf, in seiner Nachbarschaft zu werben. Deshalb ist man doch nicht im Heimatverein Mitglied. Oder das eigene Umfeld ist im Rentenalter und will nichts Neues mehr anfangen. Man habe ja schon zu viel Werbung im Briefkasten. Es gibt durchaus Gründe, die erklären, warum diesem Versuch mit einem Flyer im Rundbrief kein großer Erfolg beschieden war. Es fehlte wahrscheinlich auch die Mundpropaganda. Unser Verein ist vom Grundsatz her also zu wenig in der Öffentlichkeit sichtbar.
Besser kam unsere Beteiligung bei der Jubilarfeier der Familienholding BLANCO/EGO in der Bevölkerung an. Wir konnten dort Mitglieder werben. Auch früher klappte die Mitglieder-werbung bei Fotoausstellungen, weshalb der Vorschlag kam, an Kirchweih eine Fotoausstellung über Flehinger Vereine anzubieten. Zum Thema Lichtmess könne man Geschichten, die es wert sind nicht vergessen zu werden, aufschreiben und sammeln.
An der Großvillarser Kirchweih bieten wir einen Vortrag zu einem Waldenserthema. Oscar Combe kümmert sich darum. Es wird ein „Waldenserbuch“ vorgestellt. Auch niederschwellige Dinge sollten wir in unser Programm aufnehmen. Z.B. den Film über die 1200 Jahrfeier in Oberderdingen. Auch über die 1200 Jahrfeier in Flehingen gibt es Kurzfilme, die man zeigen könnte. Alles in allem brachte die Diskussion durchaus Vorschläge, die unser Verein übernehmen könnte. Vielleicht sollten wir auch in den Rundbriefen „neue Themen“ aufgreifen. Themen, über die es sich lohnt, nachzudenken und die zum Ausprobieren einladen. Wir sollten es jedenfalls versuchen.
(2725)
Unser Verein muss jünger werden!

Erfreulich ist, dass sich doch einige Besucher beim 100-jährigen Jubiläum der Firmengruppe Blanc und Fischer für unseren Verein interessierten, und wir neue Mitglieder werben konnten. Wir sollten unsere Vereins-arbeit überdenken und prüfen, ob wir neben den Rundbriefen auch andere Programmpunkte regel-mäßig anbieten könnten. Wie beispielsweise Museums- oder Kirchenbesuche, ebenso jüdische Friedhöfe der Gegend. Auch könnte man versuchen, die Zusammenkünfte im Flehinger Bahnhof jeweils im Blättle unter der Rubrik „Aktuelles“ anzukündigen. Die Werbeaktion im Rundbrief 69 mit der Bitte, dass unsere Mitglieder Nachbarn oder Verwandte wegen einer Mitgliedschaft im Heimatkreis ansprechen und für den Verein werben, war, soweit bisher feststellbar, kein Erfolg. Deshalb die nochmalige Bitte an unsere Vereinsmitglieder, nutzen Sie den Flyer und werben Sie für den Heimatkreis.
Was interessiert die „Jüngeren“, welche Themen sollte man in den Rundbriefen vielleicht zusätzlich aufgreifen? Wie können wir dafür Autoren finden? Gibt es niederschwellige Angebote die wir ausprobieren sollten? Interessant wäre auch Anekdoten zu Lichtmess aufzuschreiben, um sie später in einem Heftchen zu veröffentlichen. Oder auch Fotos und Kurzfilme. Kann man dafür jemand finden, der sich um diese Themen kümmert? Sollten wir dann anstatt zwei Rundbriefe mit insgesamt 160 Seiten, drei Rundbriefe mit 180 Seiten unseren Mitgliedern jährlich bieten – also etwa 20 Seiten mehr, insbesondere Bilder. Am kommenden Donnerstag, den 17. Juli 2025, um 19.30 Uhr gibt es also einige Fragen im Flehinger Bahnhof zu diskutieren. Wir werden uns auch wieder wie üblich neue alte Fotos ansehen.
(2625)
Wir sollten für unseren Verein werben!

Bei unserer nächsten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof am 17. Juli werden wir uns intensiv mit „Nachwuchsfindung“ beschäftigen müssen. Zurzeit wächst unser Verein nicht mehr, ein Zustand, dessen langfristige Folgen sich nur schwer reparieren lassen. Die Anstrengung diesen Trend zu stoppen, lohnt sich. Ein Lichtblick war das Interesse, das wir bei der Jubiläumsveranstaltung 100-Jahre BLANCO/EGO mit unsren Fotos erhielten. Wir wollten mit diesen Bildern zeigen, dass die beiden Industrieunternehmen auch außerhalb der Fabriktore in Oberderdingen und im privaten Umfeld präsent waren. Über 10 Besucher wünschten sich einen Mitgliedsantrag. Bislang erhielten wir drei Rückläufe. Wir erhoffen uns weitere Interessensmeldungen.
Sehr erfreulich ist, dass wir in der vergangenen Woche den Förderbescheid des Landes Baden- Württemberg für das Jahr 2025 erhielten. Herzlichen Dank für den Druckkosten-zuschuss von 2.250 €. Das Land unterstützt schon seit vielen Jahren in dankenswerter Weise die Veröffentlichungen unseres Vereins in den Rundbriefen unter dem Titel „Heimatpflege“.
In letzter Zeit sind wieder einige ältere Fotos ins Archiv gekommen. Dieses Mal Sickinger Aufnahmen. Typische Bilder der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wir bedanken uns bei den Spendern. Sie helfen Erinnerungen an Vergangenes zu bewahren. Eine der großen Fragen unserer „digitalen Epoche“ ist doch, was bleibt, was wird auf die kommenden Generationen „bildlich vom Zeitgeist“ weitergereicht?
(2525)
Lauter alte Leute!

Vor einer großen Heraus-forderung steht unser Verein: er muss sich verjüngen. Der Altersdurchschnitt des Heimatkreises ist erheblich höher als der in unserer Stadtbevölkerung. Nach der Alltagslogik bedeutet dies, dass der Verein in Zukunft wohl eher schrumpft als wächst. Unter diesem Vorzeichen wird der im jetzt zugestellten Rundbrief beschriebene Versuch einer verstärkten Mitgliederwerbung verständlich. Jedes Mitglied ist aufgefordert, bei seinen Bekannten, Verwandten und auch in der Nachbarschaft neue Mitglieder zu werben. Weiter bedeutet dies, dass die „Offiziellen des Vereins“ sich ernsthaft die Frage stellen sollten, mit was man Jüngere begeistern kann. Volkskunde oder Ortsgeschichte waren bei der Jugend noch nie Lieblingsspielfelder, auch nicht in der Vergangenheit. Für 30-jährige z.B. sind dies eher Nischenthemen.
Tragfähiger ist da schon: etwas Neues ausprobieren. Übrigens das Internet ist ein Medium, das vom Heimatkreis seither leider zu wenig genutzt wurde. Mit neuen, jungen Mitgliedern könnte sich dies ändern, das wäre gut! Wir treffen uns das nächste Mal am Donnerstag, den 17. Juli 2025, im Flehinger Bahnhof um den Zwischenstand unserer Mitgliederwerbung zu diskutieren. Uns würde es sehr freuen, wenn auch „Neue Mitglieder“ an diesem Abend kämen, und noch mehr, wenn daraus eine „Internet Gruppe“ entstehen könnte.
(2425)
BLANC & FISCHER

Am kommenden Freitag feiern die Unternehmen der BLANC und FISCHER Familienholding ihr 100-jähriges Firmenjubiläum im Unterdorf. Daran beteiligen wir uns mit einer Fotoaus-stellung. Vorwiegend nicht mit Fotos aus der Produktion oder von internen Firmen-abläufen, sondern mit Bildern die zeigen sollen, dass sowohl die EGO als auch die BLANCO bei uns in der Gemeinde verwurzelt sind. Also mit Bildern von Vereinsumzügen der Nachkriegszeit, bei der sich die Firmen beteiligten, Ausflügen oder Veranstaltungen außerhalb des Firmengeländes. Zumeist sind dies keine Profiaufnahmen. Manches davon ist auch schon in den zurückliegenden Rundbriefen des Heimatkreises veröffentlicht. Die allermeisten der abgebildeten Personen leben heute nicht mehr. Wir können nur das zeigen, was in unserem Vereinsarchiv ist, und auch da mussten wir eine subjektive Auswahl treffen.
Was wir aber auf unserem Stand auch auflegen, sind unsere Rundbriefe und Sonder-veröffentlichungen. Z.B. enthält das Ortsfamilienalbum von Oberderdingen eine ganze Reihe von Aufnahmen der beiden Derdinger Firmen. Ebenso liegen Rundbriefe mit Artikeln zum Firmenumfeld auf.
Unser Verein ist beiden Firmen dankbar, dass wir die Verbundenheit unserer Mitglieder zur Derdinger Industrie zeigen können. Vielleicht finden doch einige Interessierte den Weg zu uns. Nur dann ist etwas gut, wenn beide Seiten Freude daran haben. Dieser Geschäfts-grundsatz gilt auch im Alltagsleben.
(2325)
Die Nachkriegszeit

Am Mittwochmorgen starteten 42 Interessierte vom HKTV-Zaisenhausen und vom Heimatkreis Oberderdingen zur gemeinsamen Exkursion in Richtung Breisach. Die charmante Stadt liegt direkt am Rhein und ist damit sozusagen das Bindeglied zwischen Schwarzwald und Elsass. Wahrzeichen ist das Stephansmünster, welches hoch über der Stadt und dem Rhein thront. Bei einer Führung lernten die Teilnehmer das Münster und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Münsterberg kennen. Colmar, die drittgrößte Stadt der Region, erwartete uns am Nachmittag. Eine Rundfahrt mit der „Petit Train“ führte durch das mittelalterliche Zentrum mit seinen farbenfrohen Fachwerkhäusern. Danach konnte das Unterlindenmuseum mit dem bekannten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald besucht werden.
Am Donnerstag ging es entlang er Elsässer Weinstraße nach Obernai und nach Ribeauvillé. Beide Orte lernten wir durch eine Rundfahrt näher kennen. Obernai liegt im Herzen des Elsass, am Fuße des Odilienbergs. Die Besichtigungsfahrt führte durch die Altstadt und die Weinberge hoch zum Memorial National. Von hier hatte man einen herrlichen Blick auf die Stadt, die Vogesen und über die Elsässische Ebene. Nach einem Aufenthalt ging es weiter nach Ribeauvillé. Hier schlängelte sich die kleine Touristenbahn zunächst durch die Altstadt, welche mit ihrer mittelalterlichen Baukunst eine regelrechte Schatzgrube ist. Durch die Weinberge ging es in das Winzerdorf Hunawihr. Die Wehrkirche inmitten der Reben stammt aus dem 14. Jh. und ist Weltkulturerbe. Auf dem Rückweg eröffnete sich ein herrlicher Blick auf die drei Burgruinen von Ribeauvillé. Am Übergang von den Weinbergen ins bewaldete Gebirgstal breitet sich Kaysersberg aus, die Geburtsstadt von Albert Schweitzer. Entlang der Hauptstraße wechseln sich Fachwerk- und Renaissancehäuser aus 16. Jh. ab. Beim Aufenthalt konnte jeder das Städtchen für sich erkunden, bzw. das Albert-Schweitzer-Museum besuchen.
Die Heimreise am Freitag erfolgte über Straßburg, der Europametropole an der Ill. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir die herrliche Barockkirche in dem Riet-Dorf Ebersmünster. Die Abteikirche ist eine der schönsten im Elsass. Wir erlebten ein Konzert auf der Silbermann-Orgel von 1732. Die Orgel von Ebersmünster ist eines der Hauptwerke, die Andreas Silbermann im Elsass und am Oberrhein errichtete. In Straßburg treffen Vergangenheit und Gegenwart in einzigartiger Weise aufeinander. Die kommentierte Busrundfahrt führte durch die elsässische Verwaltungsstadt, das europäische Viertel mit seinen Institutionen, die wilhelminische „Neustadt“ und das Universitätsviertel. Anschließend erfolgte ein Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt zum Münster. Danach hatte jeder noch Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, oder in einem der zahlreichen Straßenrestaurants einzukehren. Nach drei schönen, interessanten und unterhaltsamen Tagen trafen die Ausflügler wieder in ihren Heimatorten ein. (Henriette Pfefferle)
(2225)
Die Nachkriegszeit

In Erinnerung geblieben ist das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre. Damals spürte man allenthalben, dass es aufwärts ging. Auch auf dem Land änderten sich einge-fahrene Strukturen. So verdrängte der Schlepper in der Landwirtschaft die Zugtiergespanne. Man modernisierte den Weinbau. Drahtanlagen, und nicht mehr der Pfahlwengert, waren bei Neuanlagen die Regel. In wenigen Wohnungen stand ein Fernseher. Das änderte sich erst, als Deutschland Fußballweltmeister wurde. Das Kofferradio wurde chic. Nicht bloß die frisch Verheirateten träumten vom Eigenheim. Üblich war, dass mehrere Generationen zusammen in einem Altbau lebten. Wohnraum war knapp. Nebenerwerbsiedlungen entstanden, die Wohnungs-einrichtungen änderten sich Stück für Stück. Der Nierentisch und eine Sitzecke wurden modern. Man aß nicht mehr in der Küche. Waschmaschinen wurden angeschafft und man beteiligte sich an Gemeinschaftsgefrieranlagen.
Fotodokumente aus der Nachkriegszeit zeigen die neuen Lebensumstände an zumeist typischen Szenen: Man ist stolz auf den neuen Schlepper oder die Agria. Selten jedoch sind Aufnahmen von der Küche oder dem Wohnzimmer. Solche Fotos suchen wir für unser Archiv. Vielleicht haben sich (wohl nur wenige) in Familienfotoalben erhalten. Wer solche Dokumente einer untergegangenen Zeit besitzt, sollte doch zulassen, dass diese abfotografiert werden, sie bewahren auch Emotionen.
Übrigens manches kehrt wieder: Die „Wehrpflicht“ war in den 1950er Jahren ein heißes Thema. Am 8. Februar 1952 beschloss der Deutsche Bundestag mit 204 gegen 156 Stimmen den deutschen Verteidigungsbeitrag, aber erst anderthalb Jahre später wurde die Wehrpflicht umgesetzt.
(2125)
Neue Mitglieder

In den nächsten Tagen erhalten unsere Mitglieder den Rundbrief 69, ein Heft mit 80 Seiten und interessanten Artikeln zur Lokalgeschichte. Dieses Mal mit dem Schwerpunkt Wald und Waldwirtschaft in Derdingen und Flehingen. Auch Großvillars ist z.B. mit einem Kriminalfall im 19. Jahrhundert vertreten. Der Aufmacher für das Heft ist ein Aufsatz über Mostbirnen auf Streuobstwiesen. Vom Zaisenhäuser Nachbarverein, der für Veröffentlichungen unsere Rundbriefe ebenfalls nutzt, kann man etwas über den letzten Schmied dort erfahren. Wir haben uns vorgenommen im Rundbrief 70, der auf Advent erscheint, wieder einen größeren Bilderanhang aufzunehmen. Im Archiv sind doch noch einige bislang nicht veröffentlichte Fotos.
Wie bereits berichtet liegt in den Heften auch ein Flyer, der zur Werbung neuer Mitglieder dient. Denn wir sollten dies versuchen. In diesem Zusammenhang sollten wir auch probieren, den Mitgliederstand zu verjüngen und auf das Internet zu setzen. Eine zugegeben bislang arg vernachlässigte Zukunftsaufgabe unseres Vereins. Aber eine für die Zukunftsfähigkeit des Heimatkreises unbedingt wichtige Aufgabe. Die Speichermedien ändern sich, die Kommunikation hat sich bereits verändert. Eine Generation zurück konnte man sich die Möglichkeiten und Risiken, die das Internet und die Künstliche Intelligenz bietet, noch nicht vorstellen. Es wird sich aber noch mehr ändern, schneller und an Stellen, die wir heute noch nicht kennen. Darauf wollen wir uns einstellen. Auch dazu dient unsere verstärkte Mitgliederwerbung jetzt.
Noch ein Hinweis für die Teilnehmer an der Exkursion ins Elsass vom 11. bis 13. Juni 2025. Zustiege für die Anreise: 6.30 Uhr Oberderdingen bei der Fa. Wöhrle (Parken im Betriebshof nicht mehr möglich); 6.40 Uhr Flehingen bei der Schlossgartenhalle und um 6.50 Uhr Zaisenhausen bei der Kirche. Um 7.00 Uhr Abfahrt in Richtung Kaiserstuhl nach Breisach. Rückkunft in Zaisenhausen am 13. Juni gegen 20.00 Uhr.
(2025)
Mitgliederwerbung

Nächste Woche erhalten unsere Mitglieder in Oberderdingen den Rundbrief Nr. 69. Dem liegt ein Faltblatt bei, das der Mitgliederwerbung dient. Neue Mitglieder sind notwendig, damit wir den jährlichen Vereinsbeitrag bei 10 € halten können, denn die Druckkosten steigen- wir veröffentlichen auch Farb-bilder. Wir bitten unsere einheimischen Mitglieder, den Flyer an Freunde, Bekannte oder auch Verwandte weiter zu geben, eben Personen von denen sie vermuten, dass sie noch nicht Mitglied sind, aber sich für Themen interessieren, die auch der Heimatkreis bearbeitet, wie Heimatgeschichte oder Volkskunde. Oft fehlt nur ein kleiner Anstoß um latent vorhand-enes Interesse zu wecken. Diesen freundlichen Hinweis möchten wir also geben. Wer darauf reagiert, erhält zum Kennenlernen einen Rundbrief, geht aber damit keine Verpflichtung ein. Mitglied wird der Interessent erst, wenn er eine Beitrittserklärung unterschreibt, dafür erhält er dann nochmals als Begrüßung einen Rundbrief, selbstverständlich auch die Hefte des laufenden Jahres. Mit diesem Versuch weitere Mitglieder zu werben verfolgt der Verein nicht nur einen Ansatz den Vereinsbeitrag bei 10 € trotz Druckkostensteigerung stabil zu halten, sondern auch neue „Mitmachwege“ zu zeigen. Der Versuch auf diese Weise neue Vereins-mitglieder zu gewinnen hat auch das Ziel, Leute zu finden, welche aus eigener Anschauung noch die kolossalen Veränderungen der 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kennen und bei deren Dokumentation helfen, also Erinnerungen sichern! Das ist eine wesentliche Aufgabe unserer Vereinstätigkeit. Wir suchen alte Fotos fürs Archiv, uns interessiert dabei die Frage, was wurde weshalb fotografiert, denn in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts kosteten Filme und Fotoabzüge Geld, man knipste nicht alles. Handys gab es nicht, man notierte noch auf Papier. Kurzum, das Lebensgefühl war anders als heute, das wollen wir ortsbezogen dokumentieren. Auch darum will sich der Heimatkreis kümmern.
(1925)
Wer will mitmachen?

Vielleicht klappt es: In unserem Archiv gibt es eine ganze Menge digitalisierter Fotos, die (noch) nicht zuordenbar sind. Aufnahmen von Klassenfeiern in der Nachkriegszeit oder Familienfeste aus besonderen Anlässen. Ebenso Bilder von vor dem Zweiten Weltkrieg. Wir wollen jetzt mit dem Internet versuchen, die eine oder andere Aufnahme zu identifizieren, zu beschreiben und einordenbar zu machen. D.h. wir suchen dazu jüngere „Mitmacher“ die vielleicht Omas oder Opas haben, die helfen können. Das könnte so funktionieren: Jüngere Mitmacher finden in einer Internet Gruppe zusammen und geben ihre Internetadresse dem Heimatkreis, der dann dort alte Fotos „in Umlauf“ schickt. Die Adressaten – altersmäßig keine Einschränkungen – fragen dann in ihrer Verwandtschaft nach, ob zu den verschickten Bildern etwas bekannt ist. Wann, wo, wer, als erste Einordnung, dann auch das „Was“ der gezeigten Fotos und vielleicht auch persön-liche Erinnerungen…. Kein Zwang, kein Termindruck, wer will kann einen Mitmachversuch starten. Das wäre doch für Sickinger, Derdinger oder Flehinger auch Großvillarser „Einheimische“ ein durchaus forderndes, sicher nicht langweiliges Angebot. Hätte auch den Ansatz, dass diese Interessengruppe sich mit der Zeit selber ergänzt und wächst. Zum Anfang möchte der Heimatkreis ein Dutzend Derdinger Vorkriegsbilder mit der Bitte um gemeinsame Auflösung der Personennamen und (vermutete?) Beschreibung des Anlasses in Umlauf geben. Wer mitmachen will – hoffentlich viele – möge sich beim Heimatkreis Oberderdingen anmelden. Zum Einstand: wer kennt Anlass und Namen des nachstehenden Bildes?
(1825)
Industriestandort Oberderdingen

Wir suchen Belege zur Derdinger Industrie-geschichte. Vielleicht haben sich in Fotoalben selten gezeigte Belege erhalten wie Streikposten vor den Fabriktoren, oder Beleg-schaftsversammlungen. Es könnte vielleicht auch sein, dass einschlägige Bauarbeiten fotografiert wurden. Solche Belege wollen wir zum 100-jährigen Firmenjubiläum der BLANCO/EGO in einer kleinen Ausstellung zeigen. Uns geht es dabei ausdrücklich um die Verwurzelung dieser Industriebetriebe in Oberderdingen und ihrer Region, eben um Derdingens Aufstieg als Industriegemeinde. Beide Betriebe waren in der frühen Nachkriegsgeschichte im Alltagsleben präsent: Z.B. mit einem Festwagen bei Vereinsumzügen im Ort, oder mit Mitarbeiterwerbung, dies nicht nur in der Presse. Aber zeigen können wir nur das, was wir haben. Bitte sehen Sie in Ihren Fotoalben nach, ob Sie solche Belege der Derdinger Industriegeschichte besitzen, und stellen Sie diese unserem Archiv zur Verfügung. Sie sollen nicht verloren gehen.
Unsere nächste turnusgemäße Zusammenkunft ist am Donnerstag, den 15. Mai 2025, im Flehinger Bahnhof um 19.30 Uhr. Dort stehen Dias im Vordergrund, wir zeigen alte Aufnahmen aus den Ortsteilen. Erhält jetzt z.B. unser Verein neue Vorkriegsaufnahmen, so ist es oft sehr schwierig Anlass und Zuordnung des Geschehens herauszufinden. So hat sich 1914 untenstehende Familie (aus welchem Ortsteil?) in Bretten oder Eppingen beim Fotografen Mühlich vorgestellt. Rückseitig sind die Vornamen vermerkt „sitzend: Gerhard, Mutter, Fritz, Vater, Robert und stehend: Anna Oskar, Mina, Heiner und Gertrud“. Man kann davon ausgehen, dass niemand der Dargestellten noch lebt. Es wäre erfreulich, wenn jemand bei der Identifikation helfen könnte. Unterstellen kann man, dass es fürs Fotografieren einen Anlass gab. War es die Einberufung zum Militär? - die ja 1914 durchaus im Trend lag. Zwar denkbar, aber wenig wahrscheinlich, Eppingen oder Bretten waren je keine Garnisonsstädte. . Wer kann weiterhelfen?
(1725)
Firmenjubiläum BLANCO/EGO

Die Geschichte der heutigen Blanc & Fischer Familienholding beginnt 1925, also in einer Zeit, die alles andere als rosig war. Das damalige Derdingen war eine arme Landgemeinde, hatte aber einen umtriebigen Schultheißen. Aus Großvillars stammte ein Unternehmer, der eine Vorstellung von einem nützlichen, brauchbaren Gut hatte, das die in Bretten ansässige Kochherdindustrie nötig brauchte, und der auch den Mut aufbrachte, diese Idee umzusetzen. So begann Derdingens Aufstieg zu einer Industriegemeinde. 1931 kam ein Partner aus Oberweiler -das im Badischen liegt- zur Blanc und Co, welche Herdwasserschiffe produzierte. Die EGO fertigte Elektroherde, beide Firmen ergänzten sich ideal. Am 27. Juni 2025 kann also die BLANCO mit der EGO ihr 100-jähriges Firmenjubiläum feiern. Beide prägten nicht nur die Wirtschafts- und Sozialgeschichte unseres Raumes, sondern wurden zu Weltmarktführern in ihrer Branche.
Der Heimatkreis Oberderdingen sucht Hinweise und Belege aus der Firmengeschichte der EGO und BLANCO, welche die Verwurzelung der Unternehmen in unserer Region zeigen, unspektakuläres aber typisches wäre passend. Wer Ideen, Fotos oder Belege hat die so etwas zeigen, soll bitte am Dienstag, den 13. Mai 2025, um 14.30 Uhr ins alte Rathaus kommen. Es gibt sicher viele ehemalige BLANCO oder EGO - Mitarbeiter die Mitmachideen haben, auch Fotos aus dem Firmenumfeld, wir würden uns sehr freuen, wenn sie kämen.
Nicht vergessen: Am Donnerstag, den 15. Mai 2025, treffen wir uns turnusgemäß um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof.
(1625)
Zeitenwende

Unsere Großeltern und auch unsere Eltern erlebten mehrmals eine „Zeitenwende“. Die Währungsreform vom Juni 1948 oder die Einführung des Euro als Zahlungsmittel auf 1.1.2002. Beides hatte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, die jeder spürte. Das „Wohnumfeld“ war in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ganz anders als heute. Erst in den 60er und vermehrt in den 70er Jahren setzte sich der Fernseher flächendeckend durch. Damals hatte auch nicht jede Familie ein Auto, aber auf dem Land trieben die meisten zumindest eine kleine Landwirtschaft um, und wenn es nur ein Stückle Grünland mit Obstbäumen für die Stallhasen und für den eigenen Most, oder ein bis zwei Morgen Wengert waren. Die Einführung der Wehrpflicht im Sommer 1956 oder deren Aussetzung zum 1. Juli 2011 waren sicherheits-politische Einschnitte die heute von vielen anders beurteilt werden als damals. Und auch ortsbezogen gibt es „Zeitenwenden“: Stichworte dafür sind Verwaltungsreform oder Wahlrecht.
Auch nach der Corona Pandemie mit Ausgangsbeschränkungen und anderen Eingriffen hat es nachhaltige Veränderungen bei vielen gegeben. Was vorher selbstverständlich war, ist heute manchmal anders. Wir sollten die Änderungen dokumentieren, denn die Zeitzeugen sterben. In 50 Jahren schaut man durch eine andere Brille auf die heutigen Ereignisse. Bei Geschichte – besonders bei Zeitgeschichte – kommt es auf den Zeitgeist, oder die Meinung der zufällig aktuellen Mehrheit an, mit dem man auf die Ereignisse blickt. Mit 20 Mark konnte man 2002 mehr einkaufen als heute mit 10,23 Euro. Man hat damals auch andere Dinge gekauft.
Vorankündigung: Um ins Archiv gekommene Fotos anzusehen und die darauf abgebildeten Personen zu beschreiben, treffen wir uns am Dienstag, den 13. Mai 2025 um 14.30 Uhr im alten Oberderdinger Rathaus. Alle, die sich für alte Bilder und ihre Geschichten interessieren, sind zu diesem formlosen Termin recht herzlich eingeladen.
(1525)
Unsere Interessensgebiete

Das Manuskript des 69. Rundbrief unseres Vereins ist fertiggestellt und geht nun zur Druckerei. Dieses Mal ist der Wald und seine Bewirt-schaftung im 19. Jahr-hundert ein Hauptthema. Der Zaisenhäuser Artikel beschäftigt sich mit dem Geschlecht der „Fesenbeck“ und berührt somit auch Flehinger und Kürnbacher Aspekte. Wir wollen den ersten Rundbrief in diesem Jahr auch ganz bewusst zur Mitgliederwerbung nutzen, weil wir in Zukunft gezielt jüngere Mitbürger an-sprechen wollen.
Unser Interessengebiet weitet sich aus, das 20. Jahrhundert rückt in den Blick. Einerseits interessieren wir uns für Fotografien aus dieser Zeit, sie waren das typische Bildmedium in den zurück-liegenden 125 Jahren, wir sammeln ja bekanntlich alte Fotos schon immer fürs Archiv. Aber auch andere „Hinterlassenschaften“ sind zum Verständnis des Zeitgeists wichtig, sie verschwinden jedoch nach und nach. Wandteller als „Souvenir“ oder Vasen mit typischen Dorfansichten wurden in der Vorkriegszeit in Derdingen verkauft. Wenige haben sich bis heute erhalten, zumeist kauften sich diese Andenken Auswärtige, oder sie wurden von den Einheimischen an Verwandte verschenkt.
Ein anderes Thema: Zündholzschachteln die einem Lokal zugeordnet werden können. Sie sind mit dem Rauchverbot in den Wirtshäusern verschwunden. Sicher war dies nicht beabsichtigt. Aber wenn es nur Nichtraucherlokale gibt, wirbt kein Wirt mehr auf Zündholz-schachteln für sein Lokal. Diese Aufkleber sind also verschwunden. Kümmert man sich um den „Zeitgeist“ und dessen Veränderungen, können auch kleine Zündholzschachtelaufkleber ein wandelndes Zeitverständnis illustrieren. Wir suchen „Mitmacher“, die sich (auch) um solche Sachen kümmern wollen.
Übrigens, die Fahrt ins Elsass ist ausgebucht. Wer den Fahrpreis noch nicht überwiesen hat, sollte dies bitte nächstens tun.
(1425)
Fastenzeit

Dieses Jahr fällt Gründonnerstag auf den dritten Donnerstag im April, weshalb unsere Zusammen-kunft im Flehinger Bahnhof wegen der Karwoche ausfällt. Erst nach Ostern geht das Manuskript für den nächsten Rundbrief zur Druckerei, es wird auch für diejenigen, die hier wohnen ein Flugblatt zur Mitgliederwerbung enthalten. Wer als „Neuer Interessent“ für eine Mitgliedschaft im Heimatkreis dieses Flugblatt abgibt, erhält zum Kennenlernen einen Rundbrief aus dem letzten Jahr und wird der Interessent dann Mitglied erhält er als Begrüßung einen weiteres Heft kostenlos. Wie in der Hauptversammlung diskutiert, sollten wir uns dieses Jahr vermehrt um die Mitgliederwerbung kümmern, weil sich dadurch die Kosten pro Heft senken lassen, und jüngere Mitglieder (die sich engagieren) dem Verein gut tun.
Gemeingut ist, dass sich Brauchtum ändert und Neues wenn es sich festigt und Jahr für Jahr wiederkehrt, mit der Zeit als ortsfest üblich eingeschätzt wird. In der Zeit vor Ostern werden öffentliche Brunnen mit bunten Ostereiern und frischem Grün geschmückt. Ein Brauch, der ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz stammt und in vielen Kraichgaugemeinden heimisch geworden ist. Bei uns kümmern sich die Landfrauen um den „Osterbrunnen“. Dieses Jahr haben sie den Brunnen auf dem Lindenplatz im Unterdorf prächtig geschmückt.
(1325)
Konfirmation

Früher war vieles anders – aber nicht alles besser! Bis in die 50 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts begannen bei uns die meisten Buben mit 14 eine Lehre, aber nur manche Mädchen fanden einen Ausbildungsplatz, manche fuhren deshalb in die Stadt und gingen dort „in Stellung“. Lehrjahre waren keine Herrenjahre. Es konnte durchaus sein, dass dem Lehrherrn „die Hand ausrutschte“ wenn sich der Lehrling ungeschickt anstellte. Üblich war auch, dass Lehrlinge für handwerksfremde Leistungen eingesetzt wurden. Am Samstag das Auto des Meisters putzen, dafür war selbstverständlich „der Stift“ zuständig, er konnte auch die aufgelesenen Äpfel bei der Darlehenskasse abliefern. Man ging bei uns zumeist mit 14 von der Schule ab. Die „Konfirmation“ beendete diesen von den Eltern bestimmten Lebensabschnitt sichtbar. Auch heute ist die Vollendung des 14. Lebensjahres ein wichtiger Einschnitt im Leben, denn erst ab diesem Alter ist man strafrechtlich für seine Taten überhaupt verantwortlich. Früher unterlag man vorher dem „Züchtigungsrecht“ der Eltern. Dies gilt heute nur noch sehr eingeschränkt. Früher kauften Eltern für die Konfirmanden einen „Konfirmandenanzug“ oder ließen für die Mädchen zur Konfirmation ein schickes Kleid nähen. Vor dem Krieg meist in schwarz. Diese Kleiderordnung änderte sich seither gründlich. Aktuelle Konfirmationsbilder mit dunkel und schick gekleideten Konfirmanden gibt es nicht mehr. Im Archiv des Vereins und damit auch im Gemeindearchiv sind wenige Vorkriegsaufnahmen von Konfimandenjahrgängen. Weder von Derdingen oder Großvillars und auch nicht von Flehingen, ganz wenige mit Namensangaben. Übrigens: Es sank in letzter Zeit die Zahl der Konfirmanden, in den 50 er Jahren gab es mehr!
Bei den Katholiken sind die Kinder am „Weißen Sonntag“, also bei der Erstkommunion jünger, und mit 14 sind sie zumeist schon „gefirmt“.
Unsere nächste Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof ist am 15. Mai 2025. Der Termin am Gründonnerstag, den 17. April fällt aus.
(1325)
Frau beißt Hund- Presseartikel als Geschichtsquelle

„Die Presse“ ist eine sehr gute und zuverlässige Quelle für die jeweilige Zeitge-schichte mit ihren Milieutendenzen. Man sollte wissen, wenn man Zeitungs-artikel als Quellen nutzt, wer sie wohl geschrieben hat, und welche politische Meinung der Autor vertritt, oder zumindest nahesteht. Den „Spiegel“ der 60 er Jahre wird wohl niemand als „rechts“ bezeichnen, oder den „Bayernkurier“ kaum jemand als „links“. Bei Lokalblätter ist die Einordnung manchmal etwas schwieriger, aber auch sie waren (und sind) oft nicht „neutral“, manchmal übertreiben sie auch aus Unwissenheit. Deshalb ist es bei Pressequellen grund-sätzlich die „Quellenkritik vor Nutzung“ angebracht.
Spricht man junge Leute an, um sie zur Mitarbeit im Verein zu bewegen, hört man als Abwehrargument „ich kann Sütterlin nicht lesen“. Zum einen, kann man das Lesen der Deutschen Schrift durch Übung lernen, zum Andern, sind auch Zeitungsartikel interessante Quellen, die man zum Verständnis vergangener Zeiten nutzen kann. Alte Zeitungsberichte sind im Internet recherchierbar, sie sind nicht in Sütterlin verfasst.
Wir suchen Autoren für Artikel, die im Rundbrief 70 erscheinen sollen . Wer einen passenden Artikel zur Volkskunde oder Geschichte unseres Raumes schreiben will, hat dafür also ein halbes Jahr Zeit. Wer einen Computer besitzt, könnte als Quelle für einen solchen Artikel im Internet zugängliche Zeitungsjahrgänge nutzen. Zum Beispiel, die zugegeben eher spärlichen Artikel im „Schwäbischen Merkur“ unter der Rubrik Oberamt Maulbronn oder Derdingen vor dem Ersten Weltkrieg, sie stehen im Internetauftritt des Staatsarchivs Stuttgart. Oder Artikel zu Flehingen oder Sickingen die in der Badischen Landeszeitung im gleichen Zeitraum veröffentlich wurden, diese sind im Deutschen Zeitungsportal recherchierbar. Wer sich Zeit nimmt, und einschlägige alte Zeitungsartikel studiert, taucht in die Vergangenheit ein. Dies ist alles andere als langweilig. Schön wäre es dann, wenn der Mitmacher dann auch das was er fand, in einem einschlägigen Artikel bei uns der heutigen Öffentlichkeit zugänglich macht.
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Jahreshauptversammlung 2025

Es zeichnen sich 2025 keine große Veränderungen im Vereinsleben des Heimat-kreises Oberderdingen bislang ab. Der Mitglieds-beitrag bleibt bei 10 € und 2 Rundbriefe werden auch dieses Jahr erscheinen. Der 69 ste in unserer Vereins-geschichte, wohl erst nach Ostern. Zusammen mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen bieten wir eine Exkursion ins Elsass vom 22.8. bis 24.8.2025 an. Was sich aber verbessern sollte, ist die Mitglieder-werbung. Unser Verein hat einen hohen Alters-durchschnitt. Wir sollten für unsere Vereinsarbeit auch jüngere Leute interessieren, wir wollen es zumindest probieren. Mit einem Flyer, den wir dem nächsten Rundbrief beilegen und unsere Mitglieder bitten ihn an Nachbarn oder Bekannte weiterzugeben, von denen sie annehmen, dass sie sich für „Heimatkunde“ im weitesten Sinne interessieren.
Was waren die Trends der 70 er oder 80 er Jahre des 20. Jahrhunderts, als ihre Eltern noch jung waren? Was gab es hier auf dem Land, und wie sieht man die seinerzeitigen Trends heute? Über was diskutierte man hier, und was stand in den Zeitungen? Es leben noch Zeitzeugen, die aus eigener Wissenschaft erzählen können, die Bilder oder ach Schmalfilme besitzen. Auch in den „Neuen Medien“ ist vieles was man dazu recherchieren kann. Vor allen Dingen ist es wichtig, diese Zeit bei uns auf dem Lande zu dokumentieren. Zwei Generationen zurück ist es schwieriger, denn da sind die Zeitzeugen zumeist verstorben. Wir werden also versuchen, ein Angebot für Jüngere in unserem Verein aufzubauen.
Geehrt wurde für 25 jährige Mitgliedschaft im Heimatkreis Frau Ilona Hufnagel, sie hat sich in den vergangenen Jahren als Kassenprüferin eingebracht. Der Vorsitzende dankte ihr mit einem für Oberderdingen typischen Geschenk.
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Einladung zur Jahreshauptversammlung
Am kommenden Donnerstag, den 20. März 2025 ist um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof unsere diesjährige Jahreshauptversammlung. Dazu sind alle Mitglieder recht herzlich eingeladen. Auf der Tagesordnung steht zur Beratung an:
1. Bericht des Vorsitzenden
2. Bericht der Schatzmeisterin
3. Aussprache über die Berichte
4. Bericht der Kassenprüfer und Entlastung
5. Sonstiges
Vorstandswahlen stehen nächstes Jahr an. Unser Mitgliedsbeitrag beträgt 10 €, eine Erhöhung ist nicht vorgesehen, aber beraten sollten wir mit welchen Mitteln wie die Zahl unserer Mitglieder steigern können. Vorgeschlagen wird, dass wir auch 2025 zwei Rundbriefe herausgeben. Dieses Jahr bieten wir gemeinsam mit dem Heimat, Kultur und Trachtenverein Zaisenhausen ein Fahrt ins Elsass an. Sie ist ausgebucht. Dankenswerter Weise hat Frau Pfefferle die Organisation der Reise übernommen. Vorgesehen ist, dass wir in der Ferienzeit weiter „die Kirchen unserer Heimat“ besuchen wollen. Gölshausen und Ubstadt stehen auf der Vormerkliste.
Unser Verein sucht „Mitmacher“. Dafür gibt es Ansatzpunkte über die wir reden und sie ernst-haft prüfen sollten: Betreuung des gemeinsamen Fotoarchivs mit der Stadt Oberderdingen. Oder: Recherche in Zeitungen, z.B., des „Braunen Senders“ oder im „Bürgerfreund“, aber auch in der überörtlichen „Schwäbischen Chronik“. Dafür braucht es keine Kenntnis in „Sütterlin“. Man kann dafür auch das Internet nutzen, der oder die Mitmacher sollten aber das Rechercheergebnis auch publizieren.
Sie sehen, es gibt am kommenden Donnerstag etliches zu diskutieren. Bitte kommen Sie zur Jahreshauptversammlung und arbeiten Sie an der Vereinsaufgabe „Darstellung und Doku-mentation des Raumes Oberderdingen aus geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Sicht“ mit. Sie werden sehen, es lohnt sich.
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Umbruch

Der Bauernkrieg vor 500 Jahren, als aufrührender Protest gegen kirchliche, politische und soziale Missstände wurde in der Heilbronner Ausstellung „Rebellion des gemeinen Mannes“ aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt. Um den Barbara Altar des Jörg Ratgeb spannte sich der Bogen des künstlerischen Protestes gegen empfundene Ungerechtig-keiten. In Verhandlungen - die unterste Bevölkerungs-schicht war keine Rechts-persönlichkeit sondern in ihr waren Rechtsobjekte – war der Konflikt nicht lösbar, also blieb für diese nur die Gewalt. Dazu kam, dass auch die neue Technik Privilegien gefährdete, das Schießpulver veränderte die Kriegsführung. Grenzen fielen auch in der Interpretation biblischer Wahrheiten. Der „Gemeine Mann“ empfand allgegenwärtiges Unrecht. Auch in der großen Politik schwankte der Boden.
Jörg Ratgeb, ein provokanter Künstler, nahm am Bauernaufstand auf Seiten des vertriebenen Württembergischen Herzog Ulrich teil. Nach der Schlacht bei Böblingen wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, wurde er 1526 in Pforzheim gevierteilt. Der Barbara Altar zeigt in wechselnden Szenen das Martyrium der Heiligen, das ihr angetane Unrecht zeigte Jörg Ratgeb mit den zeitgenössischen Mitteln der Malerei. Im zwanzigsten Jahrhundert und in der Gegenwart wählen Künstler wie HAP Grieshaber, Käthe Kollwitz oder Albrecht Hrdlitcka dafür das Mittel der Grafik. Armut, Not und Krieg, sie sind auch heute allgegenwärtig, wie vor 500 Jahren das Unrecht des Bauernkriegs.
Schwierig war es für unsere Gruppe in Heilbronn ein Lokal zu finden um die doch nachdenkenswerten Eindrücke des Ausstellungsbesuchs zu diskutieren. Man fuhr deshalb zurück nach Eppingen und ließ dort in einem Cafe den Nachmittag ausklingen. Wie auch sonst bei Musemsbesuchen üblich, war man vor 20 Uhr wieder zu Hause.
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Rebellion des gemeinen Mannes

Die Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn zeigt in der Ausstellung „500 Jahre Bauernaufstand“ den Barbara Altar aus Schwaigern und dessen gesellschaftliches Umfeld auch aus heutiger Sicht. Die Heilige Barbara gehört zur Gruppe der 14 Nothelfer und starb als Märtyrerin im Jahre 306. Ihr Leiden und Tod wird auf dem Altarbild in verschiedenen Varianten dargestellt, im Zentrum steht jedoch ihre Enthauptung durch ihren Vater Dioscuros.
Jerg Ratgeb, der als Dreißigjähriger diesen Altar im Auftrag der Neipperger Adelsherrschaft schuf, erhielt wahrscheinlich seine Ausbildung bei Hans Holbein und fand seinen eigenen, ins Provokante neigenden Stil. Er galt seinerzeit als ein „gottlosen Künstler“, weil er sich den aufständischen Bauern anschloss, weil er Herzog Ulrich, der damals in der Reichsacht gebannt war unterstützte und deshalb als Hochverräter 1526 in Pforzheim gefoltert und gevierteilt wurde. In der Ausstellung Vorgelmann werden Ratgebs Barbara Altar und im Umfeld dazu passende Künstler des 20. Jahrhunderts wie Käthe Kollwitz, HAP Grieshaber und Alfred Hrdlitschka gezeigt.
Wir besuchen die Ausstellung am kommenden Samstag, den 8. März 2025 und fahren nach Heilbronn mit der Stadtbahn S 4. Treffpunkt vor 14 Uhr am Halt im Industriegebiet.
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Aus der letzten Zusammenkunft im Flehinger Bahnhof

Am vergangenen Donnerstag legten wir Heilbronn als nächstes Exkursionsziel fest. Wir fahren mit der Stadtbahn S 4 am Samstag, den 8. März 2025, zur Kunsthalle Vogelmann und treffen uns dazu spätestens um 14.00 Uhr am Stadtbahnhalt Flehingen-Industriegebiet. In der Kunsthalle wird der von Jörg Ratgeb geschaffene „Barbara Altar“ ausgestellt, übrigens erst das zweite Mal überhaupt. Er stammt aus dem Jahr 1510 und kommentiert die unruhige Zeit der Glaubensspaltung und des beginnenden Bauern-austands. Jörg Ratgeb zeigt den gequälten Menschen. Er engagierte sich auch politisch und wurde 1526 in Pforzheim gefoltert und anschließend gevierteilt. Die Ausstellung passt zu den vielen Veranstaltungen zum Thema „Gerechter Zorn - 500 Jahre Bauernkrieg im Kraichgau“.
Wir sahen uns gemeinsam dann noch zwei alte Schmalfilme aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an, die wir fürs Archiv digitalisieren ließen. Auch Fotos von Flehingen. Unser Verein engagiert sich jetzt vermehrt im Sichern der Bilder, weil sich ein Team gefunden hat, das die bislang unbeschriebenen Bilder ordnet und versucht die darauf abgebildeten Personen zu bestimmen. Was wichtig ist, weil nur dann der jeweilige Zeitgeist festgehalten und für kommende Zeiten gesichert wird.
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Mitmacher gesucht

Wir treffen uns am Donnerstag, den 20. Februar 2025, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Dabei geht es um die Vorbereitung unserer Jahreshauptversammlung in einem Monat, um künftige Themen in unseren Rundbriefen und um Fragen im Zusammenhang unseres Bildarchivs. Wir haben ja in den vergangenen Jahren immer wieder alte Fotos erhalten, die wir anfangs abfotografiert, später dann eingescannt, digital gesichert, beschrieben und so für die Nachwelt gerettet haben. Dies machte über Jahre hinweg Frau Riedling, sie war im Aschingerhaus dafür der zuverlässige Ansprechpartner. Für diese Aufgabe suchen wir jetzt „Mitmacher“. Es geht bei der Beschreibung der Fotos nicht nur um die Identifikation der darauf erkennbaren Personen und Orte der Aufnahmen, sondern auch um deren zeitliche Einordnung und den Anlass, weshalb das Foto aufgenommen wurde. Durchaus also etwas für „gestandene Persönlichkeiten“, was keinesfalls langweilig ist, was man auch am besten im „Team“ leistet.
Noch etwas ganz anderes: Wir suchen auch „jugendliche Mitmacher“, die müssen nicht unbedingt „Sütterlin“, also Uromas Schreibschrift lesen können. Es geht um die Recherche im Internet. Immer mehr alte Zeitungen sind im Internet abrufbar. In Derdingen ist das Dritte Reich ein (fast) blinder Fleck im Archiv. Auch Zeitungsbände aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich in unserem Archiv nicht erhalten. Man kann jetzt in überregionalen Blättern nach Artikeln über Derdingen, Flehingen, Sickingen oder Großvillas suchen, diese dann je nach Thema ausdrucken und bearbeiten. So sind ein Paar Bilder im Archiv zum Bezirkskriegerfest 1931 in Derdingen erhalten, dessen nähere Umstände man nicht kennt. Auch weiß man zum Beispiel nicht, wann und unter welchen Umständen die beiden selbstständigen Gesangvereine „Harmonie“ und „Freundschaft“ sich zusammen-schließen mussten. Es gibt Themen, die sich lohnen, um von Jüngeren im Internet recherchiert zu werden.
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Maria Lichtmess

Früher „wanderten“ die Dienstboten an Lichtmess, d.h. sie wechselten ihren Dienstherrn. Da gab es dann auch Lohn, weshalb ein Lichtmessmarkt wie in Oberderdingen nichts Ungewöhnliches ist. Auch in Güglingen z.B. gibt es einen solchen. Die früheren „Schlenkeltage“ haben heute keine Bedeutung mehr, weil selbstverständlich auch in der Landwirtschaft das Arbeitsrecht mit Kündigungsfristen gilt.
Die Wenigsten kennen noch den kirchlichen Ursprung des Festes. Maria Lichtmess bezieht sich auf den erweiterten Weihnachtsfestkreis. 40 Tage nach Christi Geburt stellte Maria entsprechend dem Mosaischen Gesetz ihren Erstgeborenen Sohn ihrem Gott dar, um ihn durch die vorgeschriebenen Gaben, zwei junge Tauben (2. Mose 13 ff) loszukaufen, und um sich zu reinigen. Die Katholische Kirche feiert noch dieses Marienfest mit der Kerzenweihe und dem Blasiussegen, der sich auf den Heiligen des 3. Februar bezieht. Auch bei den Evangelischen ist Lichtmess ein Nebenfest der Geburt Christi. Luther verfasste 1524 das Lied „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“, er bezog sich dabei auf die neutestamentarische Prophezeiung Simeons.
Als sicher gilt, dass der „Derdinger Nationalfeiertag“ einen christlichen Ursprung hat und hier bereits gefeiert wurde, als noch das Kloster Herrenalb der Ortsherr war. Lichtmess hat heute noch als „Lostag“ Relevanz, man beobachtet das Wetter: Lichtmess trüb - Ist dem Bauern lieb und Lichtmess hell - Gerbt dem Bauern s’Fell.
Wir suchen weiterhin Lichtmessbilder – ebenso Filmaufnahmen – aus den 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, auch frühere fürs Archiv. Notwendig ist es unsere Archivbilder zu beschreiben und zu sichern. Dazu treffen sich die an dieser Arbeit Interessierten am Mittwoch, den 19. Februar, im alten Derdinger Rathaus ab 14.30 Uhr. Frau Riedling, welche diese höchst notwendige Arbeit vorbildlich über Jahre hinweg erledigte, steht gesundheitsbedingt leider für die Zukunft nicht mehr zur Verfügung. Wir wollen versuchen in Kleingruppen ihre Nachfolge zu organisieren.
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Termine für Mitmacher

Wir treffen uns wieder am Donnerstag, den 20. Februar 2025, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Wie meistens werden wir uns dort alte Fotos ansehen, die unser Verein auch für das Archiv der Stadt einge-scannt hat. Zwar ist es „kein Haufen voll“, aber immerhin bleibt etwas öffentlich abrufbar und für die Zukunft gesichert, was früher nur fürs eigene Fotoalbum aufgenommen wurde. Das Gedächtnis der Stadt wird dadurch gestärkt.
In diesem Zusammenhang suchen wir auch „Mitmacher“, die helfen alte Fotos aus privaten Alben, die in unser Archiv kamen, zu datieren und zu beschreiben. Dabei geht es insbe-sondere um Teambildung. Was einer nicht weiß, kennt vielleicht der Nachbar oder der Freund. Wir unternehmen dazu einen Versuch kleine Gruppen, die dies machen wollen zusammen-zubringen. Am Mittwoch, den 19. Februar 2025 ab 14.30 Uhr im Saal des alten Derdinger Rathauses. Auf einem Laptop des Heimatkreises läuft ein entsprechendes Computer-programm auf dem archivierte Fotos gespeichert sind. Frau Riedling hat diese Datenbank über Jahre im Aschingerhaus akribisch aufgebaut und betreut. Für diesen Dienst an der Allgemeinheit sind wir ihr sehr dankbar. Nun wollen wir ihre Arbeit weiterführen. Unser Ansatz ist, dass sich ein paar Leute in Gruppen zusammenfinden, um eingescannte Bilder zu beschreiben. Haben Sie an einer solchen herausfordernden Aufgabe Interesse, kommen Sie doch bitte übernächsten Mittwoch ins alte Derdinger Rathaus.
Auf den ersten Schlag fällt kein Baum – lautet eine Volksweisheit. Es wäre ein guter Anfang, wenn man bei diesem Treffen ein paar Leute finden könnte, die sich für eine solch interessante Aufgabe begeistern. Es ist sicher kein Geschäft für “Eintagsfliegen“.
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THE hidden LÄND

Die Stuttgarter Ausstellung über die Geschichte des ersten nachchristlichen Jahrtausends interessierte auch Mitglieder unseres Vereins. Sie war etwas Besonderes und überzeugte die 20 Teilnehmer der Exkursion. Auf fünf Themenbereiche konzentriert und mit Einsatz moderner Technik, bot diese Große Landesausstellung in den frisch renovierten Räumen des Stuttgarter Kunstgebäudes neue Erkenntnisse aus archäologischem Blickwinkel. Gezeigt wurde, dass schon im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung sich die Bevölkerung in Baden-Württemberg aus durchaus verschiedenen Stämmen zusammensetzte, die sich in zeitlicher Reihung abwechselten, als Kelten, Römer, Sueben, Alamannen und Franken. Schriftliches ist aus diesem Zeitraum kaum überliefert. Interpretieren kann man aber was sich „im Boden“ erhalten hat.
Der Teilbereich „Integration“, welcher das erste und zweite Jahrhundert nach Christi abdeckt, zeigte den Einfluss der Römer. Das dritte und vierte Jahrhundert wurde mit dem Begriff „Migration“ beschrieben, gezeigt wurde, dass in dieser Zeit Kleingruppen ins Römische Imperium eindrangen, mal plündernd und mal kontaktsuchend, aber kaum, wie früher vielfach vermerkt und als „Völkerwanderung“ definiert. Unter der Überschrift „Kommunikation“ wurde das fünfte und sechste nachchristliche Jahrhundert vorgestellt. Von erhaltenen Grabbeilagen wurden Trinksitten abgeleitet, oder an Hand einer Leier das Singen von Heldenliedern. Im siebenten und achten Jahrhundert wurde der Beginn der „Religiosität“ aufgezeigt, und unter dem Begriff „Herrschaft“ das neunte und zehnte Jahrhundert vorgestellt. Der König reiste von Pfalz zu Pfalz, das Herzogtum Schwaben lag zwischen dem Lech und dem Elsass, im Norden lag Stuttgart und im Süden gehörten Teile der Schweiz bis zum Alpenhauptkamm dazu.
Diese Landesausstellung präsentierte ihre Exponate nicht in der sonst für Museen üblichen Art. Kulturelle Vielfalt und ihr vermuteter Einfluss auf die Gesellschaft erschloss sich für die Besucher aus zufällig erhaltenen und geborgenen Gegenständen, wobei oft Grabbeilagen gezeigt wurden. So wurde sichtbar, dass ihre Deutung nicht nur schwierig ist, sondern zeitbedingt auch manchmal wechselt.
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Vorschau 2025

Unsere nächste Generalversammlung wird am Donnerstag, den 20. März 2025, im Flehinger Bahnhof sein, dies legten, die leider wenigen Besucher unserer ersten Zusammen-kunft im Neuen Jahr fest. Auf der Tagesordnung stehen die üblichen Punkte, wie Bericht des Vorsitzenden und der Schatzmeisterin, Kassenprüfung und Entlastung, auch noch Verschiedenes und selbstverständlich die Aussprache über die vorgetragenen Punkte. Wahlen stehen erst 2026 an, bei diesen wird ein jüngerer Vereinsvorsitzender zu wählen sein. Eine Beitragserhöhung wird nicht vorgeschlagen. Seit Einführung des Euro beträgt der Jahresbeitrag beim Heimatkreises 10 €, und dabei soll es auch dieses Jahr bleiben. Allerdings decken die Mitgliedsbeiträge plus dem Staatszuschuss nicht mehr vollständig die Druckkosten unserer Rundbriefe. Dies wird aber dann wieder der Fall sein, wenn wir 40 neue Mitglieder werben können. Dazu dann ein Vorschlag in der nächsten Generalversammlung.
Der Termin und das Programm für unsere diesjährige Exkursion ins Elsass stehen jetzt fest. Wir fahren am 11. Juni 2025 (in den Ferien am Mittwoch nach Pfingsten) über Breisach nach Colmar, dort besichtigen wir das Unterlinden-Museum mit dem Isenheimer Altar. Eine Besichtigung der Altstadt steht auch auf dem Programm. Am Donnerstag geht es der Elsässischen Weinstraße entlang nach Ribeauvillé und Riquewihr, wir wollen auch Kaysersberg besuchen, die Geburtsstadt Albert Schweizers. Am Freitag, den 13.6.25, geht es nach Straßburg, der Hauptstadt des Elsass, die auch für die Politik in Europa bedeutsam ist. Kosten pro Person im Doppelzimmer 340 € und 455 € im Einzelzimmer. Wer mitfahren will, soll sich bitte jetzt schon bei Heinrich Kowarsch Tel. 07258/8326 oder Henriette Pfefferle 07258/1662 anmelden. Diese Fahrt wird wie im vergangenen Jahr zusammen mit dem Heimat- Kultur- und Trachtenverein Zaisenhausen organisiert.
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Zusammenkunft am 16. Januar

Wir treffen uns wieder im Neuen Jahr am Donnerstag, den 16. Januar 2025, um 19.30 Uhr im Flehinger Bahnhof. Es gibt einiges zu besprechen, beispielsweise die Vorbereitung der anstehenden Jahreshaupt-versammlung. Auch der Erscheinungstermin und Umfang der Rundbriefe in diesem Jahr oder unsere Exkursionsziele. Am 18. Januar fahren wir nach Stuttgart und sehen uns dort die Ausstellung „THE hidden LÄND“ an. Eine Ausstellung, die in unsere Zeit passt, denn sie zeigt die Zuwanderungswellen im ersten nachchristlichen Jahrtausend nach Baden-Württemberg und deren Folgen, also die Umbrüche im frühen und hohen Mittelalter bei uns. Der Zug fährt um 14.02 Uhr am Brettener Bahnhof ab (MEX 17c). Anmelden muss sich niemand. Wir werden voraussichtlich wieder gegen 19 Uhr zurück sein. Parkplätze sind am Brettener Bahnhof vorhanden.
Im Februar wollen wir uns auch wieder im alten Derdinger Rathaus treffen, um in der Beschreibung von alten Fotos weiter zu kommen. Es liegen noch mehrere Kartons mit Bildern vor, die dem Archiv des Heimatkreises gestiftet wurden, und die auch ins Stadtarchiv gehören. Wichtig ist, dass man die Zeit der Aufnahme abschätzt, und man auch weiß, wer oder was auf dem Foto abgebildet ist. Fehlen diese Angaben, sagen die Bilder nur wenig über die Umstände ihrer Entstehung aus, sind also keine brauchbaren „Zeitzeugen“.
Heutzutage wird viel fotografiert. Das Handy ist ja (fast) immer dabei, es besitzt ein gutes Foto- und auch Filmprogramm. Gezweifelt darf aber dennoch werden, ob die Bilder nach 10 oder 50 Jahren abrufbar oder auffindbar sind. Auch in welchen Geräten sie dann angeschaut werden können. Ausgedruckt und ins Fotoalbum geklebt werden nur noch die Allerwenigsten. Unter dem Gesichtspunkt “konservierte Belege der Familien- oder Stadtgeschichte“ ist dies schade.
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Alles hat seine Zeit…

Die Ausstellung „THE hidden LÄND“ im Stuttgarter Kunst-gebäude gleich neben dem Neuen Schloss versucht, die Geschichte des ersten nachchristlichen Jahr-tausends in Baden-Württemberg zu interpretieren. Die Römer siedelten den elbgermanischen Stamm der Sueben aus dem hohen Norden rechtsrheinisch an, er sollte einen Puffer zu den römischen Provinzen in Gallien bilden. In der Ausstellung wird an Hand eines Grabsteins für den Anführer der Sueben versucht, die politischen Folgen dieses Vorhabens zu interpretieren. Auch die anderen Exponate hangeln sich entlang der heutigen Begriffe „Migration“ oder „Macht“. Ein interessantes, aber auch schwieriges Unterfangen. Denn wir interpretierten zufällige, in unsere Zeit überkommende Dinge, wissen aber nicht, wie diese die Zeitgenossen auffassten. Welcher „Zeitgeist“ herrschte, oder anders formuliert, was dachte die Mehrheit und was die Obrigkeit damals.
Am Samstag, den 18. Januar 2025, fahren wir von Bretten aus mit der Bahn nach Stuttgart. Der Zug fährt um 14.02 Uhr am Brettener Bahnhof ab (MEX 17c). Anmelden muss sich niemand. Wir werden voraussichtlich wieder gegen 19 Uhr zurück sein. Parkplätze sind am Brettener Bahnhof vorhanden.
Die Ausstellung greift also heute durchaus aktuelle Themen auf und will zum Nachdenken anregen. Auch die übrigen in der Ausstellung gezeigten Exponate liegen in diesem Trend. Ein Kessel aus einem westukrainischen Brandgrab mit Griffen, die stilisierte Kriegerköpfe zeigen, oder eine Leier, die höfisches Leben im zu Ende gehenden ersten n nachchristlichen Jahrtausend symbolisiert. Der Prediger Salomon formuliert in der Bibel „ein Geschlecht vergeht, das andere kommt“ oder „ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“. Auch dies zeigt die sehenswerte Stuttgarter Ausstellung.
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Beim Schenken Denken

Uns fehlt eigentlich nichts, wenn wir an 1948 oder 1950 zurückdenken. Damals hatte niemand mit einem Weihnachtswunschzettel ein Problem. Die Wünsche, die uns heute spontan in der Vorweihnachtszeit einfallen, unterscheiden sich doch deutlich von den damaligen. Auch die immateriellen. Niemand von uns sorgt sich heute um Angehörige, die in Kriegsgefangenschaft sind. Damals schon! Auch waren die Kirchen seinerzeit voller.
Heute ist es unvernünftig mit dem Einkauf der Geschenke bis zum letzten Drücker zu warten. In der Weihnachtswoche wird es nicht leichter oder billiger. Wahrscheinlich steigt dort der Stress sowieso, und etwas „Besonderes“ fällt uns dann auch nicht mehr ein. Wenn wir Gebrauchsgegenstände verschenken wollen, sollten wir auf Langlebigkeit achten, eher Dinge aus Holz oder Metall wählen, Kunststoffartikel sind eigentlich aus der Mode!
Ein preiswertes und nachhaltiges Geschenk wäre z.B. auch ein Jahresabo von Rundbriefen des Heimatkreises, das kostet 10 € und ist auf dem Bürgerbüro buchbar. Der Beschenkte erhält dann nächstes Jahr zwei Rundbriefe und Sie als „Schenker“ auch noch zwei aus zurückliegenden Jahren als Geschenk.
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Heimatkreis Oberderdingen e. V.